16.
Januar 2010:
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VW-Dreifach-Erfolg
mit dem ersten Sieg für Sainz
* Carlos Sainz und sein Team-interner Verfolger
Nasser Al-Attiyah kämpften bis ins Ziel hart um
ihren ersten Dakar-Sieg, den sich Sainz ganz knapp
sicherte.
Volkswagen
hat wie erwartet zum zweiten Mal hintereinander
die Rallye Dakar gewonnen und erstmals beim siebten
offiziellen Start einen Dreifach-Erfolg erzielt.
Beim teils mit harten Bandagen geführten zweiten
Südamerika-Finale setzte sich auf den letzten Metern
der insgesamt 4.550 Bestzeitkilo-meter der Spanier
Carlos Sainz mit dem bislang knappsten Vorsprung
von nur 2:12 Minuten gegen Nasser Al-Attiyah und
dessen Berliner Beifahrer Timo Gottschalk durch.
Nach knapp 9.000 Gesamtkilometern des zweiwöchigen
Trips durch Argentinien und Chile komplettierten
die Vorjahreszweiten Mark Miller/Ralph Pitchford
(USA/Südafrika) mit einem Rückstand von 32:51 Minuten
das Wolfsburger Siegerpodest.
Dort, wo der 47-jährige Madrilene Sainz 2004 im
Citroën Xsara seinen letzten seiner 26 Siege in
der regulären Rallye-WM erzielt hatte, holte er
seinen lang herbeigesehnten ersten Dakar-Triumph.
"Ich bin überaus glücklich. Es war eine gigantische,
harte Rallye. Ich musste mich bis zum Schluss konzen-trieren.
Wir hatten keine großen Probleme und ich machte
auch keine Fahr-fehler, daher habe ich verdient
gewonnen", freute sich der zweifache Rallye-Weltmeister
Sainz am Samstagabend in, passend zu seinem Vornamen,
San Carlos de Bolivar. "Als ich in der Rallye-Weltmeisterschaft
aufhörte, hatte ich den Wunsch, auch die Dakar zu
gewinnen. Dieser Wunsch hat sich nun erfüllt."
"Mit dem Dreifachsieg ist Volkswagen etwas Historisches
gelungen. Wir sind in Südamerika nicht nur ungeschlagen,
wir sind auch weiterhin der einzige Hersteller,
der die härteste Rallye der Welt mit einem Auto
mit Diesel-Antrieb gewonnen hat. Bis zum Ziel haben
die Volkswagen Piloten den ‚Dakar'-Sieg unter sich
ausgemacht - mit teils harten, aber fairen Mitteln.
Genau so packend stellen wir uns Motorsport vor",
sagte Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen.
Der Herausforderer vom hessischen X-Raid-Team konnte
wegen diverser technischer Mängel den Wolfsburger
Triumph nicht verhindern, zu groß war am Ende der
Rückstand von 2:17:21 Stunden des Franzosen Stéphane
Peterhansel im BMW X3. Der sechsfache Deutsche Rallyemeister
Matthias Kahle (Köln) erreichte nach etlichen Problemen
am Honda-Buggy den 16. Platz (Rückstand: 19:26;37
Stunden). Nur noch die Hälfte der an Neujahr 362
gestarteten Teams erreichten den Start- und Zielort
Buenos Aires.
Auch über der 32. Auflage wehte Trauerflor. Gleich
zum Auftakt wurde eine 28-jährige Argentinierin
vom Fahrzeug des Wiesbadener Mirco Schultis er-fasst
und tödlich verletzt. In der inoffiziellen Statistik
war sie das 59. Todesopfer der seit 1978 ausgetragenen
Rallye. Der italienische Motor-radfahrer Luca Manca
(29 Jahre) schwebte nach seinem schweren Unfall
auf der sechsten Etappe mit schweren Kopfverletzungen
tagelang in Lebens-gefahr, ist aber inzwischen auf
dem Weg der Besserung.
Die Rallye Dakar bleibt nach wie vor sehr umstritten.
Die Sicherheit der Zuschauer, die sich oft in gefährlichen
Bereichen aufhalten, und auch der Teilnehmer ist
das begleitende Schwerpunktthema. Eine zufrieden
stellende Lösung wird aber im Off-road-Sport nicht
zu 100 Prozent zu finden sein. In-wieweit und wo
die Rallye 2011 stattfindet, ist noch nicht entschieden.
"Wir werden diese Rallye in Ruhe analysieren und
dann abwägen. Es stimmt, dass der Wunsch da ist,
wieder nach Afrika zurückzukehren", sagte der Rallyeleiter
Etienne Lavigne.
2008 aber wurde die Rallye kurz vor dem Start in
Lissabon wegen drohender Terroranschläge in Mauretanien
abgesagt und deswegen 2009 nach Süd-amerika verlegt.
Afrika ist bezüglich der Sicherheit zurzeit keine
gute Option, wie das der Terroranschlag auf die
togolesische Fußball-Nationalmannschaft beim Nations-Cup
in Angola zeigt. Auch Ägypten gilt nicht mehr als
sicher. Südafrika könnte sich aber wegen der Erfahrungen
bei Fußball-WM als eine mögliche Lösung anbieten.