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32. Rallye "Dakar"
Argentinien - Chile
01. - 17. Januar 2010
Streckenlänge: 9.030 km - 14 WP's = 4.810 km
07. Januar 2010:

Volkswagen Trio vorn: Miller mit Tagessieg,
Sainz holt Führung

Volkswagen übernahm auf der bislang längsten und härtesten Prüfung der Rallye Dakar die Führung: Gleich drei Race Touareg bestimmen nach fünf Tagen das Tempo an der Spitze, und zwar sowohl in der Tages- als auch in der Gesamtwertung: Carlos Sainz/Lucas Cruz (E/E) führen den Marathon-Klassiker mit einem Vorsprung von 4.37 Minuten an. Zweite sind ihre Team-kollegen Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D), mit 9.39 Minuten Abstand folgen Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA), die ihren ersten Etappensieg bei der Rallye Dakar überhaupt feierten. Somit gab es an den ersten fünf Tagen der eng umkämpften Rallye durch Argentinien und Chile fünf verschiedene Sieger.

Auf dem Weg von Copiapó nach Antofagasta, der über Höhenlagen von knapp 3.000 Meter und durch riesige Geröllfelder führte, absolvierten die Teilnehmer die mit 483 Kilometern zweitlängste Prüfung der Rallye. Der Schlüssel zum Erfolg führte für die Tagessieger Mark Miller/Ralph Pitchford über eine ma-terialschonende und zugleich konstant schnelle Fahrt: Das amerikanisch-südafrikanische Duo vermied jegliche Reifenschäden, die angesichts großer und spitzer Steine auf ausgewaschenem Terrain fast unvermeidlich waren.

Das bislang auf Platz eins liegende X-raid-BMW-Team mit Stéphane Peter-hansel/Jean-Paul Cottret (F/F) büßte in der Atacama-Wüste weit mehr als zwei Stunden Zeit ein. Die direkten Verfolger des Volkswagen Trios in der Gesamtwertung sind nun die Amerikaner Robby Gordon/Andy Grider im Hummer.

Kris Nissen (Volkswagen Motorsport-Direktor)
"Das war ein langer und sehr, sehr guter Tag für Volkswagen. Alle Fahrer und Beifahrer haben super gearbeitet. Wir müssen trotz der Erfolge in Tages- und Zwischenwertung ruhig und konzentriert bleiben, denn es gilt, zunächst ein-mal die ‚Dakar´ selbst zu bezwingen. Noch liegen über 3.000 Kilometer in hartem Gelände vor uns."

#300 - Giniel de Villiers (ZA), 17. Platz Tages- / 18. Platz Gesamt-Wertung
"Es scheint so, als würden wir das Pech in diesem Jahr anziehen. Schlecht für uns - gut für das Team, wenn es so bleiben würde. Heute haben wir in einer Offroad-Sektion im Staub eine Querrille von einem Motorrad-Fahrer übersehen und voll mitgenommen. Dabei ist eine Schraube eines vorderen Radträgers gerissen. Die Reparatur des betroffenen Kugelgelenks hat sehr lange gedauert. Doch damit nicht genug: Wir hingen danach im Staub eines Kamaz-Lkw fest und hatten auch noch zwei Reifenschäden. Für Dirk und mich geht es definitiv nur noch darum, möglichst dem Team zu helfen."

#303 - Carlos Sainz (E), 2. Platz Tages- / 1. Platz Gesamt-Wertung
"Ein extrem harter und langer Tag, an dem eigentlich kaum etwas schief ging. Der Race Touareg lief wie ein Uhrwerk. Doch leider haben wir uns etwa 100 Kilometer vor dem Ziel den rechten Hinterreifen auf einem Stein beschädigt. Das konnte heute sehr leicht passieren. Mit Tagesplatz zwei haben wir jetzt die Führung übernommen. Deswegen bin ich überaus zufrieden. Ich freue mich für meinen Teamkollegen Mark Miller, dass er die Etappe gewonnen hat."

#305 - Mark Miller (USA), 1. Platz Tages- / 3. Platz Gesamt-Wertung
"Mein erster Etappensieg bei der ‚Dakar‘! Der Tag heute kam mir ein biss-chen vor wie in dem Film ‚Tage des Donners‘ - ich fühlte mich nicht be-sonders schnell, doch die anderen waren langsamer. Heute kam es darauf an, sich keine Reifenschäden einzuhandeln. Das haben wir geschafft. Da-rüber hinaus hat mein Copilot Ralph Pitchford einen erstklassigen Job bei der Navigation gemacht. Doch heute sahen wir nur eine Momentaufnahme. Es liegt noch viel Arbeit vor uns."

#306 - Nasser Al-Attiyah (Q), 3. Platz Tages- / 2. Platz Gesamt-Wertung
"Heute haben Timo und ich Schadensbegrenzung betrieben. Leider haben wir uns bei dem Versuch, Stéphane Peterhansel zu überholen, einen Plattfuß geholt, weil wir über einen großen Stein gefahren sind. Das war gleich zu Beginn der Prüfung, weshalb wir im Mittelteil Vorsicht walten ließen - schließ- lich hatten wir nur noch einen Ersatzreifen. Erst am Ende haben wir Attacke gemacht. So konnten wir ein bisschen Zeit aufholen."

#312 - Maurício Neves (BR), 5. Platz Tages- / 7. Platz Gesamt-Wertung
"Eine anspruchsvolle Etappe mit großen Geröllfeldern und einer eindrucks-vollen Landschaft. Im Unterschied zu vielen anderen konnten wir einen Reifenschaden vermeiden. Deshalb bin ich mit dem Tagesergebnis mehr als zufrieden. Besonders, weil mein Beifahrer Clécio Maestrelli mich heute sehr gut navigiert hat."

Zahl des Tages
Der 2,5-Liter-TDI-Motor im Race Touareg von Mark Miller erreichte in der Summe seiner fünf Zylinder auf der fünften Wertungsprüfung insgesamt 988 Kilometer und 705 Meter Kolbenweg. Zum Vergleich: Die gefahrene Distanz betrug 483 Kilometer.

Drei Fragen an Teammanager Peter Utoft
Das erste "Dakar"-Drittel ist um, das Volkswagen Service-Team arbeitet ruhig und konzentriert die Aufgaben ab. Ist der Teammanager stolz auf die Truppe?
"Natürlich bin ich stolz. Die Entwicklung, die das gesamte Team seit unserer ersten ‚Dakar‘ genommen hat, ist immens. Jeder im Team kennt seine Auf-gaben und arbeitet sie gründlich und unaufgeregt ab. In unserem Service-Getriebe greift jedes Rad perfekt ineinander. Wir haben einfach ein fan-tastisches Team. Jeder hilft jedem, ist konzentriert, aber mit Lockerheit bei der Sache. Bei uns herrscht ein super Teamgeist."

Was kann man als Teammanger tun, um die Motivation in der Mannschaft hoch zu halten?
"Wir haben uns im Team ein freiwilliges Alkoholverbot auferlegt, denn wir denken, dass auch die Mechaniker hier Hochleistungssport betreiben. Deshalb ist bereits bei der vergangenen ‚Dakar‘ die schöne Tradition ge-wachsen, nach jedem Etappensieg mit Eiscreme zusammen zu feiern. Und wir geben unseren Jungs natürlich gern viel Eiscreme aus. Ich glaube, viel mehr Motivationskünste braucht es auch gar nicht, das kommt von ganz allein. Und wenn doch, dann wird derjenige mit Einzelgesprächen unter-stützt."

Die zweite "Dakar" in Argentinien und Chile: Wie groß sind die Erfahrungs-werte?
"Es ist schon ein immenser Vorteil, das zweite Mal an die Etappenorte zurückzukehren. Man kann auf die schon geschaffenen Infrastrukturen zu-rückgreifen und auf gute Partner weiter vertrauen. Gerade die Unterstützung von Volkswagen Argentinien und von Volkswagen in Chile ist großartig. Auch hier gilt: Die Erfahrung sorgt dafür, dass die Dinge effizient und routiniert ablaufen. Das sorgt für zusätzliche Ruhe im Team."

32. Rallye Dakar
01. - 17.01.2010

WP 5
1. Sainz 16:10.51
2. Al-Attiyah 4.37
3. Miller 9.39
4. Gordon 59.55

5. Sousa

1:13.22
6. Holowczyc 1:16,18
Bestzeiten
WP 1: Roma (1)
WP 2: Al-Attiyah (1)
WP 3: Peterhansel (1)
WP 4: Gordon (1)
WP 5: Miller (1)
Führungen
WP 1: Roma
WP 2: Al-Attiyah
WP 3-4: Peterhansel
WP 5: Sainz
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