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Deutsche Tourenwagen Masters 2002
   
 
8. von 10 Läufen - A1-Ring (A) * 6. - 8. September 2002
   
  Laurent Aiello verspielte ersten Matchball
beim Vierfach-Tiumph von Mercedes
Fässler gewinnt vor Schneider das spektakulärste DTM-Rennen


Ungewollt zum ersten Saisonsieg: Marcel Fässler

Audi-Pilot Laurent Aiello hat den ersten "Matchball" in einem der turbulentesten Rennen der Tourenwagen- Geschichte nicht verwandeln können. Stattdessen feierte Mercedes am Sonntag auf dem A1-Ring in Zeltweg-Spielberg einen Vierfach-Erfolg und machte die Meisterschaft noch einmal spannend. Aiello konnte die Chance auf den vorzeitigen Titelgewinn in der Deutschen Tourenwagen- Masters (DTM) nicht nutzen.
Der Franzose landete in den Leitplanken und kam mit einem verbeulten Auto als 5. ins Ziel, während die Konkurrenz triumphierte.

Titelverteidiger Bernd Schneider wurde 2. hinter seinem Teamkollegen Marcel Fässler und konnte den chaotischen Rennverlauf selbst kaum fassen. "So ein Rennen wird es lange nicht mehr geben", sagte der Meister der vergangenen beiden Jahre. "Es bleibt spannend", so Mercedes-Motor-sportchef Norbert Haug.

40 000 Zuschauer sahen in der Steiermark ein unglaubliches Rennen, nach dem der Vorsprung des gesamtführenden Aiello auf 19 Punkte schrumpfte. Nach 8 von 10 Läufen führt Aiello mit 65 Punkten vor Schneider (46). Die Entscheidung fällt nun in den noch ausstehenden Rennen in Zandvoort (29. September) und Hockenheim (6. Oktober).

Das Abt-Audi-Team hatte sich zu früh gefreut. Das Hauptrennen über 103,824 km gewann Fässler (Schweiz) vor Schneider (St. Ingbert), Jean Alesi (Frankreich) und Uwe Alzen (Betzdorf). Es war einer der span-nendsten Wertungsläufe. Bis zur letzten Runde sah es nach vielen Drehern und Überholmanövern nach dem Titelgewinn für Aiello aus.

Schneider war nach einer Blockade der Konkurrenz zwischenzeitlich von der Strecke abgekommen und auf Platz 8 zurück gerutscht. Doch am Ende war Schneider nach aufkommendem Regen wieder ganz vorn dabei. "Drei Runden vor Schluss dachte ich, da geht noch was. Denn es fing an zu regnen, und das liebe ich", so der Saarländer. "Das war der beste Schneider, den es je gab", schwärmte Haug.

Aiello hatte am Vortag im Training den Grundstein für einen erfolgreichen Sonntag gelegt und die Pole-Position geholt. Doch im Qualifikations-rennen über 34,608 km konnte er die gute Ausgangsposition nicht halten. Am Start zog Kollege Mattias Ekström (Schweden) an ihm vorbei, drei Kurven später Schneider. "Laurent hat den Start verschlafen", sagte Teamchef Hans-Jürgen Abt. Danach durfte der 33-Jährige Franzose wieder hoffen. Er rangierte vor der letzten Kurve des Hauptrennens an 3. Stelle, lieferte sich ein Duell mit Schneider, ehe er in die Leitplanke krachte. Aiello war so sauer, dass er keine Interviews geben wollte.

Ein prominentes DTM-Comeback gab es am Wochenende auf dem idyllisch gelegenen Kurs in der Steiermark auch. Der ehemalige Formel-1-Pilot J.J. Lehto ging im Opel an den Start, musste sich aber mit hinteren Plätzen begnügen.
   
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