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2005 (11 Läufe)
1. von 10 Läufen
Hockenheim
Rennen
1. Alesi 1:03.1.207"
2. Paffett 6.151
3. Schneider 6.615
4. Abt 10.424

5. Ekström

13.151
6. Green 17.141
DTM-Stand nach 1 von 11 Läufen
1
Alesi
10
2
Paffett
8
3
Schneider
6
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Abt
5
5
Ekström
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Mücke
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Häkkinen

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Der DTM-Aufakt im Visier eines jungen Motorsport-Fans:



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Mercedes-Generationenteam
greift nach den Sternen
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Klaus Ludwig hatte es, wie auch andere Experten, schon im Vorfeld des ersten DTM-Laufs 2005 gewusst: Hockenheim ist und bleibt Mercedes-Terrain! Dementsprechend gab es beim Team von Hans-Werner Aufrecht lange Gesichter nach der Superpole, als Mattias Ekström im Audi plötzlich auf Platz 1 des Zeitentableaus auftauchte. Keine Überraschung jedoch in Reihe 2, zumindest nicht für Szenekenner. Der junge Brite Jamie Green, überlegener Meister der Formel 3 Euroserie 2004, fuhr in der Superpole in seiner DTM-C-Klasse noch vor den besten Opel vom Schweizer Marcel Fässler auf Startplatz 3. Etwa 15m rechts vor ihm am Start der Vizemeister der DTM 2004, Gary Paffett, ebenfalls Mercedes.

Gehen wir aber zunächst nochmal hinter die Kulissen. Es ist noch gar nicht so lange her, als regelrechte Jubelschreie durch die Reihen der ITR gingen. Der vierte Hersteller war endlich gefunden, und sogar einer mit Tradition in der DTM! Die neue Marke sollte MG sein und das Auto ein Rover. Rover war bereits Anfang der 80er Jahre erfolgreich in der DTM unterwegs und so freuten sich auch die Fans auf die geplanten zwei Einsatzautos. Aber wie so oft kam es erstens anders und zweitens als man denkt! MG Pleite! BAMM! Wieder ein Schlag ins Gesicht der ITR-Verantwortlichen, da Opel ja bereits im vergangenen Jahr den Austritt aus der Serie zum Jahr 2006 bekannt gab und auch 2005 mit nur 4 Vectra GTS V8 auf Sparflamme kocht.

Umso schlimmer für Opel, dass zwei Autos bereits nach dem Qualifying in den letzten beiden Startreihen standen, nämlich die von Manuel Reuter und "HHF" (Heinz-Harald Frentzen). Laurent Aiello, seines Zeichens ja auch schon DTM-Meister, fuhr seinen playboy-Vectra auf Startplatz 11. Leider war dieser Laurent Aiello der Auslöser für einen massiven Startcrash, der eine mehrründige Safety-Car-Phase nach sich zog. Direkt in der ersten Kurve waren zwei der brandneuen und wirklich - pardon - affengeil gestylten Audi A4 DTM des Jahrgangs 2005 ausgeschieden. Es traf neben den Audi-Piloten Kristensen und Capello natürlich auch Laurent Aiello selbst! Ebenfalls ver- wickelt in diesen Crash Manuel Reuter, der zwar weiterfahren konnte, aber direkt die Box ansteuerte, um aufzugeben.

Ein weiteres Opfer des Startgerangels war auch Martin Tomczyk, der mit gebrochener Radaufhängung nach drei Runden die Segel streichen musste, womit noch drei "neue" A4 im Feld verblieben. Kurz darauf krachte dann Frentzen in das Heck des jungen Deutschgriechen Alexandros Margaritis, das sofortige Aus für Frentzen! Margaritis konnte zu-nächst mit verhunzter Aerodynamik am Heck weiterfahren, gab aber nach wenigen Runden mit dem wenig fahrbaren Jahreswagen auf.

Nun wog all der Opel-Druck schwer auf Marcel Fässler, dieser lag übrigens in den ersten Runden auf Rang 3, hatte sich an Jamie Green vorbeigeschoben am Start. Genau so wie Gary Paffett an Mattias Ekström. Ganz unauffällig verhielt sich einer, der über den Winter hart an seiner eigentlich nicht vor-handenen Fitness der Vorjahre arbeitete und der vor Saisonbeginn selbst-bewusst sagte: "2005 wird mein Jahr!"

Die Rede ist von Christian Abt. Dieser wechselte das Team, und zwar weg vom Team seines Bruders Hans-Jürgen ins Team von Rainer Joest, welches mit den Audi-"Jahreswagen" an den Start geht. Christian Abt behielt also sein letztjähriges Arbeitsgerät und verlor neben ein paar Pfunden am eigenen Körper auch 15 kg am Rennfahrzeug. Stop!

Wieso 15 kg weniger? Kleiner Ausflug in die neue Gewichtsregelkunde: Vor-jahresfahrzeuge dürfen aufgrund des benachteiligten technischen Stands 15kg weniger wiegen als die aktuellen! Die Vorjahreswagen sind aber nicht vom Handicap-System betroffen. Dieses sieht ein Strafgewicht von 10kg für das Siegerauto sowie alle weiteren Autos des Jahrgangs 2005 von diesem Hersteller vor. Die maximale Zuladung ist aber 20 kg, also selbst wenn ein Auto -rein hypothetisch- 10 Rennen am Stück gewinnt, erhöht sich die Zuladung nach dem 2. Sieg nicht mehr sondern es bleibt bei 20kg.

Dasselbe, was für die Beladung gilt, gilt auch für die Entladung. Der dritt-platzierte Hersteller darf seine aktuellen Autos um maximal 20 kg entladen, jedoch nur um 10kg pro Rennen. Der zweitplatzierte Hersteller behält das Gewicht an seinen Fahrzeugen.

Soweit alles klar? Keine Sorge, das schleift sich ein, schließlich haben sich deutsche Rennsportfans auch schon an den Rennmodus der V8Star ge-wöhnt!

Zurück zum Rennen und zu Christian Abt. Nein, erst zu einem Kampf, der Christian Abt zu dem verhalf, was er vollbrachte. Es war nämlich so, dass vorne in der Reihenfolge Alesi - Paffett - Schneider drei Mercedes führten. Auf Platz 4 lag Mattias Ekström, der sich vehement gegen den heranstürmenden Jamie Green zur Wehr setzte. In Folge dieses Kampfs kam der sechst-plazierte Abt auf diese Kampfgruppe auf, wartete, entgegen seinem Naturell, ab, was da geschah und nutzte eine Rangelei Eingangs Motodrom aus, um auf einen Schlag sowohl an Green, der das Kiesbett kurz besuchte, als auch an Ekström vorbeizuziehen.

An dieser Reihenfolge änderte sich dann nichts mehr. Christian Abt, der in der Saison 2004 mit dem Meisterauto einen Punkt holte, fährt im Rennen vor den amtierenden Meister im "Modell 2005" über den Zielstrich und lässt sich zurecht auf Platz 4 feiern, hinter dem angesprochenen Mercedes-Trio! DTM-Neuling Mika Häkkinen konnte sich übrigens von Startplatz 15 auf Endplatz 8 vorfahren, ein Punkt zum DTM-Auftakt, gut gemacht!

Für Opel war der Rennsonntag ein Reinfall, Marcel Fässler wurde 9., einen Platz und fünfeinhalb Sekunden an den Punkten vorbei, die anderen drei Fahrzeuge waren ja vorzeitig ausgeschieden! Im Hinblick auf das zweite DTM-Rennen auf dem Eurospeedway Lausitz denke ich, dass Opel die besten Karten hat. Die "Blitze" waren bei den Wintertests immer vorne dabei und setzten einige Bestzeiten. Durch die Entladung der Fahrzeuge denke ich, dass Opel am Eurospeedway, auf dem sie traditionell sowieso sehr schnell sind, groß auftrumpfen wird. Vielleicht sehen wir sogar ein Drei-Marken-Podium, ich würde die Chancen auf dem Kurs Nahe Klettwitz für die jeweiligen Hersteller als etwa gleich groß einschätzen.

Wie auch immer, Alles in Allem wird die Saison übers Jahr hinweg, auch durch die neuen Regeln, sehr spannend. Opel wird sicher auch um Siege mitfahren können, sodass wir uns auf die wohl spannendste DTM-Saison der "Neuzeit" einstellen dürfen.

Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam

www.michaelbraeutigam.net.ms/
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