Rallye
Dakar - Ruhetag - 08. Januar 2006:
Jutta Kleinschmidt hat zweiten Dakar-Sieg
abgeschrieben
Erstmals
in Führung: Vorjahressieger Stéphane
Peterhansel |
Jutta
Kleinschmidt hat bei der Rallye Dakar ihren Kopf
in den Wüsten-sand gesteckt. Die gebürtige Kölnerin,
sensationelle Siegerin 2001, hat ihren am Freitag
noch möglichen zweiten Triumph zur Halbzeit des
Wüsten-Klassikers bereits abgeschrieben. Auf der
508 km langen Samstag-Etappe fuhr sie sich im VW
Race-Touareg im mauretanischen Sand fest und stürzte
vom dritten auf den fünften Rang ab. Ihr Rückstand
von zuvor 5:58 Minuten stieg rapide auf 1:06:26
Stunden an.
"Das kann man eigentlich nicht mehr reinfahren.
Und das Ganze wegen gar nichts, es war nicht einmal
eine Düne. Die Hoffnung gibt es immer. Die anderen
Fahrer können auch noch Fehler machen. Es tut mir
Leid", äußerte sich Jutta Kleinschmidt am Samstagabend
ziemlich frustriert im "Aktuellen Sportstudio" des
ZDF. "Wir sind hierher gekommen, um zu gewinnen."
Nicht die blauen VW-Race-Touareg liegen nach der
ersten Hälfte vorne, Seriensieger Mitsubishi, zehnfache
Gewinner und Sieger der letzten fünf Jahre, hat
wieder die "rote" Vorherrschaft übernommen und den
Heraus-forderer Volkswagen in die Schanken verwiesen.
Mit der französischen Doppelspitze Stéphane Peterhansel
und Luc Alphand, nur 32 Sekunden getrennt, startet
die Dakar-Hausmacht Mitsubishi in die zweite Hälfte.
Bester VW-Pilot ist die südafrikanische Neuverpflichtung
Giniel de Villiers mit einem Rückstand von 26:16
Minuten. Dahinter mit nur 17:19 Minuten Abstand
lauert der Spanier Joan-Nani Roma im dritten Mitsubishi
Pajero.
Stéphane Peterhansel ist auch 2006 wieder der Wüstenkönig
und mit acht Siegen der Rekordhalter, sechs Mal
gewann er auf dem Motorrad, 2004 und 2005 im Mitsubishi.
Nach einem schlechten Start mit dem 12. Platz wegen
Reifenschäden stieg der 40 Jahre alte Wahl-Schweizer
mit zwei Tagessiegen zur Spitze auf, hat aber in
der zweiten Dakar-Woche im seinem Stallgefährten
Luc Alphand, dem ehemaligen Weltcupsieger im Ski
alpin, einen starken Rivalen, der am Freitag vorne
lag.
Die ersten Dakar-Tage gingen klar an Volkswagen.
Der Dakar-Neuling, der zweifache Rallye-Weltmeister
Carlos Sainz (Spanien) dominierte die beiden Europa-Etappen.
Nach der vierten Etappe feierte VW mit Sainz, mit
dem Franzosen Bruno Saby und der Dritten Jutta Kleinschmidt
die erste Dreifach-Führung, die die Wolfsburger
nach der Doppelspitze am fünften Tag auf der sechsten
Etappe mit dem Spitzen-Trio De Villiers, Sainz und
Kleinschmidt wiederholten. "34 Sekunden trennen
drei Volkswagen an der Spitze der Gesamtwertung
- das ist gigantisch", jubelte der Volkswagen-Motorsportdirektor
Kris Nissen noch am Donnerstag, ehe der Abstieg
begann. Die einstige Speerspitze Sainz nahm am Samstag
wegen einer Reparatur die achte Etappe mit fast
acht Stünden Verspätung in Angriff und stürzte von
vom fünften auf dem 17. Platz (Rückstand: 8:09:43
Minuten) ab. Volkswagen lag auf den bis-herigen
acht Prüfungen fünf Mal vorne, Mitsubishi brachte
es auf drei Führungen. Mit Sainz erzielte VW drei
Tagessiege, Mitsubishi mit Peterhansel zwei. Drei
Bestzeiten gingen an die Buggys von Jean-Louis Schlesser
mit dem zweimal siegreichen Franzosen Thierry Magnaldi
und einmal mit Schlesser selbst. Sechsmal wechselte
die Führung.
Eine sehr positive Halbzeit-Bilanz kann das Privatteam
Matthias Kahle/ Thomas Schünemann (Köln/Hamburg)
vorlegen. Im privaten heckge-triebenen Honda-Buggy
fuhr der sechsfache deutsche Rekord-Rallye-meister
Kahle auf den zehnten Platz (Rückstand: 6:03:22
Stunden) vor.
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