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26. Rallye "Dakar"
Clermont-Ferrand - Marokko - Dakar
1. bis 18. Januar 2004
Streckenlänge: 11.163 km * 16 Prüfungen = 5.428 km

Interview mit Andrea Mayer:
"Eine Dakar-Rallye muss hart sein"

Dies ist Ihre zweite Dakar mit dem Auto. Die Jahre zuvor sind Sie mit dem Motorrad gestartet. War die letzte Woche die härteste, die Sie bei einer Dakar erlebt haben?

Andrea Mayer, Sechste der Gesamtwertung, Mitsubishi Pajero T2:
"Definitiv nein, weil wir jetzt zwei Tage Pause haben. Das här-teste Jahr war 1998 mit dem Motorrad. Wir sind die gleiche Prüfung von Tidjikja nach Néma gefahren, aller-dings in anderer Richtung. Danach gab es keine Pause. Es waren sehr lange Tage und wir sind bis spät abends gefahren. Das war meine härteste Dakar."

Sie haben bei Ihrem ersten Einsatz als Werkspilotin zusammen mit Beifahrer Andreas Schulz die Rolle als "schnelle Eingreiftruppe", die die Kollegen im Notfall unterstützt. Was bedeutet das für Sie?

Andrea Mayer: "Es ist toll, in dieses Team voll integriert zu sein. Ich erfülle die mir gestellte Aufgabe so gut es mir möglich ist. Darüber hinaus sammle ich viele wichtige Erfahrungen. Ich fahre erstmals ein wirkliches Top-Auto und kann meine Leistung gut mit denen der Spitzenfahrer vergleichen. Ich merke, dass ich besonders auf schnellen Strecken noch Einiges nachlegen muss."

Obwohl Sie auf zwei Prüfungen Probleme mit der Aufhängung hatten, sind Sie Sechste der Gesamtwertung. Wie bereiten Sie das Auto vor, bevor es am Dienstag weiter geht?

Andrea Mayer: "Die Mechaniker haben das Auto (an der gebrochenen Federbein-Aufnahme) ordentlich geschweißt. Ich werde besonders auf steinigen Untergründen etwas vorsichtiger zu Werke gehen. 


Nachtarbeit im Camp am Mitsubishi Pajero von Andrea Mayer

Der Dakar-Veranstalter A.S.O. hat zwei Prüfungen gestrichen. Was denken Sie darüber?

Andrea Mayer: "Wenn die Entscheidung aus Sicherheitsgründen (wegen drohender Angriffe) gefallen ist, muss man das akzeptieren. Hat man es aus Rücksicht auf die Fahrer gemacht, die bis nachts in den Dünen waren, muss ich leider nein sagen. Ich denke, eine Dakar muss hart sein. Im Vorjahr haben wir das Etappenziel immer um 14.00 Uhr erreicht. Das ist doch keine echte Dakar. Eine authentische Dakar muss das härteste Rennen des Jahres sein. Wer eine schöne Wüstenrallye fahren will, soll in Tunesien, Marokko oder Dubai starten. Bei der Dakar müssen Mensch und Maschine an ihr äußerstes Limit gehen."

Mitsubishi hat einen großen Vorsprung. Die Konkurrenz kann aus eigener Kraft kaum noch siegen, nur noch auf Fehler von Mitsubishi hoffen. Wie geht man mit so einer Situation um?

Andrea Mayer: "Wir sollten jetzt mit der gebotenen Vorsicht agieren und müssen uns bis zum letzten Tag voll konzentrieren. Mitsubishi hat die Rallye nicht gewonnen, bevor wie über die Ziellinie gefahren sind. Zu schnell kann etwas kaputt gehen oder ein Team sich verfahren."

Was erwarten Sie von den letzten sechs Tagen der Dakar 2004?

Andrea Mayer: "Ich glaube es wird ähnlich hart wie an den vergangen Tagen. Wir haben noch eine Marathon-Etappe und eine schwere Prüfung in den Dünen. Fehler passieren da schnell, wir müssen wirklich aufpassen. 

Was sagen Sie zum Dakar-Debüt von Ex-Rallye-Weltmeister Colin McRae?

Andrea Mayer: "Er fährt besser als wohl alle erwartet haben. Er agiert sehr besonnen. Und für die Probleme konnte er nichts. Er kommt bestimmt wieder."


Stimmen von Stéphane Peterhansel und Hiroshi Masuoka

Stéphane Peterhansel, Gesamtführender, Mitsubishi Pajero Evolution: "Die letzte Woche wird sicher nicht einfach. Da sind vier oder fünf Prüfungen, die nicht sehr lang sind, aber hart. Bei der Dakar kann immer etwas passieren. Man muss immer voll konzentriert sein. Hiroshi und mich trennt eine Stunde. Ich bin mir sicher, dass er die nächsten Tage angreifen wird. Ich werde weiter mein Tempo fahren und versuchen, ihn hinter mir zu lassen. Es ist aber auf dem Prüfungen schwer einzuschätzen, wie nah er an mich herankommt. Das ist keine leichte Situation für mich. Denn genau dabei unterlaufen einem schnell Fehler. 

Hiroshi Masuoka, Zweiter der Gesamtwertung, Mitsubishi Pajero Evolution: "Es wird sehr schwer für mich, noch zu gewinnen. Mit einer Stunde Rückstand bleibt mir eigentlich nur, mich auf meinen zweiten Platz zu konzentrieren. Bei Mitsubishi gibt es keine Teamorder. Aber wir haben noch zwei richtig schwere Prüfungen bei Tidjikja. Die Prüfungen in Mali und Burkina-Faso mag ich eigentlich nicht so. Dort laufen viele Menschen und Tiere auf der Strecke und es gibt viele versteckte Fallstricke. Zudem fahren wir dort mit hohen Geschwindigkeiten. Man muss sich voll konzentrieren. 



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