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Deutsche Tourenwagen Masters 2002
   
 
Finale nach 10 Läufen - Hockenheimring
04. - 06. Oktober 2002
   
  Ex-Meister Bernd Schneider mit 2. Saisonsieg zum
Vize-Champion

Regenkünstler Bernd Schneider hat sich mit einem beeindruckenden Sieg beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring für den Titelverlust
beim Deutschen Tourenwagen Masters revanchiert. Der Mercedes-Pilot verhalf durch den Erfolg seinem AMG-Team zum ersten Platz in der Teamwertung.

Laurent Aiello, der bereits als Meister feststand, verspielte durch eine falsche Boxenstrategie beim Hauptrennen am Sonntag einen greifbar nahen Doppelsieg. Der Franzose blieb mit seinem Abt-Audi TT-R bei einsetzendem Regen zu lange auf Trockenreifen auf der Piste. Das Qualifikationsrennen hatte Aiello noch gewonnen.

"Der Titel geht für Aiello in Ordnung", gratulierte Mercedes-Motorsport-
chef Norbert Haug dem Franzosen. Schneider gewann das Hauptrennen auf dem 4,489 km langen Grand- Prix-Kurs nach 23 Runden in 41:53,672 Minuten. "Wir haben auf Regen gehofft und unsere Abstimmung ent-sprechend gewählt", sagte der Saarländer aus St. Ingbert. "Es war ein toller und fairer Kampf an der Spitze." Dank seines zweiten Saison-sieges sicherte sich Schneider (64 Punkte) mit sechs Punkten Rück-stand hinter Aiello (70) den zweiten Platz in der Fahrerwertung.

Der Schwede Mattias Ekström belegte in einem Abt-Audi TT-R mit 10,053 Sekunden Rückstand den zweiten Rang vor Uwe Alzen (Betz-
dorf) in einem weiteren Mercedes-Benz CLK-DTM. Timo Scheider (Braubach) sorgte als Vierter für ein erfreuliches Abschlussergebnis für Opel. Für die sieglos gebliebenen Rüsselsheimer war die DTM-Saison insgesamt eine Enttäuschung.

Das Semi-Werksteam Abt Sportsline stellte dagegen die vermeintlich Großen in den Schatten, auch wenn die Teamwertung knapp gegen AMG-Mercedes verloren wurde. Obwohl Aiello bereits als neuer Champion feststand, ging es im badischen Motodrom vor 60 000 Zuschauern noch einmal richtig zur Sache.

Die harten Kämpfe um Punkte und Positionen hatten zwei Safety- Car-Phasen und großen Blechschaden zur Folge. Am spektakulärsten war Jean Alesis Unfall gleich in der ersten Runde: Der frühere Formel-1- Fahrer stieg mit sei- nem Mercedes-Benz-CLK nach einer Kollision mit Markenkollege Marcel Fässler (Schweiz) und Audi-Konkurrent Martin Tomczyk (Rosenheim) in die Luft und knallte dann seitlich auf die Piste. Der Franzose blieb glücklicherweise unverletzt. Kaum war der Lauf wieder frei gegeben, musste das Sicherheitsauto nach einem Zusammenprall zwischen Tomczyk und Opel-Pilot Alain Menu (Schweiz) erneut neutralisiert werden.

Plötzlich einsetzender Regen sorgte Mitte des Rennes für zusätzliche Spannung: Entscheidend für die Ergebnisse war der richtige Zeitpunkt zum Reifenwechsel. Dabei verkalkulierte sich Spitzenreiter Aiello, der zu lange auf profillosen Slicks unterwegs war. Der 33-Jährige fiel zunächst auf den vierten und später auf den sechsten Platz zurück. Seine Quali-täten hatte der Meister zuvor beim Qualifikationsrennen bewiesen: Hier siegte Aiello vor Schneider und Ekström.
 
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