Rallye
Dakar - Ruhetag - 08. Januar 2006 - VW-Info:
Volkswagen bei der Rallye Dakar:
Stimmen zum Ruhetag
Die
Stimmen von Volkswagen Motorsport Direktor Kris
Nissen, Team-manager Peter Utoft sowie der fünf
Werksfahrer und -beifahrer zur Halb-zeit der Rallye
Dakar 2006.
Kris Nissen (Volkswagen Motorsport-Direktor)
"Unsere Autos funktionieren technisch sehr gut,
aber wir haben auf der siebten und achten Etappe
viele Rückschläge erlitten. Immer, wenn sich niemand
festgefahren oder verfahren hat, waren wir voll
konkurrenzfähig und haben an der Spitze mitgemischt.
Wir sind nicht mehr vorne und haben 26 Minuten aufzuholen.
Das ist zwar machbar, aber sehr schwierig. Im Dünensand
macht uns etwas die Tatsache zu schaffen, dass die
Motoren schnell warm werden. Im tiefen Sand braucht
man die meiste Kühlung, hat aber den geringsten
Fahrtwind, weil man oft nur Schritttempo fährt,
bei durchdrehenden Rädern jedoch viel Leistung beansprucht.
Das ist für alle gleich. Damit der Motor nicht überhitzt,
wird bei uns bei Bedarf automatisch die Leistung
um einige Prozent reduziert. Das System funktioniert
gut, doch wir können es noch verbessern. Vielleicht
haben wir zu wenig im tiefen Sand getestet. Jetzt
blicken wir nach vorne: Wir haben ein tolles Team
und die Motivation ist unge-brochen. Wir wollen
nach wie vor diese Rallye gewinnen und werden bis
zum Ziel am Lac Rose alles geben."
Peter Utoft (Team-Manager)
"Seit dem vergangenen Jahr wurden die Strukturen
im Team weiter ver-bessert und die Abläufe optimiert.
Wir haben etwa zehn Prozent mehr Leute pro Rallye-Fahrzeug
im Einsatz. Alle wichtigen Schlüsselposi-tionen
wurden doppelt besetzt. Wichtig war, die Teammitglieder
auf diese Rallye perfekt vorzubereiten, so zum Beispiel
durch Einsätze im Mara-thon-Rallye-Weltcup. Das
hat sich ausgezahlt, wie wir in der ersten Hälfte
der Veranstaltung gesehen haben: Die Abläufe sind
sehr ruhig, oft war die Mannschaft am Abend sehr
früh mit dem Service fertig. Bei einem so gewaltigen
Projekt wie der Rallye Dakar profitiert man natürlich
von einer guten Vorbereitung, auch dort haben wir
einen Schritt vorwärts gemacht. Bei einem so großen
Team ist es wichtig, die richtigen Team-mitglieder
im richtigen Moment am richtigen Ort zu haben. Und
das ist uns bisher gelungen."
#301 – Bruno Saby (F)
"Der Start der Rallye war so spannend wie nie zuvor.
Bis zur sechsten Etappe gab es noch zehn Fahrzeuge,
die hätten siegen können. Leider haben wir durch
einen Defekt an einer Kraftstoffleitung Zeit verloren.
Positiv ist, dass sich die Mannschaft gut weiter
entwickelt hat. Volks-wagen hat das Potenzial zu
gewinnen. Leider haben kleine Fehler Zeit gekostet.
An den ersten Tagen war es nicht so, dass Volkswagen
vorne war, weil Mitsubishi Zeit verloren hat. Nach
der achten Etappe ist hin-gegen Mitsubishi an der
Spitze, weil Volkswagen zurückgefallen ist."
#301 – Michel Périn (F)
"Bruno und ich haben uns folgende Strategie vorgenommen:
Wir wollten nicht zu langsam sein, aber auch nicht
zu schnell, sondern vor den echten Dakar-Prüfungen
in Tuchfühlung zur Spitze bleiben. Leider hatten
wir einen Defekt auf der siebten Etappe. Doch ermutigend
ist, dass der Race Touareg 2 extrem konkurrenzfähig
ist. Wir konnten sehr gute Zeiten erreichen, ohne
am Limit zu fahren – und wollen das auch weiterhin
tun."
#303 – Jutta Kleinschmidt (D)
"Die Rallye war bisher von der Strecke sehr schön,
eine gute Mischung. Eigentlich etwas, was mir gut
liegen sollte. Am Anfang war die Rallye sehr eng,
doch als die echten Wüsten-Etappen kamen, hat sich
das Feld sehr rasch auseinander gezogen. Aber leider
liegen wir jetzt schon eine Stunde hinter der Spitze,
weil wir uns festgefahren haben. Ich muss jetzt
sehen, was wir noch aufholen können."
#303 – Fabrizia Pons (I)
"Ich bin mit unserer momentanen Platzierung nicht
glücklich, wir haben auf der letzten Etappe vor
dem Ruhetag zu viel Zeit verloren. Doch die Rallye
ist noch nicht beendet. Wir wollen um eine bessere
Platzierung kämpfen. Was die neuen Regeln betrifft,
finde ich, dass das Roadbook bei dieser Veranstaltung
nicht gut genug ist, um nach den neuen Regeln zu
arbeiten. Denn wenn ein Wegpunkt nicht erscheint,
kreist man herum und sucht. Und das ist gefährlich,
weil potenziell die Fehlerquote steigt."
#305 – Giniel de Villiers (RSA)
"Die siebte Etappe war mit Sicherheit die schwierigste
der Rallye. Es war für mich enttäuschend, auf der
achten Etappe stecken zu bleiben. Wir liegen nun
26.16 Minuten hinten, doch die Rallye ist noch nicht
vorbei. Wir wollten zu diesem Zeitpunkt natürlich
näher an der Spitze sein. Doch noch ist alles möglich,
vor allem die Etappe nach dem Ruhetag wird richtig
hart."
#305 – Tina Thörner (S)
"Ich habe den ersten Teil der Rallye genossen, denn
sie hatte viele schwierige und anspruchsvolle Sektionen.
Es ist eine klassische Route, eine große Herausforderung.
Durch die neuen Regeln wurde die Arbeit für uns
Beifahrer noch schwieriger."
#307 – Carlos Sainz (E)
"Ich gewinne jetzt ein richtiges Bild von dieser
faszinierenden Sportart. Hier herrscht eine tolle
Atmosphäre. Sehr gut finde ich, dass es nicht nur
auf Tempo ankommt, sondern auch auf Strategie, Navigation,
Zuverlässig-keit und Teamarbeit. Sehr enttäuscht
bin ich über den Zeitverlust am Samstag. Der Kupplungsschaden
war wohl eine Folge vom Vortag, als wir uns festgefahren
haben und uns mühselig befreien mussten."
#307 – Andreas Schulz (D)
"Unsere Halbzeitbilanz fällt grundsätzlich positiv
aus. Carlos fährt seine erste Wüstenrallye und jeder
hat gesehen, wie gut seine Leistungen sind. Schade
ist, dass wir durch den Kupplungsschaden so weit
zurückge-fallen sind. Alle Beifahrer erleben, dass
die Navigation und die Suche nach den Wegpunkten
in diesem Jahr viel mehr mit Zufall zu tun als in
der Vergangenheit. Das ist sicher nicht ideal für
einen so hochklassigen Sport."
#309 – Mark Miller (USA)
"Ich bin etwas enttäuscht, denn unsere zwei Überschläge
auf der siebten Etappe haben uns um die Siegchancen
gebracht. Und jetzt muss ich mein Bestes geben,
mich Tag für Tag im Gesamtklassement weiter vorkämpfen
und keine weiteren Fehler machen. Ich bin glücklich,
dass ich genauso schnell fahre wie die anderen.
Das hilft mir für die Zukunft. Es ist schön, für
ein so professionelles Team zu fahren – die Volkswagen
Mannschaft arbeitet großartig. Ich will mithelfen,
dass Jutta und Giniel aufs Podium fahren – hoffentlich
ganz nach oben."
#309 – Dirk von Zitzewitz (D)
"Es bei der ‚Dakar’ immer krass, wie eng Gut und
Böse beieinander liegen. Wir waren nach der sechsten
Etappe in einer guten Position, dachten am Tag darauf,
wir hätten durch unsere zwei Rollen alles weggeworfen.
Wir hatten aber Glück, dass wir trotz des Pechs
noch in den Top 10 sind. Am Tag danach lief es wieder
sehr gut. Doch es tut weh zu sehen, wie nahe wir
an einem richtigen Erfolg waren. Bei einer ‚Dakar’
kann so viel passieren. Wir haben nach dem Ruhetag
einen weiteren schwierigen Tag vor uns. Man darf
sich hier nie einer Platzierung sicher fühlen. Die
Rallye endet erst am Lac Rose."
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