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Bernd Schneider hat
im Chaos-Rennen von Spielberg die Nerven behalten und ein Stück
deutsche Rennsportgeschichte geschrieben. Als erster Sportwagen-Pilot
überhaupt konnte der Saarländer seinen Titel beim Deutschen Tourenwagen-Masters
verteidigen. "Megageil", jubelte er. Mit seinem dritten DTM-Gesamtsieg
nach 1995 und 2000 zog der Mercedes-Pilot zudem mit Klaus Ludwig
gleich, der die populäre Rennserie 1988, 1992 und 1994 gewonnen
hatte.

Zum dritten DTM-Champion:
Bernd Schneider |
"Im nächsten Jahr",
kündigte der stolze Sieger postwendend an, "will ich meinen Titel
wieder verteidigen." In seinem "Silberpfeil" drückte der Schwager
von Fußball-Profi Oliver Bierhoff dem Geschehen beim Auslandsgastspiel
auf dem A1-Ring in Österreich seinen Stempel auf. Von der Pole-Position
ge-startet,gelang dem 37-Jährigen in dem turbulenten Rennen, das
nur 11 von 23 Autos beendeten, ein Start-Ziel-Sieg. Im achten Saisonrennen
war es bereits sein dritter Erfolg. Mit 137 Punkten ist der in Monaco
lebende Renn-fahrer bei den letzten beiden DTM-Rennen im niederländischen
Zandvoort (23. Septem-ber) und beim Finale in Hockenheim (7. Oktober)
von der Konkurrenz nicht mehr einzuholen.
"Das war eine sehr beeindruckende Vorführung. Ich bin sehr froh,
dass wir es geschafft haben. Der DTM-Titel ist sehr wichtig für
uns", freute sich sein in der Formel 1 gebeutelter Chef Norbert
Haug. Mercedes-Fahrer Uwe Alzen (77), Audi-Pilot Laurent Aiello
(Frankreich/75), Peter Dumbreck (Großbritannien/67) und der Schweizer
Marcel Fässler (60) in zwei weiteren "Silberpfeilen" kämpfen nach
Schneiders Meisterstück wie in der Königsklasse des Motorsports
um die Vizemeisterschaft. Vor 25 000 Zuschauern gewann Schneider
das Startduell mit seinem Teamkollegen Dumbreck. Durch den Sieg
im Qualifikationsrennen nahm er dem Schotten einen weiteren Zähler
ab und verteidigte die Spitzen-position - das war letztendlich entscheidend.
Denn beim Start zum Hauptrennen krachte es fürchterlich als Mercedes-Pilot
Uwe Alzen und Opel-Fahrer Alain Menu (Schweiz) kollidierten. Schneider-Verfolger
Dumbreck drehte sich, vier Autos fuhren auf - an der Unfallstelle
sah es aus wie auf dem Schrottplatz. Die Sportwagen blieben bis
zur sechsten Runde hinter dem Safety- Car. Dann wurde das Rennen
freigegeben, Schneider gab auf der 4,326 Kilometer langen Stecke
Vollgas und baute seinen Vor-sprung kontinuierlich aus. Auch der
Boxenstopp, den "Mr. Mercedes" zuletzt am Nürburgring verpatzt hatte,
klappte diesmal. Nach 8,3 Sekunden war er wieder unterwegs - nach
den 103,824 Kilometer küsste er seinen Mercedes-Benz CLK innig.
Nürburgring-Sieger Aiello wurde mit einem Rückstand von 8,371 Sekunden
Zweiter. Alzen lag als Dritter 20,326 Sekunden zurück. Manuel Reuter
im Opel schaffte als Vierter (Rückstand 23,241) das beste Saisonergebnis
der Rüsselsheimer. "Rennsport ist mein Leben", sagt Schneider, der
mit fünf Jahren erstmals im Go-Kart saß. Der Traum von Spitzenplätzen
in der Formel 1 aber ging nicht in Erfüllung. Nach dem Gewinn der
deutschen Formel-3- Meisterschaft 1987 kämpfte der Saarländer zwei
Jahre im technisch und finanziell unterlegenen Zakspeed-Team um
WM-Punkte. "Eine schmerzhafte Erfahrung", gab er zu.
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