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Die
DTM-Premiere in der Türkei im Visier eines jungen Motorsport-Fans:
Sternstunden
im Zeichen des Halbmondes
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Würde die neue
Strecke im Istanbul Park eher eine Mercedes- oder eher eine Audi-Strecke
sein? Ist die Strecke vielleicht sogar perfekt auf den Opel Vectra
GTS V8 der Saison 2005 maßgeschneidert?
Diese Frage wurde spätestens im Qualifying zum 10. Lauf der DTM
2005 be-antwortet, als Bruno Spengler in einem Vorjahres-Mercedes
die Bestzeit fuhr! Als dann nach der Superpole gleich vier Mercedes
die ersten beiden Startreihen ausfüllten, war klar, dass am Rennsonntag
Gary Paffett, der auf der Pole Position stand, die besten Karten
hatte, eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft zu treffen.
Doch zunächst sah es nach Ekström-Verhältnissen aus. Der Regen am
Rennsonntag hätte dem Schweden, der bereits im Werksteam von Skoda
Erfahrungen in der Rallye-WM sammeln durfte, in die Karten spielen
können, schließlich fährt er gerne bei rutschigen Straßen-verhältnissen.
So war es dann auch kaum verwunderlich, dass sich der amtierende
DTM-Meister bereits im Laufe der ersten Runde von Startplatz fünf
auf Rang zwei vorfuhr.
Doch in der letzten Kurve der ersten Runde machte der Teamkollege
vom Führenden Gary Paffett, Jamie Green, einen Strich durch die
Rechnung Ekströms, indem er ihn, meines Erachtens fair, an der Innenseite
der Kurve zu überholen versuchte, was damit endete, dass Ekström
am Ausgang der Kurve auf den Grünstreifen kam und wieder komplett
hinter das Mercedes-Quartett zurückfiel.
Auf der immer trockener werdenden Strecke fuhren die führenden Mercedes'
ähnlich einer Prozession einem ungefährdeten Sieg entgegen. Weiter
hinten kämpfte Mattias Ekström derweil mit einem immer schlechter
werdenden Fahrverhalten seines Audi A4 DTM. Der gut 450 PS starke
Rennwagen bekam immer mehr Übersteuern, was auch der beste Fahrer
der Welt nicht mehr hätte wettmachen können. Letztendlich fiel der
Schwede sogar noch hinter den stark fahrenden Deutschgriechen Alexandros
Margaritis auf Platz zwölf zurück.
Ein wahrhaft schwarzes Wochenende zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt
der Saison. Jetzt, wo nur noch ein Rennen aussteht, liegt Ekström
nämlich neun Punkte hinter seinem härtesten Widersacher im Kampf
um den DTM-Fahrertitel. Beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring
reicht Gary Paffett bereits ein achter Platz zum Titelgewinn, während
Mattias Ekström gewinnen muss, um überhaupt noch eine Chance auf
den Titel zu haben.
Dass allein Letzteres ein schwieriges Unterfangen wird, lässt sich
daran ablesen, dass Mercedes-Benz in den vergangenen Jahren in Hockenheim
immer dominierte und auch beim ersten Lauf auf der badischen Rennstrecke
im Jahre 2005 die Fahrzeuge mit dem Stern einen Dreifachsieg verbuchen
konnten.
Favorit auf einen Sieg in Hockenheim ist, nach dem Gesetz der Serie,
Bernd Schneider. Seit Bestehen der "neuen" DTM gab es kein Jahr,
in dem Bernd Schneider keinen Sieg in Hockenheim holen konnte und
selbst in der vergangenen, verkorksten Saison 2004, konnte Bernd
Schneider seine Saison durch einen Sieg noch zu einem versöhnlichen
Abschluss bringen.
Es wäre zu früh, trotz der denkbar guten Vorzeichen, Gary Paffett
vorzeitig zum Titelgewinn zu gratulieren, aber die Meister-Shirts
dürften von Mercedes längst in Auftrag gegeben sein und ich würde
mich nicht wundern, wenn am Rennsonntag in Hockenheim die versammelte
Mercedes-Mannschaft diese Shirts der Öffentlichkeit präsentieren
könnte, um sie gleich darauf mit viel Champagner im Freudentaumel
zu ertränken.
Auf alle Fälle wird der Saisonabschluss in Hockenheim wieder das
Highlight der Saison. Das zeigen auch die Vorverkaufszahlen der
Eintrittskarten. Bereits über 60.000 Tickets sind verkauft, eine
Zusatztribüne wird derzeit gebaut.
Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam
www.michaelbraeutigam.net.ms/
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