04.
Januar 2010:
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Volkswagen
Pilot Al-Attiyah übernimmt Führung bei Rallye
Dakar
Mit
dem Tagessieg an die Spitze – das Volkswagen Werksduo
Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D) hat die
zweite Etappe der Rallye Dakar für sich entschieden.
Hinter den neuen Führenden rangieren nach Tagesrang
vier Carlos Sainz/Lucas Cruz (E/E) in einem weiteren
der 300 PS starken Race Touareg mit TDI-Diesel-Antrieb
mit nur 1.19 Minuten Rückstand an zweiter Stelle
der Gesamtwertung.
Dabei setzte die Werksmannschaft die geschlossene
Teamleistung des Vortages weiter fort: Maurício
Neves/Clécio Maestrelli (BR/BR) sicherten sich auf
dem Teilstück zwischen Córdoba und La Rioja den
dritten, Mark Miller/ Ralph Pitchford (USA/ZA) den
fünften und Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz
den achten Tagesrang. Damit liegen alle fünf Race
Touareg bei der härtesten Rallye der Welt unter
den ersten sechs der Gesamtwertung.
Die Wertungsprüfung, die die "Dakar"-Teilnehmer
in Richtung Nordwesten führte, zeichnete sich durch
schnelle Schotterpassagen ebenso aus wie durch Sprünge
sowie langgezogene Kurven. Am Ende der Prüfung standen
zudem wildere und steinigere Abschnitte auf dem
Tagesplan.
Kris Nissen (Volkswagen Motorsport-Direktor)
"Das war ein hervorragender Tag für Volkswagen,
denn es ist sehr gut ge-laufen. Wer heute eine vordere
Startposition hatte, war klar im Nachteil. Morgen
erwartet uns eine schwierige Etappe. Aber ich bin
sehr zufrieden mit unserem Tages- und Gesamtergebnis
und bin deshalb zuversichtlich, dass wir morgen
daran anknüpfen können."
#300 - Giniel de Villiers (ZA), 8. Platz Tages-
/ 6. Platz Gesamt-Wertung
"Heute war ein anstrengender und langer Tag, der
dank der Regenfälle über Nacht mit Schlamm begann,
zeitweise bei Nebel wenig Sicht bot und uns mit
vielen rutschigen Stellen auf Trab hielt. Auf einer
Anhöhe habe ich einen am Streckenrand liegenden
Stein erwischt, der uns einen schleichenden Plattfuß
beschert hat. Bis wir einen Platz zum Wechseln gefunden
hatten, haben wir ein bisschen Zeit verloren. Morgen
startet die Rallye mit der ersten Dünene-tappe aber
erst richtig."
#303 - Carlos Sainz (E), 4. Platz Tages- / 2. Platz
Gesamt-Wertung
"Der heutige Tag war alles andere als einfach. Bereits
nach zwei Kilometern haben wir Nani Roma im X-raid-BMW,
der neben die Strecke geraten war, überholt. Deshalb
kam uns die Ehre zu, ab dann die Route zu eröffnen.
Die hatte es in sich: Im Schlamm und Nebel des ersten
Teils agierten wir ab-wartend, der kurvige Teil
auf Schotter war physisch anstrengend. Wir sind
weiter in einer guten Position für die kommenden
Tage."
#305 - Mark Miller (USA), 5. Platz Tages- / 4. Platz
Gesamt-Wertung
"Heute waren wir über vier Stunden lang im Cockpit
voll gefordert. Dieser Tag ging ein bisschen an
die Substanz. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.
Tagesziel war es, in Schlagdistanz zu bleiben. Das
haben wir umgesetzt. Jetzt freuen wir uns auf die
erste richtige Dünenetappe, die morgen ansteht.
Die letzten Kilometer in den Dünen liegen schon
einige Monate zurück. Des-halb sind wir jetzt richtig
heiß darauf."
#306 - Nasser Al-Attiyah (Q), 1. Platz Tages- /
1. Platz Gesamt-Wertung
"Zu Beginn habe ich es - wie gestern - vorsichtig
angehen lassen. Als der schlammige und rutschige
Teil vorüber war, haben wir dagegen etwas mehr attackiert.
Ich denke, wir haben ein gutes Tempo gefunden, ohne
zu viel Risiko einzugehen. Eigentlich fühlte es
sich so an, als seien wir nicht so schnell unterwegs
gewesen. Der Tagessieg zeigt aber, das wir alles
richtig gemacht haben."
#312 - Maurício Neves (BR), 3. Platz Tages- / 5.
Platz Gesamt-Wertung
"Fantastisch. Diese Art von Etappe mag ich sehr.
Sie war technisch sehr anspruchsvoll, viele Kurven
haben sich mit Bergab- und Bergauf-Abschnitten abgewechselt.
Wir hatten nicht ein einziges Problem, haben das
Risiko gut kalkuliert und so Reifenschäden vermieden.
Dazu hat mein Beifahrer Clécio Maestrelli einen
hervorragenden Job gemacht. Wir sind mehr als nur
zufrieden. Wir sind überglücklich mit Tagesrang
drei."
Zahl des Tages
Die schnellste Einfederbewegung eines Race Touareg
wurde am zweiten Rallyetag am Fahrzeug von Maurício
Neves mit 8,3 Metern pro Sekunde gemessen - mehr
als zehn Mal schneller als ein Straßenfahrzeug.
Mehr als 20 der per Reglement maximal erlaubten
25 Zentimeter Federweg erreichte der 300 PS starke
"Dakar"-Prototyp des Volkswagen Werksfahrers, der
mit Stoßdämpfern von Partner ZF Sachs ausgestattet
ist, durchschnittlich mehr als 35 Mal pro Kilometer.
Drei Fragen an Car Chief Martin Hassenpflug
Sie sind als Chefmechaniker am Auto von Nasser
Al-Attiyah eingesetzt. Man sagt, Erfahrung sei bei
der "Dakar" alles ...
"Die ‚Dakar‘ 2010 ist tatsächlich bereits meine
sechste, seit zwei Jahren ar-beite ich als Car Chief.
Vergangenes Jahr am Fahrzeug von Dieter Depping,
jetzt bei Nasser Al-Attiyah und Timo Gottschalk.
Am Race Touareg jede ein-zelne Schraube in- und
auswendig zu kennen, ist enorm wichtig, um präzise
und effizient zu sein. Wenn man das Auto zusammen
mit der restlichen Fahrzeug-Crew von Grund auf aufgebaut
hat, ist es wie ein eigenes Baby. Entsprechend akribisch
möchte man jeden Tag seinen Job machen."
Die Arbeit ist innerhalb der Fahrzeug-Crew streng
hierarchisch organisiert. Wie muss man sich den
Ablauf beim Service vorstellen?
"Der Car Chief ist das Bindeglied zwischen Renningenieur
und den Mechani-kern und sorgt dafür, dass die Arbeit
möglichst perfekt verteilt ist. Er ist auch verantwortlich
für die anfallenden Arbeiten am Auto. Jeder im Team
kennt seine Aufgaben vorher genau, was den normalen
Service und die Kontrollen angeht. Doch wenn tatsächlich
mal etwas außer der Reihe erledigt werden muss,
teile ich als Chefmechaniker die Arbeit ein."
Man ist also Ansprechpartner für Renningenieur einerseits
und Mechaniker-Kollegen andererseits. Wie muss ein
guter Car Chief gestrickt sein?
"Zu allererst hat man Vorbildfunktion und muss absoluter
Teamplayer sein. Schließlich ist die Rallye Dakar
die härteste auf der Welt, auch was den täglichen
Service angeht. Da sind auch schon mal Motivationskünste
gefragt. Jeder kann einmal einen schlechten Tag
haben, doch jeder in der Truppe will seinen Job
so perfekt wie möglich machen. Also ist auch die
Liebe zum Detail eine echte Mechaniker-Eigenschaft."