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2005 (11 Läufe)
10. Lauf
Istanbul (TR)
30.09. - 02.10.2005

Die DTM-Premiere in der Türkei im Visier eines jungen Motorsport-Fans:



Sternstunden im Zeichen des Halbmondes


Würde die neue Strecke im Istanbul Park eher eine Mercedes- oder eher eine Audi-Strecke sein? Ist die Strecke vielleicht sogar perfekt auf den Opel Vectra GTS V8 der Saison 2005 maßgeschneidert?

Diese Frage wurde spätestens im Qualifying zum 10. Lauf der DTM 2005 be-antwortet, als Bruno Spengler in einem Vorjahres-Mercedes die Bestzeit fuhr! Als dann nach der Superpole gleich vier Mercedes die ersten beiden Startreihen ausfüllten, war klar, dass am Rennsonntag Gary Paffett, der auf der Pole Position stand, die besten Karten hatte, eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft zu treffen.

Doch zunächst sah es nach Ekström-Verhältnissen aus. Der Regen am Rennsonntag hätte dem Schweden, der bereits im Werksteam von Skoda Erfahrungen in der Rallye-WM sammeln durfte, in die Karten spielen können, schließlich fährt er gerne bei rutschigen Straßen-verhältnissen. So war es dann auch kaum verwunderlich, dass sich der amtierende DTM-Meister bereits im Laufe der ersten Runde von Startplatz fünf auf Rang zwei vorfuhr.

Doch in der letzten Kurve der ersten Runde machte der Teamkollege vom Führenden Gary Paffett, Jamie Green, einen Strich durch die Rechnung Ekströms, indem er ihn, meines Erachtens fair, an der Innenseite der Kurve zu überholen versuchte, was damit endete, dass Ekström am Ausgang der Kurve auf den Grünstreifen kam und wieder komplett hinter das Mercedes-Quartett zurückfiel.

Auf der immer trockener werdenden Strecke fuhren die führenden Mercedes' ähnlich einer Prozession einem ungefährdeten Sieg entgegen. Weiter hinten kämpfte Mattias Ekström derweil mit einem immer schlechter werdenden Fahrverhalten seines Audi A4 DTM. Der gut 450 PS starke Rennwagen bekam immer mehr Übersteuern, was auch der beste Fahrer der Welt nicht mehr hätte wettmachen können. Letztendlich fiel der Schwede sogar noch hinter den stark fahrenden Deutschgriechen Alexandros Margaritis auf Platz zwölf zurück.

Ein wahrhaft schwarzes Wochenende zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt der Saison. Jetzt, wo nur noch ein Rennen aussteht, liegt Ekström nämlich neun Punkte hinter seinem härtesten Widersacher im Kampf um den DTM-Fahrertitel. Beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring reicht Gary Paffett bereits ein achter Platz zum Titelgewinn, während Mattias Ekström gewinnen muss, um überhaupt noch eine Chance auf den Titel zu haben.

Dass allein Letzteres ein schwieriges Unterfangen wird, lässt sich daran ablesen, dass Mercedes-Benz in den vergangenen Jahren in Hockenheim immer dominierte und auch beim ersten Lauf auf der badischen Rennstrecke im Jahre 2005 die Fahrzeuge mit dem Stern einen Dreifachsieg verbuchen konnten.

Favorit auf einen Sieg in Hockenheim ist, nach dem Gesetz der Serie, Bernd Schneider. Seit Bestehen der "neuen" DTM gab es kein Jahr, in dem Bernd Schneider keinen Sieg in Hockenheim holen konnte und selbst in der vergangenen, verkorksten Saison 2004, konnte Bernd Schneider seine Saison durch einen Sieg noch zu einem versöhnlichen Abschluss bringen.

Es wäre zu früh, trotz der denkbar guten Vorzeichen, Gary Paffett vorzeitig zum Titelgewinn zu gratulieren, aber die Meister-Shirts dürften von Mercedes längst in Auftrag gegeben sein und ich würde mich nicht wundern, wenn am Rennsonntag in Hockenheim die versammelte Mercedes-Mannschaft diese Shirts der Öffentlichkeit präsentieren könnte, um sie gleich darauf mit viel Champagner im Freudentaumel zu ertränken.

Auf alle Fälle wird der Saisonabschluss in Hockenheim wieder das Highlight der Saison. Das zeigen auch die Vorverkaufszahlen der Eintrittskarten. Bereits über 60.000 Tickets sind verkauft, eine Zusatztribüne wird derzeit gebaut.

Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam

www.michaelbraeutigam.net.ms/
 
 
   
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