20.12.2003
Mitsubishi will Dakar-Siegesserie mit dem neunten Triumph fortsetzen
- Mitsubishi-Werksquartett kämpft um vierten Sieg in
Folge
- Andrea Mayer erstmals im Werks-Cockpit
- Insgesamt bestreiten 24 Geländewagen von Mitsubishi den
Wüstenklassiker
11.720 Kilometer legt der durchschnittliche deutsche Autofahrer
pro Jahr zurück -auf gut ausgebauten Straßen. Die Marathon-Piloten
bei der Rallye Dakar 2004 müssen mit 11.090 Kilometer, davon
5430,5 Kilometer in Wertung, fast die gleiche Distanz in nur 18
Tagen bewältigen - meist bei Gluthitze, über tückischen
Sand, haushohe Dünen und Reifen-mordendes Geröll. Mit
anderen Worten: Die "Dakar" ist die wohl größte
Herausforderung im Motorsport. Mitsubishi stellt sich der "Königin"
der Wüstenrallyes bereits zum 22. Mal. Acht Siege haben Pajero-Piloten
seit dem Dakar-Debüt des Mitsubishi-Geländewagens im
Jahr 1983 eingefahren. Damit ist Mitsubishi der erfolg-reichste
Hersteller der seit 1979 ausgetragenen Rallye. 1992 belegten Mitsubishi-Piloten
alle Podiumsplätze, 1997, 1998 und 2002 gelangen sogar Vierfach-Siege.
Seit 2001 ist Mitsubishi ungeschlagen. Ab dem 1. Januar 2004 greift
die Marke mit den drei Diamanten nach dem vierten Sieg in Folge.
Ein hoch gestecktes Ziel, zumal das Starterfeld so stark besetzt
ist wie lange nicht mehr. Aber die vier Mitsubishi-Werksteams
haben einen großen Vorteil: Sie fahren die besten Pajero
aller Zeiten. Vorjahressieger Hiroshi Masuoka aus Japan, der Franzose
Stéphane Peterhansel, der die Dakar bereits sechsmal mit
dem Motorrad gewonnen hat, und der zweifache Rallye-Weltmeister
Massimo Biasion aus Italien werden in weiterentwickelten Pajero
Evolution starten. Auch der Pajero T2 von Andrea Mayer und ihrem
Beifahrer Andreas Schulz wurde nochmals im Detail verbessert.
Beim Pajero Evolution wuchs der Hubraum des V6-Motors um einen
halben auf vier Liter. Das Triebwerk verfügt wie sein Vorgänger
über rund 270 PS, braucht aber weniger Drehzahlen, um sein
Potenzial abzurufen, was gerade im Geländeeinsatz vorteilhaft
ist. Weitere wichtige Neuheit sind die hydraulischen Stabilisatoren,
die die Wankbewegungen des Fahrzeugs reduzieren. Eine geänderte
Feder/Dämpfer-Abstimmung und eine effektivere Kühlung
der Antriebs-Aggregate bringen weitere Vorteile. Bei ausgiebigen
Testfahrten haben sich die Änderungen ebenso bewährt
wie beim ersten Wettbewerbseinsatz. Stéphane Peterhansel
siegte im Oktober beim Finale zum Marathon-Weltcup in den Vereinigten
Arabischen Emiraten.
Welches Potenzial im bewährten Pajero T2 steckt, den Andrea
Mayer durch Afrika steuern wird, beweisen die Dakar-Siege 2001
und 2002 sowie der zweite Platz von Jean-Pierre Fontenay im Vorjahr.
Für die aktuelle Auflage wurde der Allrad-Klassiker in besonders
stark beanspruchten Baugruppen verstärkt.
Alle vier Fahrer haben großes Vertrauen in ihre Pajero,
wie auch Andrea Mayer unterstreicht. "Die Dakar 2004 ist
deutlich anspruchsvoller als im Vorjahr, war für uns ein
Vorteil ist, denn je schwieriger das Gelände ist, desto besser
können wir die Geländeeigenschaften und die Zuverlässigkeit
unserer Pajero ausspielen", erklärt die Allgäuerin.
Andrea Mayer zählt 2004 erstmals zum Werkskader. "Das
ist ein großer Sprung für mich", erklärt
sie. "Die Professionalität, mit der die Werksmannschaft
arbeitet, ist beeindruckend. Das hat sich schon während der
Vorbereitungszeit gezeigt. Es gab immer wieder Workshops, bei
denen nicht nur das Fahren, sondern auch unsere Fitness trainiert
wurden. Noch im Dezember mussten wir in der Bretagne ordentlich
schwitzen. Außerdem haben wir in einem Technik-Seminar gelernt,
die Autos zu reparieren." Andrea Mayer und Beifahrer Andreas
Schulz wurden auf beide Pajero-Typen geschult, weil sie bei der
Rallye die Aufgabe haben, im Notfall den drei Teamkollegen zur
Hilfe zu kommen. "Wir haben Ersatzreifen und andere Teile
für die Evos an Bord. Bei Problemen bleiben wir stehen und
packen mit an", erklärt Mayer.
Rund 50 Personen umfasst die Werksmannschaft von Mitsubishi bei
der Dakar. Zwei Renn-Lkw folgen den Einsatzautos im Wettbewerb.
Zwölf Service-Fahrzeuge, sieben Lkw und fünf Pkw, begleiten
die Rallye auf einer Parallel-Route und stoßen jeweils im
Etappenziel zu den Wettbewerbs-Fahrzeugen. Mit zwei Ausnahmen:
Die Etappen acht und neun sowie vierzehn und fünfzehn sind
als Marathon-Prüfungen ausgelegt. Das heißt, im Zwischenziel
müssen die Fahrer auf die Mithilfe der Service-Crews verzichten.
"Besonders hart ist die Kombination aus achter und neunter
Prüfung, da wir am zweiten Tag ohne Zwischenservice die mit
736 Wertungskilometern längste und auch schwerste Etappe
der Rallye bestreiten müssen", so Mayer.
Die Dakar 2004 startet am 1. Januar mit dem Prolog in der Nähe
der mittelfranzösischen Stadt Clermond-Ferrand. Auf dem 1758
Kilometer langen Weg nach Tanger müssen die Piloten am zweiten
und dritten Tag lediglich zwei kurze Prüfungen absolvieren,
bevor sie in den Norden Afrikas per Schiff übersetzen. "Das
ist ideal, um sich an das Auto zu gewöhnen. Zeiten sind hier
nebensächlich. Man sollte nur aufpassen, nicht zu weit zurückzufallen",
erklärt Andrea Mayer. Auch die drei Prüfungen in Marokko
sind "gut geeignet zum Aufwärmen."
Steinige Pisten bergen allerdings die Gefahr von Reifenschäden.
Die eigentliche Herausforderung beginnt in Mauretanien, wenn die
Rallye-Karawane am siebten Tag in die Sahara vordringt. In der
Stadt Tidjikja beginnt am 9. Januar eine Schleife, die durch die
Länder Mali und Burkina Faso führt, bevor sie am 15.
Januar wieder in Tidjikja endet. Über Nouakchott führt
die Route ins Ziel an den berühmten "Lac Rosé"
in der senegalesischen Hafenstadt Dakar. "Die beiden Teilstücke
um Nouakchott sind eine harte Nuss für die navigierenden
Beifahrer. Das gilt besonders für die vorletzte Etappe, denn
sie ist eine von zwei Prüfungen, die ohne GPS-Navigation
gefahren werden müssen."
Zu den insgesamt 24 Mitsubishi, die bei der Dakar 2004 antreten,
zählen neben den vier Werksteams auch sieben Fahrzeuge, die
von der Mitsubishi-Kundensportabteilung Ralliart betreut werden.
Die internationale Besetzung des Fahrerkaders zeigt, welchen guten
Ruf die Mitsubishi Geländewagen weltweit genießen:
Nasser Saleh Al-Attiyah aus Quatar, der Pole Lukasz Komornicki
und sein französischer Markenkollege Dominique Housieaux
steuern Pajero-Modelle mit Benzin-Motoren, Luo Ding aus China,
Klever Kolberg aus Brasilien sowie José-Luis Monterde aus
Spanien setzen auf Diesel-Triebwerke, der Thailänder Pornsawan
Siriwattanakul bestreitet die Rallye mit einem L200 Pick-up.
Auf alle Mitsubishi-Piloten und die anderen über 500 Starter
in den Klassen Auto, Motorrad und Lkw wartet ab dem 1. Januar
eine Aufgabe, die Mitsubishi-Teamchef Dominique Serieys wie folgt
beschreibt: "Wir haben wohl alle erkannt, dass die Dakar
2004 eine sehr lange und schwierige Rallye ist und der Wettbewerb
immer stärker wird."
Das Mitsubishi-Werksteam bei der Rallye Dakar 2004
Startnr. 201, Hiroshi Masuoka (J)/Gilles Picard (F), Pajero Evolution
Startnr. 203, Stéphane Peterhansel (F)/Jean-Paul Cottret
(F), Pajero Evolution
Startnr. 206, Massimo Biasion (I)/Tiziano Siviero (I), Pajero
Evolution
Startnr. 211, Andrea Mayer (D)/Andreas Schulz (D), Pajero T2