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2005 (11 Läufe)
8. Lauf
Zandvoort (NL)
26. - 28. August 2005

Der 8. DTM-Lauf im Visier
eines jungen Motorsport-Fans:



Kaffeefahrt an der Nordsee


Nein, in meiner Überschrift hat sich kein Grammatikfehler eingeschlichen. Vielmehr spiele ich auf die wirklich nahezu mühelose Fahrt des Gary Paffett zu einem weiteren Rennsieg auf der Strecke von Zandvoort, das nun mal an der Nordsee liegt, an. Zugegenebermaßen spielte aber auch etwas Fortune eine Rolle: So hing Gary "Perfect" rundenlang hinter Teamkollege und Pole-sitter Bernd Schneider und dem noch nicht den Boxenstopp absolviert habenden (oh Mann, mein Deutsch…!) Rinaldo Capello fest. Doch ein Überholversuch Bernd Schneiders endete mit einem Auffahrkontakt mit Audi-Pilot Rinaldo Capello, sodass dieser sich in der "Tarzanbocht" drehte, Schneider einen weiten Bogen fahren musste und Gary Paffett grinsend auf der Ideallinie vorbeizog. Der Sieg war danach nur noch Formsache. Der Vorsprung am Ende, vor dem Zweitplatzierten Mattias Ekström: Zwölf Sekunden!

Eine halbe Ewigkeit mussten also die rund 77.000 Zuschauer warten, bis sie auch dem Zweitplatzierten zujubeln durften. Ebenso ungefährdet wie der Sieg Paffetts war auch der dritte Platz von Heinz-Harald Frentzen, der die zweite Podiumsplatzierung für Opel und sich selbst in der Saison 2005 perfekt machte, indem er das Ergebnis von Brünn einstellte. Das bedeutete auch, dass erstmals nach dem Rennen am Eurospeedway Lausitz im Jahre 2003 wieder alle drei Marken der DTM auf dem Podium vereint waren.

Platz vier konnte sich mit einer wahren Heldentat vor der letzten Kurve noch der Meisterschaftsdritte Tom Kristensen sichern. Erst in der letzten Kurven-kombination konnte er den zweitbesten Opel-Piloten, Marcel Fässler, hinter sich lassen. Fässler seinerseits fing sich nach dem Überholmanöver schnell wieder und konnte den finalen Angriff des groß auftrumpfenden Martin Tomczyk (der nur von Startplatz 15 gestartet war) noch abwehren. Mit Platz drei und fünf fuhr Opel das beste Saisonresultat ein. Die letzten beiden Punkteplätze belegten Jamie Green (AMG Mercedes) und der ebenfalls eine DTM C-Klasse bewegende Bernd Schneider, der für seine "Attacke" eine leicht übertriebene Durchfahrtsstrafe erhielt und sich vor dem Rennen, bedingt durch die Pole Position, sicher mehr ausgerechnet hatte als einen Punkt.

Durch den Sieg Paffetts bleibt die DTM nach wie vor superspannend. Wie im Jahr 2003 mit Bernd Schneider und Christijan Albers, so wechselt auch dieses Jahr die Führung in der Gesamtwertung beinahe nach jedem Rennen, und der Abstand bleibt konstant eng. Aus einem Punkt Rückstand auf Mattias Ekström ist nun ein Punkt Vorsprung für Gary Paffett geworden. Der einzige ernsthafte Verfolger des Spitzenduos ist Tom Kristensen, dem aber wohl aufgrund der Leistungsdichte in der DTM nur noch eine theoretische Chance zugesprochen werden kann. Den Rest des Fahrerfeldes kann man aus der "Meisterfrage" komplett ausblenden.

Ich bin mir sicher, dass es am 18. September, wenn es zum zweiten Mal in dieser Saison an den Eurospeedway Lausitz geht, wieder richtig packende Rennszenen gibt. Ich hoffe inständig, dass Opel dort endlich wieder ganz vorne mitreden kann und vielleicht sogar ein Sieg gelingt. Alle vier Fahrer der Marke mit dem Blitz haben sicher das Zeug, um den Sieg mitzufahren, nur Opel fehlen noch zwei bis drei Zehntelsekunden, um mit der absoluten Spitze mithalten zu können.

Vielleicht findet man diese "Zehntelchen" in den drei Wochen der Renn-pause. Es würde Volker Strycek sicher ein gutes Gefühl geben, doch nicht komplett erfolglos mit Opel aus der DTM zu verschwinden.

Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam

www.michaelbraeutigam.net.ms/
 
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