05.
Januar 2010:
|
 |
Kahle/Schünemann:
130 Kilometer am Abschlepphaken
* Die Pechsträhne des HS RallyeTeams mit
Matthias Kahle und Dr.
Thomas Schünemann hält weiter an.
Nach
52 Kilometern der vierten Etappe mussten Matthias
Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann wegen eines Getriebeschadens
stoppen und auf den Racetruck warten. Mit sechs
Stunden Zeitverlust erreichten sie das Ziel der
Wertungsprüfung am Abschleppseil des MAN-T4-Trucks.
Bei der ersten Zwischenzeit der dritten Dakar-Prüfung
keimte Hoffnung auf im Lager des HS RallyeTeams.
Die technischen Defekte des Vortags waren behoben,
Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann wurden
nach 36 Kilometern als 17. geführt. Nur zwei Buggies
waren bis hierhin schneller. Bei der deutsch-deut-schen
Fahrerpaarung lief es wieder rund - bis zu Kilometer
52.
Es war einer der berüchtigten, langen Dünenanstiege,
die typisch sind für Südamerika. An diesem Anstieg
verabschiedeten sich nach und nach alle sechs Gänge
des sequentiellen Buggy-Getriebes, bis irgendwann
nichts mehr ging. Kahle/Schünemann mussten auf die
Hilfe des T4-Racetrucks warten. Die Truckbesatzung
Mathias Behringer, Siegfried Schadl und Hugo Kupper
war nach gut einer Stunde zur Stelle und erkannte
schnell: Der Schaden lässt sich in der Prüfung nicht
beheben. Es gab nur eine Möglich-keit. Der MAN-Racetruck
musste den ramponierten Buggy ins Ziel der Prüfung
abschleppen - 130 Kilometer quer durch die argentinische
Wüste.
Mit viel Geschick brachten Behringer/Kupper/Schadl
die gestrandete Buggy Besatzung ohne Schaden ins
Ziel. Mit sechs Stunden Zeitverlust gegenüber der
Tagesbestzeit erreichtenKahle/Schünemann auf Position
70 das Biwak in Fiambala. Unglaublich, aber wahr:
Trotz der 130 Kilometer am Haken verbes-serten sich
sowohl der Buggy als auch der Truck in der Gesamtwertung
um vier Positionen. Kahle/Schünemann gelang der
Sprung von Platz 70 auf 66, Behringer/Kupper/Schadl
rückten auf Platz 24 auf. Eine Ausnahmeleistung
der Truck-Crew!
Matthias Kahle:
"Ich ziehe den Hut vor Mathias Behringer und seiner
Crew. Man kann sich gar nicht vorstellen, was für
eine Leistung es ist, ein anderes Auto 130 Kilometer
durch solch ein Terrain zu ziehen. Selbst 130 Kilometer
auf deutschen Land-strassen erfordern höchste Konzentration
- und da gibt es weder Sand noch Dünen noch andere
Rallyeteilnehmer."
Dr. Thomas M. Schünemann:
"Mein grosser Dank gilt unseren erstklassigen Helfern
im T4- Racetruck. Sie haben eine super Leistung
gezeigt, ohne sie würden wir noch immer in den Dünen
stehen. Wir hoffen, dass unsere Mechaniker den Buggy
über Nacht reparieren können und dass wir die Dakar
morgen fortsetzen können. Alles andere ist zweitrangig."