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28. Rallye "Dakar"
Lissabon - Marokko - Dakar
31. Dezember 2005 bis 16. Januar 2006
Streckenlänge: 9.043 km * 15 Prüfungen = 4.813 km
Rallye Dakar - 15. Etappe - 15. Januar 2006:

Erster Sieg für Alphand mit Trauerflor

Die Rallye Dakar ist erstmals ohne ein sportliches Finale beendet worden. Angesichts der zwei tödlich verunglückten jungen Zuschauer am Freitag und Samstag verzichtete die Organisation auf eine Zeitwertung der letzten Etappe. "Ich bin über die tragischen Ereignisse in den letzten Tagen sehr traurig. Aus Respekt vor den Toten und deren Familien haben wir ent-schieden, die letzte Etappe ohne Zeitwertung durchzuführen", erklärte der Sportdirektor Etienne Lavigne. "Die senegalesischen Behörden haben uns aber gebeten, auf den Zieleinlauf und die Siegerehrung nicht zu verzich-ten, weil dies ein nationales Ereignis in Senegal sei."

Drei Menschen verunglückten in der letzten Dakar-Woche tödlich. Am Montag, 9. Januar, starb der australische Motorradfahrer Andy Caldecott nach einem Sturz an einem Halswirbelbruch. Am Freitag wurde ein zehn-jähriger Junge beim Überqueren der Straße vom Rallyeauto des Letten Maris Saukans erfasst und tödlich verletzt. Am Samstag kam ein zwölf-jähriger Junge nach einem Unfall mit einem Service-Fahrzeug zu Tode. Die Zahl der Dakar-Todesopfer erhöhte sich auf 48. Vor genau 20 Jahren starben bei einem Hubschrauber-Absturz der Franzose Thierry Sabine, Erfinder der Rallye Dakar, und vier weitere Personen.

Für den Franzosen Luc Alphand (Mitsubishi Pajero) und den Spanier Marc Coma (KTM) wurden ihre ersten Dakar-Triumphe zu einem Sieg mit Trauerflor. Der frühere alpine Ski-Weltcupsieger Alphand gewann seine erste Rallye Dakar mit einem Vorsprung von 17:53 Minuten auf den Südafrikaner Giniel de Villiers im VW Race-Touareg. Rang drei mit einem Rückstand von bereits 1:50:38 Stunden sicherte sich der Spanier Joan-Nani Roma in einem weiteren Mitsubishi. Der japanische Automobil-hersteller Mitsubishi fuhr unter Alphand seinen elften Dakar-Erfolg und den sechsten Sieg hintereinander ein. In der Motorradwertung siegte erstmals Marc Coma, der für den österreichischen Motorradhersteller KTM den sechsten Erfolg erreichte. Um 1:13:29 Stunden verwies er den KTM-Kollegen und Vorjahressieger Cyril Despres (Frankreich) auf den zweiten Platz.

"Gestern hatte ich mich auf eine große Beach-Party gefreut, aber heute nicht mehr", sagte Alphand, der im letzten Jahr Zweiter hinter seinem Landsmann und Mitsubishi-Partner Stéphane Peterhansel (2006: Platz vier) Zweiter wurde und 1998 erstmals beim Marathon-Klassiker startete. Der dreifache Ski-Weltcupgewinner beendete 1997 seine Karriere als Skirennläufer und widmete sich ab 1998 seiner zweiten Passion, dem Automobilsport. Nicht nur im offenen Gelände ist der 40-Jährige schnell, auch auf der Rundstrecke. Von 2001 bis 2005 kam er jedes Mal ins Ziel der 24 Stunden von Le Mans, mit Gesamtrang 16 im Porsche GT3 als bestem Ergebnis.

Die Rallye Dakar war diesmal ein echtes Kräftemessen zwischen dem Seriensieger Mitsubishi und dem Herausforderer Volkswagen. Bei den Etappensiegen bot VW Mitsubishi Paroli, beide gewannen jeweils fünf Etappen. VW führte fünfmal, Mitsubishi jedoch zehnmal. In den ersten Tagen dominierte VW mit dem spanischen Dakar-Neuling Carlos Sainz und später mit De Villiers. Danach wurde VW durch verschiedene Probleme etwas zurückgeworfen. Die Kölnerin Jutta Kleinschmidt, in der ersten Woche noch gute Aussichten auf ihren zweiten Dakar-Sieg nach 2001, gab bei ihrer 15. Dakar am Mittwoch mit beschädigter Radauf-hängung auf.


Rettete die VW-Ehre auf Rang zwei: Giniel de Villiers

Mit dem zweiten Platz erreichte De Villiers das beste Dakar-Ergebnis für VW nach dem Sieg von Freddy Kottulinsky 1980 im Iltis, das beste Resultat eines Dieselfahrzeugs bei der Dakar überhaupt und die beste Platzierung eines deutschen Automobilherstellers nach dem Porsche-Sieg von 1986. "Die Chance zum Sieg war da, aber wir konnten sie nicht nutzen, auch wenn wir den Seriensieger über weite Strecken spürbar unter Druck gesetzt haben. Die Defekte, die wir hatten, waren im Grunde geringfügig, aber in der Wirkung erheblich", bilanzierte Volkswagen Sportdirektor Kris Nissen den dritten Dakar-Start mit dem Race-Touareg.


WP 14 (Ende):
1. Alphand 53.47.32"
2. De Villiers 17.53
3. Roma 1:50.38
4. Peterhansel 3:20.24

5. Miller

3:23.25
6. Schlesser 4:09.23
7. Sousa

5:40.11

8. Saby 8:14.45
Dakar-Links:
 
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