Interview mit Andrea Mayer:
"Eine Dakar-Rallye muss hart sein"
Dies ist Ihre zweite Dakar mit dem Auto. Die Jahre zuvor sind Sie mit dem Motorrad
gestartet. War die letzte Woche die härteste, die Sie bei einer Dakar erlebt
haben?
Andrea
Mayer, Sechste der Gesamtwertung, Mitsubishi Pajero T2:
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"Definitiv
nein, weil wir jetzt zwei Tage Pause haben. Das här-teste Jahr war 1998 mit
dem Motorrad. Wir sind die gleiche Prüfung von Tidjikja nach Néma
gefahren, aller-dings in anderer Richtung. Danach gab es keine Pause. Es waren
sehr lange Tage und wir sind bis spät abends gefahren. Das war meine härteste
Dakar."
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Sie haben bei Ihrem ersten Einsatz als Werkspilotin zusammen mit Beifahrer
Andreas Schulz die Rolle als "schnelle Eingreiftruppe", die die Kollegen
im Notfall unterstützt. Was bedeutet das für Sie?
Andrea Mayer: "Es ist toll, in dieses Team voll integriert zu sein. Ich
erfülle die mir gestellte Aufgabe so gut es mir möglich ist. Darüber
hinaus sammle ich viele wichtige Erfahrungen. Ich fahre erstmals ein wirkliches
Top-Auto und kann meine Leistung gut mit denen der Spitzenfahrer vergleichen.
Ich merke, dass ich besonders auf schnellen Strecken noch Einiges nachlegen muss."
Obwohl Sie auf zwei Prüfungen Probleme mit der Aufhängung hatten,
sind Sie Sechste der Gesamtwertung. Wie bereiten Sie das Auto vor, bevor es am
Dienstag weiter geht?
Andrea Mayer: "Die Mechaniker haben das Auto (an der gebrochenen Federbein-Aufnahme)
ordentlich geschweißt. Ich werde besonders auf steinigen Untergründen
etwas vorsichtiger zu Werke gehen.
Nachtarbeit im Camp am Mitsubishi
Pajero von Andrea Mayer
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Der Dakar-Veranstalter A.S.O. hat zwei Prüfungen gestrichen. Was denken
Sie darüber?
Andrea Mayer: "Wenn die Entscheidung aus Sicherheitsgründen (wegen
drohender Angriffe) gefallen ist, muss man das akzeptieren. Hat man es aus Rücksicht
auf die Fahrer gemacht, die bis nachts in den Dünen waren, muss ich leider
nein sagen. Ich denke, eine Dakar muss hart sein. Im Vorjahr haben wir das Etappenziel
immer um 14.00 Uhr erreicht. Das ist doch keine echte Dakar. Eine authentische
Dakar muss das härteste Rennen des Jahres sein. Wer eine schöne Wüstenrallye
fahren will, soll in Tunesien, Marokko oder Dubai starten. Bei der Dakar müssen
Mensch und Maschine an ihr äußerstes Limit gehen."
Mitsubishi hat einen großen Vorsprung. Die Konkurrenz kann aus eigener
Kraft kaum noch siegen, nur noch auf Fehler von Mitsubishi hoffen. Wie geht man
mit so einer Situation um?
Andrea Mayer: "Wir sollten jetzt mit der gebotenen Vorsicht agieren und
müssen uns bis zum letzten Tag voll konzentrieren. Mitsubishi hat die Rallye
nicht gewonnen, bevor wie über die Ziellinie gefahren sind. Zu schnell kann
etwas kaputt gehen oder ein Team sich verfahren."
Was erwarten Sie von den letzten sechs Tagen der Dakar 2004?
Andrea Mayer: "Ich glaube es wird ähnlich hart wie an den vergangen
Tagen. Wir haben noch eine Marathon-Etappe und eine schwere Prüfung in den
Dünen. Fehler passieren da schnell, wir müssen wirklich aufpassen.
Was sagen Sie zum Dakar-Debüt von Ex-Rallye-Weltmeister Colin McRae?
Andrea Mayer: "Er fährt besser als wohl alle erwartet haben. Er agiert
sehr besonnen. Und für die Probleme konnte er nichts. Er kommt bestimmt wieder."
Stimmen von Stéphane Peterhansel und Hiroshi Masuoka
Stéphane Peterhansel, Gesamtführender, Mitsubishi Pajero Evolution:
"Die letzte Woche wird sicher nicht einfach. Da sind vier oder fünf
Prüfungen, die nicht sehr lang sind, aber hart. Bei der Dakar kann immer
etwas passieren. Man muss immer voll konzentriert sein. Hiroshi und mich trennt
eine Stunde. Ich bin mir sicher, dass er die nächsten Tage angreifen wird.
Ich werde weiter mein Tempo fahren und versuchen, ihn hinter mir zu lassen. Es
ist aber auf dem Prüfungen schwer einzuschätzen, wie nah er an mich
herankommt. Das ist keine leichte Situation für mich. Denn genau dabei unterlaufen
einem schnell Fehler.
Hiroshi Masuoka, Zweiter der Gesamtwertung, Mitsubishi Pajero Evolution: "Es
wird sehr schwer für mich, noch zu gewinnen. Mit einer Stunde Rückstand
bleibt mir eigentlich nur, mich auf meinen zweiten Platz zu konzentrieren. Bei
Mitsubishi gibt es keine Teamorder. Aber wir haben noch zwei richtig schwere Prüfungen
bei Tidjikja. Die Prüfungen in Mali und Burkina-Faso mag ich eigentlich nicht
so. Dort laufen viele Menschen und Tiere auf der Strecke und es gibt viele versteckte
Fallstricke. Zudem fahren wir dort mit hohen Geschwindigkeiten. Man muss sich
voll konzentrieren.