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Bericht - Info - Volvo:

Galavorstellung des PSR-Volvo S60 wird mit P4
nicht belohnt

Der Volvo S60 des PSR-Teams fuhr beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring auf Kurs eines sicheren Klassensiegs und eines Zieleinlaufs im Bereich von Platz 7 der Gesamtwertung. Doch nach drei Klassensiegen in Folge seit 2003 vereitelte ein Schaden im Antriebsstrang das beste Resultat in der Rennkarriere des Göteborger Fünfzylinders – es blieb Rang vier in einer der am härtesten umkämpften Klassen.

Ulli Andree hatte im ersten Zeittraining die provisorische Klassenpole heraus-gefahren, wurde aber in der zweiten Sitzung – in der Heinz-Josef Bermes sich nur noch auf das Rausfahren einer guten Rennabstimmung konzentrierte – vom importeursunterstützten Hyundai V6 Coupé des Saarländers Christian Hohenadel von der Pole verdrängt.

Doch der Kölner konnte das pfeilschnelle Coupé bereits im Startturn nach fünf Rennrunden von der Spitze verdrängen und sich einen kleinen, aber feinen Vorsprung vor Hohenadel, einem BMW M3 und einem Honda S2000 heraus-arbeiten. Andreas Middendorf absolvierte einen problemlosen zweiten Turn und baute die Führung weiter aus, ehe er an Stephan Herter übergab, der diesen Trend in seinem Stint fortsetzte.

"Aus irgendwelchen Gründen waren in meinem Turn besonders viele Unfälle auf der Strecke. Zwischen dem Galgenkopf und dem Grand-Prix-Kurs wurden nur Gelbe Flaggen geschwenkt", erinnerte sich der Optiker aus Euskirchen. "Die vielen Gefahrenstellen machten es ziemlich mühsam, einen schnellen Rhythmus zu finden, weil man nie wusste, was hinter der nächsten Kurve wieder auf einen wartet. Aber ich kam durch die Unfallstellen super durch und lieferte das Auto ohne Kratzer wieder an der Box ab."

Heinz-Josef Bermes übernahm nun das Lenkrad des problemlos laufenden PSR-S60 und wußte von völlig ungewohnten Problemen zu berichten:"Aus heiterem Himmel meldete sich eine fremde Stimme in unserem Bordfunk und begann mit einem weiteren neu Zugeschalteten eine Diskussion über die Fußball-WM", lächelte Bermes. "Da ich gerade keine Zeit hatte mitzudis-kutieren, bat ich die beiden, sich eine neue Frequenz zu suchen. Aber das hat sie nicht weiter gekümmert, und die Diskussion wurde immer hitziger."

Dennoch konnte auch Bermes die Spitzenposition des Volvo manifestieren und sich auch in der Gesamtwertung weiter nach vorn arbeiten. Andree übernahm für seinen zweiten Fahrabschnitt den ersten Turn in der Dunkelheit und verbesserte sich bereits jetzt auf die 15. Stelle in der Gesamtwertung. Die Führung in der Klasse behielt er dabei weiterhin.

"Aber der nächtliche Kampf mit dem Hyundai V6 war nach wie vor ziemlich hart. Ich konnte ihn nie richtig abschütteln. Mein Vorsprung variierte je nach Boxenstopps und Verkehr auf der Strecke zwischen 28 Sekunden und ein paar Minuten", so der Kölner. "Trotzdem konnte ich permanent schnelle Rundenzeiten fahren, ohne das Auto hart rannehmen zu müssen, denn das PSR-Team hat zum einen ein perfektes Renn-Setup gefunden und Dunlop lieferte uns mit der neuen Reifenmischung aus der BTCC einen echten Joker. So konnte ich den Volvo permanent schön rund laufen lassen und letztlich hatten wir etwa acht Minuten Vorsprung. Mein einziges Problem war eigent-lich, dass unterwegs der Tankdeckel abflog und ich wegen des rausschwap-penden Sprits eine Runde früher als geplant zum Tankstopp rein mußte. Aber abgesehen davon war das Auto absolut perfekt."

Andy Middendorf übernahm erneut von Andree, hielt die Führung in der Klasse und machte in seinem zweiten Turn zwei weitere Positionen im Gesamtklassement gut, kollidierte dann aber bei einem Überrundungsvorgang im Wippermann mit einem Honda Civic.

"Ich fuhr in eine Lücke, von der ich überzeugt war, dass sie groß genug für mich war. Aber im Fight gegen einen Markenkollegen muss er mich wohl übersehen haben. Jedenfalls lenkte er in meine Seite und hatte danach leider einen ziemlich heftigen Abflug. Natürlich war das keine böse Absicht von mir, ich würde das als einen normalen Rennunfall werten. Zum Glück sah der betroffene Fahrer des Honda das auch so, als wir uns im Nachhinein über die Situation unterhielten."

Middendorf legte einen Sicherheits-Stopp für ein Check-Up des Autos ein und übergab nach einem um eine Tankfüllung verlängerten Turn weiterhin in Füh-rung liegend an Bermes. Eine Runde vor dem Ende von dessen zweitem Outing scherte die vordere rechte Antriebswelle ohne Vorwarnung ab, Bermes strandete ohne Vortrieb am Pflanzgarten und mußte eingeschleppt werden.

"Wir versuchten natürlich, die Welle an der Box zu ersetzen", sagte Team-chef Danny Berk. "Aber wir konnten sie nicht mehr zentrieren. Möglicher-weise war das ein Folgeschaden der Berührung mit dem Honda, denn dieser hatte Andy rechts von der Straße gedrängt – und dort befindet sich an der fraglichen Stelle ein ziemlich hoher Randstein. Eventuell hat sich dabei etwas im Antriebsstrang verzogen, denn grundsätzlich hatten gab es am Volvo S60 seit 2002 nie Probleme mit den Wellen."

Andree fuhr nach der Reparatur wieder raus. "Aber ich spürte sofort sehr starke Vibrationen. Wir probierten dann noch einiges, um die Antriebswelle zu zentrieren", erklärte ein trauriger Andree. "Aber es wurde nicht besser. So entschieden wir uns, das Auto stehen zu lassen, anstatt einen größeren Schaden im Antriebsstrang zu riskieren."

Auch Middendorf fand die Entwicklung "extrem schade, denn das Auto war großartig zu fahren. Ich bin sicher, dass wir neben dem Klassensieg bis irgendwo in den Bereich von Platz 7 in der Gesamtwertung nach vorn ge-fahren wären, denn schon zu Halbzeit waren wir bereits auf P13 – und das bei diesem hochwertigen Feld. Das wäre natürlich ein absolut sensationelles Resultat gewesen. Aber natürlich war die Entscheidung richtig, eingedenk der Vibrationen nichts mehr zu riskieren und immerhin noch Klassenrang vier zu erreichen. Trotzdem: Wir hätten die Klasse sicher gewinnen und auch in der Gesamtwertung ganz weit vorn landen können."

Auch Teamchef Danny Berk bedauert: "Nach drei Volvo Klassensiegen in Folge mußten wir zwar niemandem mehr etwas beweisen und es gibt gerade bei den 24 Stunden keine Sieggarantie – aber unter diesen Umständen einen weiteren Klassensieg schuldlos zu verlieren, ist erstmal hart zu verdauen. Besonders, weil neben dem perfekten Volvo S60 und der fehlerlosen Team-arbeit auch die fahrerischen Leistungen meiner Piloten auf aller höchstem Niveau lagen – sie haben eine echte Galavorstellung abgeliefert und mit einer kontrollierten Offensive unsere Klasse gegen äußerst harte Konkurrenz quasi ab der fünften Rennrunde, als Ulli die Führung übernahm, dominiert, das Auto geschont und dennoch die Spitze nie abgegeben."

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