Die 34. Auflage des ADAC Zürich 24-Stunden Rennens auf dem
Nürburgring verspricht wieder ein Ereignis der Superlative
zu werden. In diesem Jahr wird erstmals ein Rekordteilnehmerfeld
von 230 Fahrzeugen die Hatz zweimal rund um die Uhr in Angriff
nehmen.
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"Mehr
geht selbst auf der läng-sten Renn-strecke der Welt
nicht", so Rennleiter Hans Schnock. Und bei über 800
Pi-loten aus 30 verschiedenen Na-tionen lässt sich
das Fussball-WM-Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden"
auch getrost auf das 24-Stunden Rennen ummünzen.
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Auch die Zuschauerzahl
dürfte sich heuer bei prognostiziertem Sommerwetter wieder
jenseits der 200.000 einpendeln. Diese erwartet neben der
Quantität auch wieder eine hohe Qualität des Starterfeldes,
von dem das Gros in der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft
sein Zuhause hat. Haushoher Favorit ist das Team Manthey-Racing.
Die in Meuspath am Nürburgring ansässige Truppe wäre längst
für den ersten Gesamtsieg fällig. Bereits im letzten Jahr
dominierte man einen Großteil des Rennens und war klar auf
Siegkurs, als ein Motorschaden in den frühen Morgenstunden
alle Siegchancen jäh be-endete. In diesem Jahr stehen die
Vorzeichen aber mehr als günstig, dass sich der Traum vom
ersten Sieg beim 24-Stunden Rennen für Teamchef Olaf Manthey
endlich realisieren lässt.
Denn bei den ersten drei Läufen der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft
untermauerte die Manthey-Mannschaft mit zwei Gesamtsiegen
und einem zweiten Platz klar ihre Favoritenrolle und bewies,
dass der Porsche GT3 MR rein vom Speed her nur schwer zu
schlagen sein wird. Pilotiert wird das Fahrzeug wie in der
VLN von Lucas Luhr, Timo Bernhard und Marcel Tie-mann. Zusätzlich
hat mit Mike Rockenfeller ein weiterer Porsche-Werks-fahrer
angedockt. Auch vom fahrerischen Potenzial her ist Manthey-Racing
also erstklassig aufgestellt.
Zum engsten Favoritenkreis gehört auch Alzen-Motorsport.
Seit dieser Saison setzt Teamchef Jürgen Alzen zwar nicht
mehr auf den bärenstarken 996 Turbo, doch auch der neu aufgebaute
Porsche 997, in Fachkreisen nur noch "Little Nelly" genannt,
ist ein ernstzunehmender Kandidat auf den Gesamt-sieg. Die
ersten drei VLN-Läufe verliefen aufgrund von zwei Unfällen
der heftigeren Sorte und Problemen mit dem Fahrzeug-Setup
zwar noch nicht ganz nach Wunsch, trotzdem sollte man die
Mannschaft aus dem Wester-wald aber immer auf der Rechnung
haben.
Nicht zuletzt auch wegen der starken Fahrerbesatzung. Zu
Jürgen Alzen und seinem Bruder, Nordschleifen-Spezi Uwe
Alzen, gesellen sich mit Klaus Ludwig und Audi DTM-Werksfahrer
Christian Abt zwei weitere absolute Ring-Asse. Ein solches
ist auch Johannes Scheid. Der zweimalige Sieger des 24-Stunden
Rennens bringt auch in diesem Jahr seinen in den heimischen
Hallen in Kottenborn aufgebauten BMW M3 GTS an den Start.
Doch auch bei Scheid-Motorsport lief die Saison bisher nicht
ganz nach Plan. Nach einem tollen dritten Gesamtrang beim
Auftaktrennen der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft verließ
das Rennglück die Scheid-Truppe wieder genauso schnell,
wie es gekommen war. Nach einem Motorschaden beim zweiten
Lauf endete das dritte Rennen mit einem harten Crash von
Pilot Oliver Kainz. Für Teamchef "Hannes" Scheid standen
und stehen also noch einige Nachtschichten auf dem Programm,
bevor der M3 GTS pünktlich zum ersten Zeittraining an den
Start rollen kann.
Fahrerisch kann sich auch die Scheid-Besatzung sehen lassen.
Neben Johannes Scheid, Dennis Rostek und Oliver Kainz wird
Ex-Opel Werksfahrer Christian Menzel im "Eifelblitz" Platz
nehmen. Am 17./18. Juni wird dann auch eine Marke an den
Nürburgring zurückkehren, die dort schon viele Siege feiern
konnte: Maserati. Sei es in der Formel-1 oder bei Sportwagenrennen,
die Marke mit dem Dreizack im Emblem kann auf viele erfolgreiche
Rennen auf dem Eifel-Parcours zurückblicken.
Das Maserati R&D Factory Team wird in Zusammenarbeit mit
dem Vitaphone Racing Team einen Maserati GranSport Trofeo
sowie einen GranSport "Laboratorio" an den Start bringen.
Im GranSport Trofeo werden neben Gentleman Driver Gianni
Giudici und Ex-Formel-1 Star Jacques Laffite die Journalisten
Patrick Hong und Richard Meaden an den Start gehen. Den
GranSport "Laboratorio", der im Gegensatz zum Schwesterfahrzeug
u.a. mit einer Antriebswelle aus Carbon sowie einem neuen
sequenziellen Getriebe ausgerüstet ist, pilotieren die FIA-GT
Piloten Michael Bartels und Andrea Bertolini sowie Eric
van de Poele und Gianni Giudici.
Ein weiterer echter Augen-und Ohrenschmaus ist auch der
Holden V8 Commodore der australischen Mirage Mannschaft.
Das eingesetzte VX-Modell stammt ursprünglich aus den Beständen
des ehemaligen Formel 1 Piloten und sechsfachen Gewinner
der 1000 km von Bathurst Larry Perkins. Gefahren wurde es
in der australischen V8 Supercar Meisterschaft unter anderem
von Russel Ingall, seines Zeichens Meister dieser Serie
im vergangenen Jahr.
Seit 2004 befindet sich das Fahrzeug im Besitz von Mal Rose,
der das Fahrzeug vorbereitet und unter anderem mit Zusatzscheinwerfern,
der entsprechend angepassten Stromversorgung und einem sequentiellen
Holinger-Sechsganggetriebe 24-stundentauglich veredelt hat.
Die prognosti-zierten 300 km/h auf der Döttinger Höhe lassen
zumindest einiges vom Holden Commodore erwarten, welcher
von Mal Rose sowie Anthony Robson, Kevin Burton und Adam
Wallis pilotiert wird.
Aber nicht nur im Gesamtklassement wird es interessant.
Auch in den ver-schiedenen Klassen geht mitunter viel Prominenz
an den Start. In der Klasse SP6 beispielsweise fährt Ralf
Kelleners zusammen mit Forest Barber und Sven Kehl auf einem
BMW M3. Ebenfalls in der SP6 starten zwei Honda-NSX Type-R.
Das eine Fahrzeug pilotieren Stefan Schlesack, Klaus Niedzwiedz,
Takayuki Kinoshita und Werner Kather, die zweite "Japan-Flunder"
wird neben Niedzwiedz und Schlesack noch von Peter Wyss
und Meinhard Rittmeier bewegt.
Auch der Rapper und Hobby-Rennfahrer Smudo wird sich in
diesem Jahr wieder beim 24-Stunden Rennen versuchen. Mit
einem 280 PS starken Biodiesel-Mustang, dessen Karosserie
komplett aus Pflanzenfasern besteht, will Smudo zusammen
mit Ex-DTM Fahrer Thomas von Löwis of Menar und Thorsten
Stadler die Klasse S1 aufmischen.
So wie es aussieht, steht uns also nicht nur ein meteorologisch,
sondern auch ein sportlich heißes Rennen bevor.
Mein Kollege Michael Bräutigam (der Ihnen auch Teil 2 der
Vorschau liefert) und ich werden ausführlich vom 24-Stunden
Rennen auf auto-sportwelt.de berichten.
Daniel Stoffel