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Der
sechste DTM-Lauf im Visier
eines jungen Motorsport-Fans:
…Sternstunden
am
Dutzendteich
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Eigentlich
sprach nicht viel für Mercedes unmittelbar vor und auch nicht
im Verlauf des Rennens. Pole Position für Tom Kristensen, Gary
Paffett auf Startplatz zwei. Als man dann bei Mercedes in der
ersten, von Jamie Green verschuldeten, Safety Car-Phase dann auch
noch verpennte, Speerspitze Gary Paffett in die Box zu holen,
lief sogar vieles für Opel. Marcel Fässler wurde schlauerweise
direkt zum seinem ersten Pflichtstopp einberufen und lag als einziger
Absolvent des ersten Stopps aus der Spitzengruppe auf Siegkurs.
Doch dann kam Safety Car-Phase Nummer zwei. "Dindo" Capello krachte
in der Schikane rücklings in die durch einige Anbander sowieso
schon recht in Mitleidenschaft gezogene Mauer und verteilte Trümmer
und Öl bis zur Dutzendteichkehre und in die Boxengasse. Diese
Ölspur wurde Marcel Fässler zum Verhängnis. Er wurde sofort zur
Box gerufen, doch der normale Bremspunkt war durch die Ölspur
natürlich Makulatur, so krachte der Vectra GTS V8 mit hoher Geschwindigkeit
in der Kehre in die Leitplanke. Die nach-haltigen Kaltverformungen
waren beim Boxenstopp nicht mehr zu richten, also musste der Eidgenosse
sein Gefährt abstellen. Nicht nur bei ihm lief die eine oder andere
Träne die Wange herunter.
Während bei Opel also die Tränen liefen, griff man bei Mercedes
ganz tief in die Trickkiste. Gary Paffett wurde während der Safety
Car-Phase gleich zwei Mal hintereinander zum Boxenstopp reingeholt,
womit er nicht zu viel Zeit auf die Spitze verlor. Tom Kristensen
führte zu diesem Zeitpunkt das Rennen an, hatte jedoch erst einen
Boxenstopp absolviert. Auf Platz zwei lag der Vor-jahres-Audi
von Christian Abt, der aber schon zwei mal an der Box war!
Sollte am Norisring etwa ein Vorjahresauto gewinnen? Nein! Gary
Paffett schnitt nach dem Neustart mit den neuen Reifen wie ein
heißes Messer durch die Butter durch das ganze Feld nach vorne
und konnte sogar fast noch Tom Kristensen vor dessen zweiten Stopp
einholen. Als dieser dann zu eben diesem Stopp reinfuhr, sah Gary
Paffett wie der sichere Sieger aus, schließlich lag da "nur" ein
Vorjahresauto hinter ihm und Mattias Ekström war zu diesem Zeitpunkt
noch mit Respektabstand zum zweitplatzierten Christian Abt unterwegs.
Zudem schloss gegen Rennende immer mehr der bestplatzierte Opel
von Manuel Reuter auf den amtierenden Champion auf. Der große
Showdown war dann in der letzten Kurve. In der Anfahrt zur Grundig-Kehre
zog Reuter jenseits jeglicher rational erklärbaren Angriffspositionen
aus dem Wind-schatten von Mattias Ekström aus, um ihn in der Kurve
brutalst in die Fahrertür zu fahren. Ekström drehte sich um 90°
und verlor bei dem Versuch, seinen Renn-A4 zu fangen, die Motorhaube
am rechten Vorderrad vom blauen Opel. Doch bei Opel freute man
sich zu früh über den Podiumsplatz. Die nachträglich angehängte
30-Sekunden-Zeitstrafe beförderte Manuel Reuter sogar aus den
Punkterängen.
Ein Grinsen über beide Ohren und eine Euphorie, die seinesgleichen
sucht, konnte man im Parc Fermé von Christian Abt vernehmen, der
mit dem zweiten Platz sein bestes DTM-Resultat aus Zandvoort 2001
(damals verlor er in einem beinharten Duell erst in der letzten
Runde die Führung an Uwe Alzen) einstellt, und das im Vorjahres-Auto,
Respekt!
Die Gesamtführung übernimmt durch seinen Sieg nun wieder Gary
Paffett. Beim nächsten Lauf auf dem Nürburgring wird der junge
Brite dann auch versuchen, durch die Wiederholung seines Vorjahressieges
diese Führung, die derzeit nur drei Punkte beträgt, weiter auszubauen.
Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam
www.michaelbraeutigam.net.ms/
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