|
Ex-Formel-1-Star
Jean Alesi holt ersten Saisonsieg
Er
liebt das Land, die Leute und die Rennstrecke – und
dies scheint sich auszuzahlen. Wie schon im vergangenen
Jahr gewann der ehemalige Formel-1-Fahrer Jean Alesi den
sechsten DTM-Lauf auf der idyllisch gelegenen und fahrerisch
anspruchsvollen Rennstrecke Donington Park. Den Grundstein
zu seinem Sieg legte der Franzose im AMG-Mercedes CLK beim
Start. Von Startplatz zwei aus setzte er sich vor Pole-Mann
Bernd Schneider an die Spitze – und verteidigte diese
bis zum Schluss gegen seinen kämpferischen Teamkollegen,
der ihm über die gesamte Renndistanz förmlich
am Heck klebte. Als Dritter mit gerade 0,4 Sekunden Rückstand
auf Schneider kam Mattias Ekström im Abt-Audi TT-R
ins Ziel. Rang vier und fünf belegten die Mercedes-Youngster
Marcel Fässler und Christijan Albers vor Peter Dumbreck
im Opel Astra V8 Coupé. Mit seinem zweiten Platz
eroberte Schneider die Tabellenführung zurück
(43 Punkte). Albers ist Zweiter (40 Punkte), Fässler
Dritter (34). Opels Bester Peter Dumbreck sicherte sich
mit Rang sechs seinen vierten Tabellenplatz (26 Punkte).
Sieger
Alesi: „Ich durfte mir nicht den kleinsten Fehler
erlauben“
„Es
war offensichtlich ein sehr schwieriges Rennen“, bilanzierte
der glückliche Sieger. „Es war mir klar, dass
ich mir nicht den kleinsten Fehler erlauben durfte; den
hätte Bernd ja sofort genutzt. Aber ich war die ganze
Zeit hoch konzentriert, und habe eben keinen Fehler gemacht.
Mein Auto ist so gut, dass ich alle Chancen habe, in den
weiteren vier Rennen der Saison sehr gute Resultate zu holen
– und genau das habe ich auch vor.“ Bernd Schneider
haderte ein wenig mit der verpassten Siegchance: „Ich
bin nicht zufrieden mit meinem Rennen, denn ich hatte ein
Siegauto. Aber beim Start habe ich das Rennen verloren.
Es gab danach keine Chance, Jean zu überholen. Über
meine Führung in der Meisterschaft freue ich mich natürlich.“
Nach sechs Mercedes-Siegen in sechs Rennen sieht Mercedes-Sportchef
Norbert Haug noch keine Vorentscheidung in der Meisterschaft:
„Es haben immer noch fünf oder sechs Fahrer die
Chance auf den Titel, denn es wird zunehmend enger an der
Spitze. Wenn Mattias Ekström gestern nicht Pech im
Qualifying gehabt hätte und heute von der Pole Position
gestartet wäre, dann hätte er sicher das Rennen
gewonnen. Vergleicht man die Rundenzeiten der schnellsten
Sechs, stellt man fest, dass die innerhalb von zwei Zehntel-sekunden
liegen. Das zeigt, dass die DTM noch lange nicht entschieden
ist.“
Ekström:
„Zwei Runden mehr, und ich hätte Bernd attackieren
können“
Für
Abt Sportsline schien das Rennen bereits in der ersten Runde
entschieden: Champion Laurent Aiello beschädigte sein
Auto, als ihm nach einem Dreher Alain Menu (Opel) nicht
mehr ausweichen konnte. Mit dem havarierten Opel kollidierte
schließlich noch Aiellos Markengefährte Christian
Abt. Und Mattias Ekström verlor beim Start zwei Plätze
und fand sich zunächst nur auf Rang fünf wieder.
„Mein Start war ein Desaster“, so der Schwede.
„Dank der brillanten Arbeit meiner Crew bin ich wieder
auf Rang drei gekommen. Und mit dem zweiten Reifensatz war
ich dann nicht nur in der Lage, den Mercedes-Fahrern zu
folgen: Ich hätte Bernd sogar attackieren können,
wenn das Rennen nur ein klein bisschen länger gewesen
wäre.“
Schließlich meinte der 25-jährige Schwede grinsend:
„Mein Chef sollte schon mal ein paar Kupplungen und
Reifen bereit stellen: Vor dem nächsten Rennen auf
dem Nürburgring werde ich in Kempten bei Abt 100 Starts
üben!“ Ekström ist überzeugt, dass
die Weiterentwicklung des Abt-Audi TT-R in der fünf-wöchigen
Pause zwischen Norisring und Donington viel gebracht hat:
„Man sieht es nicht gleich auf der Uhr, aber ich fühle
als Rennfahrer, dass unser Auto sehr viel besser geworden
ist.“ Abt-Teamchef Hans-Jürgen Abt: „Wir
sind an Mercedes dran, das ist wichtig. Mattias ist heute,
vom Start abgesehen, ein fantastisches Rennen gefahren,
nun ist er unser neues Ass.“
Dumbreck:
„Ich habe den vierten Platz in der Meisterschaft behauptet“
Etwas
nachdenklich war Peter Dumbreck nach dem Rennen: „Es
ist gut, dass ich ein paar Punkte geholt und meinen vierten
Platz in der Meisterschaft behauptet habe.“ Allerdings
hatte sich der Schotte, in allen Läufen der Saison
bester Opel-Fahrer, von seinem Heimrennen mehr erwartet.
„Der Start lief etwas unglücklich für mich,
dabei habe ich einige Plätze verloren. Zum Glück
konnte ich dadurch aber dem Crash ausweichen, der Alain
Menu das Rennen gekostet hat. Ich habe gepusht wie verrückt.
Meine besten Rundenzeiten waren kaum schlechter als die
der anderen Spitzenfahrer.“
Neben Dumbreck holte auch Opel-Pilot Timo Scheider als Achter
noch einen Punkt. Opel-Sportchef Volker Strycek bilanzierte:
„Unser Auto war heute nicht schnell genug. Wir haben
die Zeit im langsamen Streckenteil wegen mangeln-der Traktion
verloren. Nun müssen wir herausfinden, was der Grund
dafür war und das Problem bis zum Nürburgring
lösen. Gratulation an Peter, er hat erneut einen ausgezeichneten
Job gemacht.“
|