08.
Januar 2010:
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Volkswagen
Pilot Sainz baut Vorsprung bei der "Dakar"
aus
Volkswagen
führt die Rallye Dakar 2010 auch nach der sechsten
von 14 Etappen mit drei Race Touareg an. Carlos
Sainz und Lucas Cruz (E/E), die am Vortag die Führung
übernommen hatten, bauten im Volkswagen Race Touareg
ihren Vorsprung von 4.37 Minuten auf 15.24 Minuten
aus. Zweite des Gesamtklassements bleiben ihre Teamkollegen
Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D) vor Mark
Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA) in einem weiteren
Race Touareg.
Bis kurz vor dem Ziel der 418 Kilometer langen Prüfung
von Antofagasta nach Iquique in der Atacama-Wüste
von Chile sah es so aus, als hätten Miller/ Pitchford
den zweiten Gesamtrang übernommen. Auf den letzten
25 Kilo-metern verwandelte sich ihr zeitweiliger
Vorsprung von 3.19 Minuten auf Al-Attiyah in der
Gesamtwertung jedoch in einen Rückstand von 2.23
Minuten.
Ein permanenter Wechsel des Terrains zeichnete die
sechste "Dakar"- Etappe zwischen Antofagasta und
Iquique aus. Neben großer Weite standen auch gewundene
Passagen über Schotter auf dem Tagesprogramm. Den
Schlusspunkt bildete eine spektakuläre Zielabfahrt
von einer der Küste vor-gelagerten Düne ins Rallye-Biwak,
bei dem die Teilnehmer 600 Höhenmeter in wenigen
Sekunden bei Geschwindigkeiten bis 180 km/h bewältigten.
Volkswagen musste auf der sechsten Tagesetappe allerdings
auch einen Rückschlag hinnehmen: Das brasilianische
Duo Maurício Neves/Clécio Maestrelli schied nach
einem Überschlag aus. Fahrer und Beifahrer geht
es den Umständen entsprechend gut. Maurício Neves
wurde vorsichtshalber zu einer Kontrolle in ein
Krankenhaus gebracht, wo zwei Rippenbrüche fest-gestellt
wurden.
Kris Nissen (Volkswagen Motorsport-Direktor)
"Auf sportlicher Ebene lief der Tag gut für uns.
Die drei in Führung liegenden Race Touareg sind
gut durchgekommen, obwohl es nach Aussagen der Fahrer
eine extrem schwierige Etappe gewesen sein muss.
Die Navigation war anspruchsvoll, der puderartige
Fech-Fech-Sand verlangte den Fahrern alles ab. Morgen
gilt es, die mit 600 Kilometern längste Prüfung
der Rallye vor dem Ruhetag am Samstag gut zu überstehen.
Die heutige Etappe hielt aber auch einen kleinen
Schock für uns bereit: Unser brasilianisches Duo
erlebte einen heftigen Überschlag. Während Copilot
Clécio Maestrelli un-verletzt ist, klagte Fahrer
Maurício Neves über Schmerzen im Oberkörper. Er
wurde deshalb zur Untersuchung in ein Krankenhaus
gebracht. Dass beiden nichts Schlimmes passiert
ist, zeigt, dass der Race Touareg eine sehr stabile
und starke Konstruktion ist."
#300 – Giniel de Villiers (ZA), 8. Platz Tages-
/ 16. Platz Gesamt-Wertung
"Nach unserem Zeitverlust gestern von so weit hinten
zu starten war kein Geschenk. Der Staub war extrem
und es war nahezu unmöglich, sicher zu überholen.
Nach 135 Kilometern hatten wir die Unfallstelle
von Maurício und Clécio erreicht und dort eine knappe
halbe Stunde angehalten, um den Helikopter zu rufen
und zu helfen. Danach ging es einmal mehr nur darum,
die Etappe zu beenden. Die letzten zehn Kilometer
in den Dünen waren aber einfach unglaublich und
haben viel Spaß gemacht."
#303 – Carlos Sainz (E), 2. Platz Tages- / 1. Platz
Gesamt-Wertung
"Heute war die Etappe noch anspruchsvoller als die
Tage zuvor. Gerade in Sachen Navigation konnte man
viel Zeit liegen lassen. Wir haben nach wie vor
nicht einmal die Hälfte der ‚Dakar‘ hinter uns,
deswegen wird auch in den kommenden Tagen das gelten,
was ich mir heute zu Herzen genommen habe: Möglichst
materialschonend zu fahren und von Tag zu Tag zu
denken."
#305 – Mark Miller (USA), 3. Platz Tages- / 3. Platz
Gesamt-Wertung
"Leider haben wir heute gleich zu Beginn Zeit verloren,
weil wir nach dem Weg suchen mussten. Das ist kein
Vorwurf an meinen Copiloten Ralph Pitchford. Denn
heute war das Roadbook nicht besonders präzise gefasst.
Alles in allem bin ich aber zufrieden. Und gerade
der Zielschuss entschädigt für die harte Arbeit
des Tages: Tausende Zuschauer und eine steile Abfahrt
zum Meer hinunter, das Biwak vor Augen. Das war
Adrenalin pur."
#306 – Nasser Al-Attiyah (Q), 4. Platz Tages- /
2. Platz Gesamt-Wertung
"Heute war es vor allem für die Beifahrer nicht
einfach. Es gab viele Stellen, an denen man Zeit
mit der Wegsuche verlieren konnte. Genau das ist
uns auch passiert. Ich bin dennoch mit dem Tagesergebnis
den Umständen entsprechend zufrieden. An unserer
Taktik ändert sich nichts: Wir werden weiter konzentriert
und vorsichtig bleiben. Aber vielleicht können wir
dennoch in den nächsten Tagen etwas Zeit gutmachen."
Zahl des Tages
Volkswagen hat bis zur sechsten Etappe der 2010er-Ausgabe
heute 101.213 Wertungsprüfungskilometer bei insgesamt
sechs "Dakar"-Veranstaltungen seit 2004 zurückgelegt.
Damit liegen die eingesetzten Race Touareg in der
Summe seit dem Beginn des Projekts im Jahr 2004
erstmals im sechsstel-ligen Bereich. Diese Distanz
entspricht etwa der zweieinhalbfachen Erd-umrundung
entlang des Äquators.
Wussten Sie, dass ...
... der Ex Volkswagen Werkspilot und der heutige
"Dakar"-Starter Robby Gordon am vierten Rallye-Tag
jedem Mitglied der Wolfsburger Werksmann-schaft
eine Runde Speiseeis ausgegeben hat? Der US-Amerikaner
war bei der zurückliegenden Rallye Dakar trotz einer
extrem knappen Etappen-Niederlage von Volkswagen
Motorsport-Direktor Kris Nissen und seinem Team
eingeladen worden – und revanchierte sich angesichts
seines ersten Etappensiegs 2010 bei den 85 Volkswagen
Teammitgliedern.
... jeder Race Touareg auf den Etappen ein kleines
Ersatzteilpaket für den Fall der Fälle mit sich
führt? Je nach Charakter der Wertungsprüfung sind
unter anderem in den Seitenschwellern des 300 PS
starken Race Touareg Spurhebel, Dreieckslenker oder
Traggelenk (Verbindungsbauteil zwischen Radträger
und Dreieckslenker) zum Wechsel nach einem Unfall
unterge-bracht. Bei besonders harten Etappen nehmen
die fünf Werksduos eine Antriebswelle mit, die an
allen vier Rädern des Allradlers baugleich ist.
... auf Etappen mit besonders großem Wildbewuchs
auch eine ausgewach-sene Machete zum Werkzeug an
Bord der Race Touareg gehört? Damit könnten sich
Giniel de Villiers, Carlos Sainz und Co im wahren
Wortsinn bei Bedarf durchs Unterholz schlagen.