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Die legendären 24 Stunden durch die
grüne Hölle der Eifel - Ausgabe 2006
Vorschau 1

Der Ring ruft zum 34. Mal


Die 34. Auflage des ADAC Zürich 24-Stunden Rennens auf dem Nürburgring verspricht wieder ein Ereignis der Superlative zu werden. In diesem Jahr wird erstmals ein Rekordteilnehmerfeld von 230 Fahrzeugen die Hatz zweimal rund um die Uhr in Angriff nehmen.

"Mehr geht selbst auf der läng-sten Renn-strecke der Welt nicht", so Rennleiter Hans Schnock. Und bei über 800 Pi-loten aus 30 verschiedenen Na-tionen lässt sich das Fussball-WM-Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" auch getrost auf das 24-Stunden Rennen ummünzen.

Auch die Zuschauerzahl dürfte sich heuer bei prognostiziertem Sommerwetter wieder jenseits der 200.000 einpendeln. Diese erwartet neben der Quantität auch wieder eine hohe Qualität des Starterfeldes, von dem das Gros in der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft sein Zuhause hat. Haushoher Favorit ist das Team Manthey-Racing. Die in Meuspath am Nürburgring ansässige Truppe wäre längst für den ersten Gesamtsieg fällig. Bereits im letzten Jahr dominierte man einen Großteil des Rennens und war klar auf Siegkurs, als ein Motorschaden in den frühen Morgenstunden alle Siegchancen jäh be-endete. In diesem Jahr stehen die Vorzeichen aber mehr als günstig, dass sich der Traum vom ersten Sieg beim 24-Stunden Rennen für Teamchef Olaf Manthey endlich realisieren lässt.

Denn bei den ersten drei Läufen der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft untermauerte die Manthey-Mannschaft mit zwei Gesamtsiegen und einem zweiten Platz klar ihre Favoritenrolle und bewies, dass der Porsche GT3 MR rein vom Speed her nur schwer zu schlagen sein wird. Pilotiert wird das Fahrzeug wie in der VLN von Lucas Luhr, Timo Bernhard und Marcel Tie-mann. Zusätzlich hat mit Mike Rockenfeller ein weiterer Porsche-Werks-fahrer angedockt. Auch vom fahrerischen Potenzial her ist Manthey-Racing also erstklassig aufgestellt.

Zum engsten Favoritenkreis gehört auch Alzen-Motorsport. Seit dieser Saison setzt Teamchef Jürgen Alzen zwar nicht mehr auf den bärenstarken 996 Turbo, doch auch der neu aufgebaute Porsche 997, in Fachkreisen nur noch "Little Nelly" genannt, ist ein ernstzunehmender Kandidat auf den Gesamt-sieg. Die ersten drei VLN-Läufe verliefen aufgrund von zwei Unfällen der heftigeren Sorte und Problemen mit dem Fahrzeug-Setup zwar noch nicht ganz nach Wunsch, trotzdem sollte man die Mannschaft aus dem Wester-wald aber immer auf der Rechnung haben.

Nicht zuletzt auch wegen der starken Fahrerbesatzung. Zu Jürgen Alzen und seinem Bruder, Nordschleifen-Spezi Uwe Alzen, gesellen sich mit Klaus Ludwig und Audi DTM-Werksfahrer Christian Abt zwei weitere absolute Ring-Asse. Ein solches ist auch Johannes Scheid. Der zweimalige Sieger des 24-Stunden Rennens bringt auch in diesem Jahr seinen in den heimischen Hallen in Kottenborn aufgebauten BMW M3 GTS an den Start.

Doch auch bei Scheid-Motorsport lief die Saison bisher nicht ganz nach Plan. Nach einem tollen dritten Gesamtrang beim Auftaktrennen der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft verließ das Rennglück die Scheid-Truppe wieder genauso schnell, wie es gekommen war. Nach einem Motorschaden beim zweiten Lauf endete das dritte Rennen mit einem harten Crash von Pilot Oliver Kainz. Für Teamchef "Hannes" Scheid standen und stehen also noch einige Nachtschichten auf dem Programm, bevor der M3 GTS pünktlich zum ersten Zeittraining an den Start rollen kann.

Fahrerisch kann sich auch die Scheid-Besatzung sehen lassen. Neben Johannes Scheid, Dennis Rostek und Oliver Kainz wird Ex-Opel Werksfahrer Christian Menzel im "Eifelblitz" Platz nehmen. Am 17./18. Juni wird dann auch eine Marke an den Nürburgring zurückkehren, die dort schon viele Siege feiern konnte: Maserati. Sei es in der Formel-1 oder bei Sportwagenrennen, die Marke mit dem Dreizack im Emblem kann auf viele erfolgreiche Rennen auf dem Eifel-Parcours zurückblicken.

Das Maserati R&D Factory Team wird in Zusammenarbeit mit dem Vitaphone Racing Team einen Maserati GranSport Trofeo sowie einen GranSport "Laboratorio" an den Start bringen. Im GranSport Trofeo werden neben Gentleman Driver Gianni Giudici und Ex-Formel-1 Star Jacques Laffite die Journalisten Patrick Hong und Richard Meaden an den Start gehen. Den GranSport "Laboratorio", der im Gegensatz zum Schwesterfahrzeug u.a. mit einer Antriebswelle aus Carbon sowie einem neuen sequenziellen Getriebe ausgerüstet ist, pilotieren die FIA-GT Piloten Michael Bartels und Andrea Bertolini sowie Eric van de Poele und Gianni Giudici.

Ein weiterer echter Augen-und Ohrenschmaus ist auch der Holden V8 Commodore der australischen Mirage Mannschaft. Das eingesetzte VX-Modell stammt ursprünglich aus den Beständen des ehemaligen Formel 1 Piloten und sechsfachen Gewinner der 1000 km von Bathurst Larry Perkins. Gefahren wurde es in der australischen V8 Supercar Meisterschaft unter anderem von Russel Ingall, seines Zeichens Meister dieser Serie im vergangenen Jahr.

Seit 2004 befindet sich das Fahrzeug im Besitz von Mal Rose, der das Fahrzeug vorbereitet und unter anderem mit Zusatzscheinwerfern, der entsprechend angepassten Stromversorgung und einem sequentiellen Holinger-Sechsganggetriebe 24-stundentauglich veredelt hat. Die prognosti-zierten 300 km/h auf der Döttinger Höhe lassen zumindest einiges vom Holden Commodore erwarten, welcher von Mal Rose sowie Anthony Robson, Kevin Burton und Adam Wallis pilotiert wird.

Aber nicht nur im Gesamtklassement wird es interessant. Auch in den ver-schiedenen Klassen geht mitunter viel Prominenz an den Start. In der Klasse SP6 beispielsweise fährt Ralf Kelleners zusammen mit Forest Barber und Sven Kehl auf einem BMW M3. Ebenfalls in der SP6 starten zwei Honda-NSX Type-R. Das eine Fahrzeug pilotieren Stefan Schlesack, Klaus Niedzwiedz, Takayuki Kinoshita und Werner Kather, die zweite "Japan-Flunder" wird neben Niedzwiedz und Schlesack noch von Peter Wyss und Meinhard Rittmeier bewegt.

Auch der Rapper und Hobby-Rennfahrer Smudo wird sich in diesem Jahr wieder beim 24-Stunden Rennen versuchen. Mit einem 280 PS starken Biodiesel-Mustang, dessen Karosserie komplett aus Pflanzenfasern besteht, will Smudo zusammen mit Ex-DTM Fahrer Thomas von Löwis of Menar und Thorsten Stadler die Klasse S1 aufmischen.

So wie es aussieht, steht uns also nicht nur ein meteorologisch, sondern auch ein sportlich heißes Rennen bevor.

Mein Kollege Michael Bräutigam (der Ihnen auch Teil 2 der Vorschau liefert) und ich werden ausführlich vom 24-Stunden Rennen auf auto-sportwelt.de berichten.

Daniel Stoffel

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