24.
Mai 2009:
Manthey-Porsche
holt Rekordsieg beim 24h-Rennen
In einem spektakulären
Kampf vor 235.000 Zuschauern konnten sich beim 37. ADAC
Zurich 24h-Rennen die Rekordsieger der vergangenen Jahre
erneut durchsetzen: Timo Bernhard, Marc Lieb, Romain Dumas
und Marcel Tiemann siegten im Porsche 911 GT3 RSR von Manthey
Racing. Nach 155 Runden in der „Grünen Hölle“ der Nürburgring-Nordschleife
liefen sie vor Christian Abt, Jean-Francois Hemroulle, Pierre
Kaffer und Lucas Luhr im Audi R8 LMS von Abt Sportsline
im Ziel ein. Teamchef Olaf Manthey konnte in einem hart
geführten Rennen seiner einmaligen Erfolgsserie den vierten
Sieg in Folge zufügen. Mit dem fünften Sieg seiner Karriere
beim 24h-Rennen setzte sich Marcel Tiemann die Krone des
erfolgreichsten Piloten beim Nürburgring-Klassiker auf.
Mit dem Porsche 911 GT3 Cup S von Emmanuel Collard, Wolf
Henzler, Richard Lietz und Dirk Werner schaffte zudem ein
zweites Manthey-Fahrzeug den Sprung in die Podiumsplatzierungen.
„Das ist absolut phantastisch“, jubelte Marcel Tiemann,
als die Zielflagge am Nürburgring gefallen war. „Manthey
Racing und ich haben heute Geschichte geschrieben. Mein
fünfter Sieg! Ich kann es noch gar nicht richtig glauben.
Er bedeutet mir sogar noch mehr als mein erster Erfolg bei
den 24h. Ein beson-derer Meilenstein für mich ist auch,
ganz oben auf der Siegerliste zu stehen. Ein großes ‘Dankeschön’
an das geniale Team.“
Teamchef Manthey konnte das Kompliment seines erfolgreichsten
Piloten nur zurückgeben. „Ich bin unglaublich stolz auf
meine Fahrer. Ein besseres Quartett als Timo, Marc, Romain
und Marcel kann ich mir für das 24h-Rennen nicht vorstellen.“
Respekt zollten beide auch dem Gegner: „Ein Kompliment geht
auch an Audi für die Klasseleistung“, sagte Marcel Tiemann
und sein Teamchef ergänzte: „Ich war vor dem Rennen sehr
skeptisch, ob wir den Audi-Teams würden Paroli bieten können.
Dass es nun gepasst hat und wir obendrein so erfolgreich
waren, macht mich sehr glücklich.“
Manthey: „Das aufregendste 24h-Rennen meiner Karriere.“
Das Geschehen am Nürburgring wird den Zuschauern lange
in Erinnerung bleiben. Denn die 37. Auflage des Enduranceklassikers
begann mit einem spektakulären, fast einstündigen Windschattenduell
zwischen dem später siegreichen Porsche 911 GT3 RSR mit
der Startnummer 1 und dem Ford GT des Raeder-Teams. Der
Fight von Manthey-Startpilot Marc Lieb mit Polesitter Dirk
Adorf im Ford-Cockpit endete erst, als der Ford beim Überrunden
ein langsameres Fahrzeug touchierte, sich drehte und zurückfiel.
Die Rolle des Co-Spitzenreiters übernahm danach der Phoenix-Audi
mit Marc Basseng, Marcel Fässler, Mike Rockenfeller und
Frank Stippler, der sich bis in die Morgenstunden ein extrem
ausgeglichenes Duell mit dem RSR der späteren Sieger lieferte.
Als auch der GT3-Audi des am Nürburgring be-heimateten Teams
nach einem Antriebswellendefekt zurückfiel, konnte das Schwesterauto
von Abt Sportsline die zweite Position erobern.
Letztlich konnte die Mannschaft um Olaf Manthey durch die
enorme Zuver-lässigkeit siegen, die dem Team der Nordschleifenspezialisten
den ent-scheidenden Vorteil gegenüber den Mitfavoriten verschaffte.
„Das war mit Sicherheit das aufregendste 24h-Rennen, das
ich je erlebt habe“, seufzte der erleichterte Olaf Manthey
nach dem Zieleinlauf.
Der zweitplatzierte Christian Abt bestätigte: „In diesem
Jahr bin ich zum elften Mal das 24h-Rennen gefahren. Doch
noch nie wurde von Beginn an so ein Speed vorgelegt. Ich
bin nun zum fünften Mal Zweiter geworden. Damit bin ich
eigentlich genau so beständig wie Marcel Tiemann – nur mit
dem Unter-schied, dass er fünf Mal eine Stufe höher auf
dem Podium stand. Kompliment an Audi, die erneut bewiesen
haben: Egal wo sie hingehen, sie treten immer richtig auf.“
Optimiertes Reglement sorgte für spannenden und sicheren
Sport
Zu einem Motorsport-Krimi wurde das 24h-Rennen auch,
weil das seit diesem Jahr gültige Reglement der Veranstaltung
zu einer enormen Ausgeglichenheit unter den Spitzenteams
führte. Die größten Fahrzeugklassen mussten tech-nische
Einschnitte hinnehmen, die neu zugelassenen GT3-Fahrzeuge
avan-cierten auf Anhieb zu Siegkandidaten.
„Unsere Hoffnungen haben sich in dieser Beziehung voll bestätigt“,
freute sich Rennleiter Walter Hornung, „denn in diesem Jahr
hatten wir so viele siegver-dächtige Fahrzeuge wie selten
zuvor.“ Neben den erfolgreichen Porsche- und Audi-Modellen
sorgten etwa Nürburgring-Architekt Hermann Tilke und seine
Mitstreiter für Furore, als sie im bildschönen Ford GT die
Pole-Position eroberten und sich zu Rennbeginn einen atemberaubenden
Fight mit den späteren Siegern lieferten.
„Auch die Dodge Viper des Mintgen-Teams, Schubert- und Alpina-BMW
waren absolut wettbewerbsfähig“, beschrieb Hornung. „Zeitweise
waren in den Top 10 bis zu vier verschiedene Fabrikate vertreten.“
Auch eine weitere Neuerung im Reglement erwies sich als
richtiger Schritt: Die schwächsten Fahrzeugklassen sind
seit diesem Jahr nicht mehr start-berechtigt. Walter Hornung:
„Das führte zu spürbar geringeren Geschwin-digkeitsunterschieden
auf der Strecke und dadurch zu mehr Sicherheit. Wir freuen
uns, dass wir deutlich weniger Unfälle zu verzeichnen hatten
als in den Vorjahren.“