Rallye
Dakar - 15. Etappe - 15. Januar 2006 - VW-Info
Volkswagen mit Giniel de Villiers
Zweiter bei Rallye Dakar
Rettete
die VW-Ehre auf Rang zwei: Giniel de Villiers |
Volkswagen hat mit Platz zwei bei der hart umkämpften
Rallye Dakar 2006 durch Giniel de Villiers (Südafrika)
und Tina Thörner (Schweden) eine neue Bestmarke erreicht:
Erstmals belegte in der Geschichte des seit 1979 ausgetragenen
Wüstenklassikers mit dem neuen Race Touareg 2, der
von einem 275 PS starken TDI-Motor angetrieben wird,
ein Auto mit Diesel-Antrieb den zweiten Platz. Gleichzeitig
verbesserte sich das Motorsport-Team der Marke nochmals
um eine Position gegenüber dem Vorjahres-Ergebnis,
als mit der ersten Generation des Race Touareg erstmals
ein Auto mit Dieselmotor einen Podiumsplatz errungen
hatte.
Mit fünf Etappensiegen, drei zweitbesten und acht
drittbesten Zeiten sowie fünf Tagen in Führung liegend
– darunter eine Dreifach-Führung an zwei Tagen – verbesserte
Volkswagen auch seine Bilanz an Einzeler-folgen gegenüber
dem vergangenen Jahr. Mark Miller/Dirk von Zitzewitz
(USA/D) auf Platz fünf, Bruno Saby/Michel Périn (F/F)
als Achte und Carlos Sainz/Andreas Schulz (E/D) auf
dem elften Platz komplettieren das Ergebnis der Wolfsburger.
Jutta Kleinschmidt/Fabrizia Pons (D/I) schieden nach
einem Unfall vorzeitig aus.
"Natürlich freuen wir uns über den zweiten Platz für
Volkswagen sowie für Giniel de Villiers und Tina Thörner
bei der diesjährigen Rallye Dakar, die überaus hart,
schnell und spannend war", erklärt Volkswagen Motorsport-Direktor
Kris Nissen. "Gleichzeitig sind wir enttäuscht, dass
wir nicht gewonnen haben. Der Sieg war unser Ziel.
Die Chance und das Potenzial waren vorhanden, doch
wir haben sie leider nicht genutzt. Herzlichen Glückwunsch
an Mitsubishi, an Luc Alphand und an Gilles Picard
zum Sieg."
Kris Nissen, seit Sommer 2003 verantwortlich für die
Motorsport-Aktivi-täten der Marke Volkswagen, weiter:
"Trotzdem bedeutet unser Abschnei-den gegenüber dem
Vorjahr wieder eine Steigerung. Wir haben fünf Etap-pensiege
erreicht. In der Gesamtwertung belegen wir die Plätze
zwei, fünf, acht und elf. Es ist die beste Platzierung
eines Dieselfahr-zeuges bei der Rallye Dakar und die
beste Platzierung eines deutschen Automobil-Herstellers
seit dem Porsche-Sieg 1986. Wir haben in allen Bereichen
– Technik, Team, Logistik – riesige Fortschritte erzielt.
Ich denke, wir haben Seriensieger Mitsubishi erheblich
unter Druck gesetzt. Unser Fazit ist, dass wir der
starken Konkurrenz in fast allen Bereichen zumindest
eben-bürtig waren, uns jedoch an wenigen Stellen noch
verbessern müssen. Am Race Touareg 2 müssen wir lediglich
ein wenig Feinschliff vornehmen, um uns vor allem
im tiefen, weichen Sand zu ver-bessern. Da haben wir
in diesem Jahr entscheidend verloren."
Giniel de Villiers, der erst zum vierten Mal die Rallye
Dakar bestritt und nach dem sechsten Tag sogar führte,
lag seit der achten von 15 Etappen ständig unter den
ersten drei Teams in der Gesamtwertung. Auf der anspruchsvollen
zwölften Etappe rückte der 33 Jahre alte Südafrikaner
nach einem Fehler des achtmaligen "Dakar"-Siegers
Stéphane Peter-hansel auf die zweite Position vor.
Der stets hoch konzentrierte de Villiers und seine
schwedische Beifahrerin Tina Thörner, die vor neun
Monaten von Volkswagen verpflichtet wurden, zeigten
auch in schwierigstem Gelände und auf der Marathon-Etappe
bis zum Schluss ihre Leistungs-fähigkeit und verringerten
den Abstand zu Sieger Luc Alphand in einem Schluss-Spurt
an den letzten Tagen auf 17 Minuten.
Zweitbestes Volkswagen Team im Ziel sind der Amerikaner
Mark Miller und sein deutscher Beifahrer Dirk von
Zitzewitz. Miller, der erst seinen zweiten Einsatz
für Volkswagen bestritt und zum dritten Mal bei der
Rallye Dakar startete, überraschte viele etablierte
Gegner mit seinem kalkuliert hohen Tempo. Drei Zeiten
unter den besten drei Teams im Tagesergebnis, darunter
eine auf die Sekunde mit Stéphane Peterhansel gleiche
Zeit auf der zweitlängsten Etappe am achten Tag der
Rallye, zeigten das Talent des aus Arizona stammenden
Amerikaners. Zwei Überschläge auf der siebten Etappe
verhinderten, dass das amerikanisch-deutsche Duo im
Endergebnis noch besser abgeschnitten hat.
Bruno Saby mit Beifahrer Michel Périn wurden mit Platz
acht deutlich unter Wert geschlagen. Die beiden Marathon-Rallye-Weltcupsieger
des Vorjahres lagen nach der sechsten Etappe nur 3.57
Minuten hinter der Spitze auf Platz sechs, als sie
durch eine gelockerte Verbindung in der Kraftstoffversorgung
fast sieben Stunden Zeit verloren. Vom 22. Gesamt-rang
kämpften sich die beiden früheren "Dakar"-Sieger aus
Frankreich binnen vier Etappen wieder um 14 Plätze
vor.
Carlos Sainz und Andreas Schulz dominierten die Rallye
zu Beginn. "Dakar"-Neuling Sainz, mit 26 Siegen im
klassischen Rallyesport ein Rekordhalter, bewies beim
Umstieg in den Marathon-Rallyesport sein herausragendes
Talent. Vier Etappensiege sowie die Führungsposition
an vier der ersten fünf Tage unterstreichen die Qualitäten
des spanisch-deutschen Duos. Ein Kupplungsdefekt auf
der achten Etappe, die Folge eines Befreiungsmanövers
aus tiefem Sand am Vortag, warf den zwei-maligen Rallye-Weltmeister
aussichtslos um mehr als acht Stunden auf Platz 16
zurück. Bis ins Ziel verbesserte sich das Duo auf
den elften Platz.
Jutta Kleinschmidt und Fabrizia Pons schieden auf
der elften Etappe wegen einer irreparablen Beschädigung
als Folge eines Unfalls aus. An fünfter Stelle liegend,
traf das deutsch-italienische Damen-Duo auf dem Weg
von Kayes nach Bamako nach einem tiefen Schlagloch
einen Baum-stumpf so unglücklich, dass die Radaufhängung
vorne rechts am Race Touareg so sehr beschädigt wurde,
dass sie vor Ort nicht repariert werden konnte. Damit
kam eine schöne Serie zum Ende: Jutta Kleinschmidt
und Fabrizia Pons waren bislang mit Volkswagen stets
im Ziel.
#301 – Bruno Saby (F)
"Die Marke Volkswagen hat gezeigt, dass sie ihren
Platz bei der ‚Dakar’ hat. Das ist für die gesamte
Mannschaft eine Bestätigung und Motivation für die
Zukunft. Wir hätten hier siegen können. Ich persönlich
bin ein wenig enttäuscht, denn wir hatten nur ein
einziges Problem, das uns rund sieben Stunden Zeit
gekostet hat. Wenn das nicht gewesen wäre, hätten
wir um den Sieg kämpfen können. Wir wären gern bis
zuletzt vorne mitge-fahren."
#301 – Michel Périn (F)
"Ich sehe diese Rallye sehr positiv, wir haben uns
seit dem vergangenen Jahr stark verbessert. Natürlich
bin ich ein wenig enttäuscht, denn ein Sieg wäre sehr
schön gewesen. Ich habe das Gefühl, dass Bruno Saby
und ich hier etwas Großes hätten vollbringen können.
Giniel und Tina haben einen tollen Job gemacht. Wir
sind stolz, Teil dieses Teams zu sein."
#303 – Jutta Kleinschmidt (D)
"Für Volkswagen war es eine erfolgreiche Rallye. Ein
zweiter Rang mit nur einem knappen Rückstand auf den
Sieger ist eine deutliche Stei-gerung zum Vorjahr.
Wir hätten natürlich gerne gewonnen, aber Erfolge
kann man nicht programmieren. Die erste Woche ist
sehr gut gelaufen, es war ein sehr enger Kampf. Zum
Teil lagen die Top Drei innerhalb von 30 Sekunden.
Ich persönlich hätte mir mehr Sand gewünscht, obwohl
wir dort noch ein kleines Defizit haben. Unser Ausfall
war unglücklich, doch wir hatten das Rennen schon
vorher beim Festfahren verloren. Aber wir wären die
Rallye sehr gerne zu Ende gefahren."
#303 – Fabrizia Pons (I)
"Leider haben die Veranstalter in diesem Jahr eine
Route ausgewählt, die nicht so viel Sand und Wüste
wie in den Vorjahren beinhaltete. Wir sind nur drei
Tage lang in Mauretanien richtig in der Wüste gefahren.
Ich hätte mir mehr Sand gewünscht. Die neuen Navigations-Regeln
sind in Ord-nung, wenn das Roadbook sehr präzise ist.
Leider war das in diesem Jahr nicht der Fall. Sogar
die Änderungen, die am Abend vor jeder Etappe herausgegeben
wurden, waren oft falsch. Das müssen wir noch gemein-sam
mit dem Veranstalter verbessern."
#305 – Giniel de Villiers (RSA)
"Es war eine tolle Rallye, und mit dem zweiten Rang
bin ich natürlich zufrieden. Es ist für uns und für
das Team ein schöner Erfolg. Jeder im Volkswagen Team
hat einen tollen Job gemacht. Es war bis zuletzt spannend,
und es hätte auch anders ausgehen können. Der Sieg
war grundsätzlich möglich – viel hat nicht gefehlt."
#305 – Tina Thörner (S)
"Es war eine typische ‚Dakar’, mit anspruchsvollen,
aber auch einigen leichten Etappen. Die Organisation
war besser als in den Jahren zuvor. Über den zweiten
Platz bin ich natürlich glücklich – aber es ist schon
eigenartig, wenn uns nach mehr als 9000 Kilometern
nur knappe 18 Minuten zu einem Sieg fehlen."
#307 – Carlos Sainz (E)
"Ich bin glücklich, meine erste Rallye Dakar gemeistert
zu haben. Wenn man bedenkt, dass ich zuvor noch nie
eine Wertungsprüfung in der Wüste oder auf Kamelgras
gefahren bin, ist es gut gelaufen. Ohne unseren Defekt
an der Kupplung, an dem ich selbst schuld war, hätten
wir um einen Podiumsplatz kämpfen können. Ich habe
in den vergangenen 15 Tagen sehr viel gelernt. Ich
freue mich schon auf die nächste ‚Dakar’."
#307 – Andreas Schulz (D)
"Die Zusammenarbeit mit Carlos Sainz hat viel Spaß
gemacht. Ich war beeindruckt, wie viel und wie schnell
er gelernt hat. Doch am meisten hat mich beeindruckt,
auf welch einem hohen Niveau er hier eingestiegen
ist. Auf Anhieb konnte er beispielsweise mit Stéphane
Peterhansel mit-halten."
#309 – Mark Miller (USA) "Ich bin von meinem ersten
‚Dakar’-Einsatz im Team von Volkswagen Motorsport
absolut begeistert. Die gesamte Mann-schaft ist sehr
professionell und engagiert. Der Race Touareg 2 ist
schon jetzt ein Auto, mit dem man gewinnen kann. Auch
die Zusammenarbeit mit Dirk hat richtig viel Spaß
gemacht."
#309 – Dirk von Zitzewitz (D)
"Es war eine schwere ‚Dakar’, vor allem die letzten
drei Etappen waren sehr belastend für das Material.
Durch die neuen Navigationsregeln war auch meine Arbeit
als Beifahrer komplizierter als im vergangenen Jahr.
Erschwert wurde sie durch nicht ganz optimale Roadbooks.
Mark und ich haben hier viel gelernt. Wir würden am
liebsten sofort zur nächsten Dakar aufbrechen." .
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