07.
Januar 2010:
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Volkswagen
Trio vorn: Miller mit Tagessieg,
Sainz holt Führung
Volkswagen
übernahm auf der bislang längsten und härtesten
Prüfung der Rallye Dakar die Führung: Gleich drei
Race Touareg bestimmen nach fünf Tagen das Tempo
an der Spitze, und zwar sowohl in der Tages- als
auch in der Gesamtwertung: Carlos Sainz/Lucas Cruz
(E/E) führen den Marathon-Klassiker mit einem Vorsprung
von 4.37 Minuten an. Zweite sind ihre Team-kollegen
Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D), mit 9.39
Minuten Abstand folgen Mark Miller/Ralph Pitchford
(USA/ZA), die ihren ersten Etappensieg bei der Rallye
Dakar überhaupt feierten. Somit gab es an den ersten
fünf Tagen der eng umkämpften Rallye durch Argentinien
und Chile fünf verschiedene Sieger.
Auf dem Weg von Copiapó nach Antofagasta, der über
Höhenlagen von knapp 3.000 Meter und durch riesige
Geröllfelder führte, absolvierten die Teilnehmer
die mit 483 Kilometern zweitlängste Prüfung der
Rallye. Der Schlüssel zum Erfolg führte für die
Tagessieger Mark Miller/Ralph Pitchford über eine
ma-terialschonende und zugleich konstant schnelle
Fahrt: Das amerikanisch-südafrikanische Duo vermied
jegliche Reifenschäden, die angesichts großer und
spitzer Steine auf ausgewaschenem Terrain fast unvermeidlich
waren.
Das bislang auf Platz eins liegende X-raid-BMW-Team
mit Stéphane Peter-hansel/Jean-Paul Cottret (F/F)
büßte in der Atacama-Wüste weit mehr als zwei Stunden
Zeit ein. Die direkten Verfolger des Volkswagen
Trios in der Gesamtwertung sind nun die Amerikaner
Robby Gordon/Andy Grider im Hummer.
Kris Nissen (Volkswagen Motorsport-Direktor)
"Das war ein langer und sehr, sehr guter Tag für
Volkswagen. Alle Fahrer und Beifahrer haben super
gearbeitet. Wir müssen trotz der Erfolge in Tages-
und Zwischenwertung ruhig und konzentriert bleiben,
denn es gilt, zunächst ein-mal die ‚Dakar´ selbst
zu bezwingen. Noch liegen über 3.000 Kilometer in
hartem Gelände vor uns."
#300 - Giniel de Villiers (ZA), 17. Platz Tages-
/ 18. Platz Gesamt-Wertung
"Es scheint so, als würden wir das Pech in diesem
Jahr anziehen. Schlecht für uns - gut für das Team,
wenn es so bleiben würde. Heute haben wir in einer
Offroad-Sektion im Staub eine Querrille von einem
Motorrad-Fahrer übersehen und voll mitgenommen.
Dabei ist eine Schraube eines vorderen Radträgers
gerissen. Die Reparatur des betroffenen Kugelgelenks
hat sehr lange gedauert. Doch damit nicht genug:
Wir hingen danach im Staub eines Kamaz-Lkw fest
und hatten auch noch zwei Reifenschäden. Für Dirk
und mich geht es definitiv nur noch darum, möglichst
dem Team zu helfen."
#303 - Carlos Sainz (E), 2. Platz Tages- / 1. Platz
Gesamt-Wertung
"Ein extrem harter und langer Tag, an dem eigentlich
kaum etwas schief ging. Der Race Touareg lief wie
ein Uhrwerk. Doch leider haben wir uns etwa 100
Kilometer vor dem Ziel den rechten Hinterreifen
auf einem Stein beschädigt. Das konnte heute sehr
leicht passieren. Mit Tagesplatz zwei haben wir
jetzt die Führung übernommen. Deswegen bin ich überaus
zufrieden. Ich freue mich für meinen Teamkollegen
Mark Miller, dass er die Etappe gewonnen hat."
#305 - Mark Miller (USA), 1. Platz Tages- / 3. Platz
Gesamt-Wertung
"Mein erster Etappensieg bei der ‚Dakar‘! Der Tag
heute kam mir ein biss-chen vor wie in dem Film
‚Tage des Donners‘ - ich fühlte mich nicht be-sonders
schnell, doch die anderen waren langsamer. Heute
kam es darauf an, sich keine Reifenschäden einzuhandeln.
Das haben wir geschafft. Da-rüber hinaus hat mein
Copilot Ralph Pitchford einen erstklassigen Job
bei der Navigation gemacht. Doch heute sahen wir
nur eine Momentaufnahme. Es liegt noch viel Arbeit
vor uns."
#306 - Nasser Al-Attiyah (Q), 3. Platz Tages- /
2. Platz Gesamt-Wertung
"Heute haben Timo und ich Schadensbegrenzung betrieben.
Leider haben wir uns bei dem Versuch, Stéphane Peterhansel
zu überholen, einen Plattfuß geholt, weil wir über
einen großen Stein gefahren sind. Das war gleich
zu Beginn der Prüfung, weshalb wir im Mittelteil
Vorsicht walten ließen - schließ- lich hatten wir
nur noch einen Ersatzreifen. Erst am Ende haben
wir Attacke gemacht. So konnten wir ein bisschen
Zeit aufholen."
#312 - Maurício Neves (BR), 5. Platz Tages- / 7.
Platz Gesamt-Wertung
"Eine anspruchsvolle Etappe mit großen Geröllfeldern
und einer eindrucks-vollen Landschaft. Im Unterschied
zu vielen anderen konnten wir einen Reifenschaden
vermeiden. Deshalb bin ich mit dem Tagesergebnis
mehr als zufrieden. Besonders, weil mein Beifahrer
Clécio Maestrelli mich heute sehr gut navigiert
hat."
Zahl des Tages
Der 2,5-Liter-TDI-Motor im Race Touareg von
Mark Miller erreichte in der Summe seiner fünf Zylinder
auf der fünften Wertungsprüfung insgesamt 988 Kilometer
und 705 Meter Kolbenweg. Zum Vergleich: Die gefahrene
Distanz betrug 483 Kilometer.
Drei Fragen an Teammanager Peter Utoft
Das erste "Dakar"-Drittel ist um, das Volkswagen
Service-Team arbeitet ruhig und konzentriert die
Aufgaben ab. Ist der Teammanager stolz auf die Truppe?
"Natürlich bin ich stolz. Die Entwicklung, die das
gesamte Team seit unserer ersten ‚Dakar‘ genommen
hat, ist immens. Jeder im Team kennt seine Auf-gaben
und arbeitet sie gründlich und unaufgeregt ab. In
unserem Service-Getriebe greift jedes Rad perfekt
ineinander. Wir haben einfach ein fan-tastisches
Team. Jeder hilft jedem, ist konzentriert, aber
mit Lockerheit bei der Sache. Bei uns herrscht ein
super Teamgeist."
Was kann man als Teammanger tun, um die Motivation
in der Mannschaft hoch zu halten?
"Wir haben uns im Team ein freiwilliges Alkoholverbot
auferlegt, denn wir denken, dass auch die Mechaniker
hier Hochleistungssport betreiben. Deshalb ist bereits
bei der vergangenen ‚Dakar‘ die schöne Tradition
ge-wachsen, nach jedem Etappensieg mit Eiscreme
zusammen zu feiern. Und wir geben unseren Jungs
natürlich gern viel Eiscreme aus. Ich glaube, viel
mehr Motivationskünste braucht es auch gar nicht,
das kommt von ganz allein. Und wenn doch, dann wird
derjenige mit Einzelgesprächen unter-stützt."
Die zweite "Dakar" in Argentinien und Chile: Wie
groß sind die Erfahrungs-werte?
"Es ist schon ein immenser Vorteil, das zweite Mal
an die Etappenorte zurückzukehren. Man kann auf
die schon geschaffenen Infrastrukturen zu-rückgreifen
und auf gute Partner weiter vertrauen. Gerade die
Unterstützung von Volkswagen Argentinien und von
Volkswagen in Chile ist großartig. Auch hier gilt:
Die Erfahrung sorgt dafür, dass die Dinge effizient
und routiniert ablaufen. Das sorgt für zusätzliche
Ruhe im Team."