|
|
Das
DTM-Finale im Visier eines jungen Motorsport-Fans:
|
Er hätte ausfallen
müssen und Mattias Ekström hätte im Mercedes-Land Baden-Württemberg
einen Sieg für Audi einfahren müssen, damit eben nicht der Brite
sondern der Schwede gewinnt. Doch Gary Paffett fuhr in einem nicht
unbeherzten Rennen einen dritten Platz ein und durch die gleichzeitige
Punktlosigkeit von Mattias Ekström durfte sich der bald vermählte
Engländer über den DTM-Meisterpokal und einen Gutschein für eine
Testfahrt im McLaren-Mercedes freuen.
Das Rennen war eines Saisonfinales wirklich würdig: Packende Zweikämpfe,
unkonventionelle Regelauslegungen und doch noch ein deutscher Rennsieger
im Jahr 2005!
Die Zweikämpfe wurden in der Hauptsache von Mattias Ekström bestritten,
der von Startplatz 15 aus schließlich einen langen Weg bis an die
Spitze vor sich hatte. Dabei geriet er hauptsächlich mit den Mercedes-Werkspiloten
aneinander und befreite einen der Sterne sogar von einem Außenspiegel.
Doch auch der größte Kampfgeist von einem der unbestritten besten
Tourenwagen-Piloten der Welt half nichts, um der Spitze des Feldes
ge-fährlich zu werden.
An der Audi-Box setzte man dann etwas um, das manche als erfrischend
gewagt, manche als völligen Schwachsinn gesehen haben. Nach langem
Studium des DTM-Reglements war man beim Team ABT Sportsline und
Audi zu dem Schluss gekommen, dass man, um die zwei vorgeschriebenen
Boxenstopps zu absolvieren, ja gar nicht zwei Mal an die Box fahren
müsse. Man wechselte also beim einzigen Stopp von Mattias Ekström
gleich zwei Mal die Reifen und war sich sicher, damit die vorgeschriebenen
zwei Boxenstopps absolviert zu haben. Doch die Rennleitung erhob
den Zeige-finger und nahm Mattias Ekström unmittelbar nach Überfahren
der Ziellinie aus der Wertung.
Zurecht? Ich finde schon! Ich definiere einen Boxenstopp so, dass
dazu auch die Boxenein- und -ausfahrt gehört, welche von Mattias
Ekström jeweils nur ein Mal absolviert wurden. Die Entscheidung
der Rennleitung ist also korrekt!
Vorne setzte derweil jemand eine Serie fort. Nachdem in den letzten
Jahren bei mindestens einem Rennen in Hockenheim immer ein Sieg
für Altmeister Bernd Schneider heraussprang, konnte er diese beim
Saisonfinale 2005 fort-setzen. Wie schon im vergangenen Jahr holte
sich der gebürtige Saarländer seinen ersten und einzigen Sieg des
Jahres beim letzten Rennen in Hocken-heim. Damit war er, ebenfalls
wie im letzten Jahr, wieder der einzige Deut-sche, der in der Deutschen
Tourenwagen Masters einen Sieg einfahren konnte.
Ein schwarzes Abschiedswochenende in der DTM erlebte Opel. In der
Schlussphase überschattete ein schwerer Unfall von Heinz-Harald
Frentzen die silberne Triumphfahrt. Wie vielleicht Heinz-Harald
Frentzen auch sagt Laurent Aiello dem Motorsport nach vielen erfolgreichen
Jahren für immer "au revoir". Im letzten Rennen seiner Karriere
wurde ihm seitens Opel mit einer speziell gestalteten "Merci, Laurent"-Airbrush
auf der Motorhaube seines Vectra GTS V8 gedankt.
Was bleibt, ist den verdienten Meistern 2005, Gary Paffett bei den
Fahrern, Mercedes bei den Marken, DaimlerChrysler Bank AMG-Mercedes
bei den Teams, eine tiefe Verneigung entgegenzubringen und allen
Fans zu wün-schen, dass die bis zum April andauernde Winterpause
schnellstmöglich vorbeigeht!
Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam
www.michaelbraeutigam.net.ms/
|
|