Häkkinen fliegt von Platz 15 zum DTM-Sieg
in Mugello
Der Asphalt glühte auf der Rennstrecke in Mugello beim sechsten
DTM-Lauf des Jahres. Bei Lufttemperaturen von fast 40 Grad
erlebten die Zuschauer ein turbulentes Rennen mit einem überglücklichen
Mika Häkkinen (FIN), der nach einer grandiosen Aufholjagd
von Startplatz 15 zum Sieg fuhr. Für den Mercedes-Benz-Piloten
war es der zweite Erfolg in dieser Saison.
„Es war ein fantastisches Rennen, und es hat viel Spaß gemacht”,
jubelte der von der Hitze gezeichnete 38-jährige Finne. Zweiter
wurde Mattias Ek-ström (S) im Audi A4 DTM, der von der Pole-Position
ins Rennen gegangen war. Sein Rückstand auf Häkkinen betrug
bei der Zieldurchfahrt 0,371 Se-kunden. Für seine Platzierung
erhielt der Schwede acht Punkte und über-nahm damit die Führung
in der Gesamtwertung. Auf Platz drei beendete Paul di Resta
(GB) das Rennen auf der mit 5,245 Kilometer längsten Strecke
im DTM-Kalender. Mit seiner 2005er AMG Mercedes C-Klasse kämpfte
sich der Schotte von Platz zwölf bis auf das Podium vor.
Ein früher zweiter Boxenstopp und eine Safetycar-Phase zur
„rechten Zeit” bescherten Häkkinen in Mugello wichtige Punkte
im Titelkampf. Kurz nach-dem Alexandros Margaritis (GR) von
der Strecke ins Kiesbett gerutscht war, absolvierte der ehemalige
Formel-1-Weltmeister seinen zweiten Stopp. Das Safetycar musste
unmittelbar im Anschluss auf die Strecke und führte das Fahrerfeld
drei Runden lang um das „Autodromo Internazionale del Mugello”.
Während dieser Zeit, in Runde 15, fuhren alle übrigen Piloten
zu ihrem zweiten Boxenstopp.
Häkkinen, der seine beiden Pflichtstopps bereits absolviert
hatte, blieb auf der Strecke, passierte das gesamte Feld und
übernahm die Führung, die er bis zum Schluss des 33 Runden
langen Rennens nicht mehr abgab. Für Audi verlief das Rennen
nicht nach Plan. Von den Plätzen eins bis fünf ge-startet,
konnte nur der neue Tabellenführer Ekström seine gute Ausgangs-position
nutzen. Probleme beim Boxenstopp bescherten dem von Position
zwei ins Rennen gegangenen Tom Kristensen (DK) Platz acht.
Die von drei und vier gestarteten Martin Tomczyk (D) und Timo
Scheider (D) schieden vorzeitig aus.
Die drei Audi-Piloten Christian Abt (D), Mike Rockenfeller
(D) und Alexandre Prémat (F) fuhren unter Gelb schnellste
Sektorzeiten und bekamen dafür jeweils eine Durchfahrtsstrafe.
Rockenfeller wurde hinter dem Mercedes-Benz-Duo Bruno Spengler
(CDN) und Daniel La Rosa (D) Sechster, Marken-kollege Prémat
folgte auf Platz sieben, Abt schied nach einer Kollision aus.
Einen beachtlichen neunten Platz belegte Markus Winkelhock
(D). Der Sohn von Manfred Winkelhock übernahm erst bei diesem
Rennen das Cockpit von Adam Carroll beim Audi-Team Futurecom
TME. Auch Susie Stoddart (GB) freute sich über ihre Platzierung.
Die Mercedes-Benz-Pilotin erzielte mit Platz zehn ihr persönlich
bestes Saisonergebnis.
Im Titelkampf führt Ekström mit 32 Punkten. Härteste Verfolger
sind bis-herige Tabellenführer Bernd Schneider mit 25,5 und
Spengler mit 22 Punk-ten. Häkkinen liegt nach seinem Sieg
mit 20 Zählern auf Platz fünf hinter Markenkollege di Resta.
Der siebte DTM-Lauf des Jahres findet vom 27. bis 29. Juli
im niederländischen Zandvoort statt.
Mika Häkkinen (Sieger, AMG Mercedes C-Klasse):
„Es war ein fantastisches Rennen, und es hat viel Spaß gemacht.
Vor dem Rennen sagte ich zu einer Bekannten: Weißt du, heute
sehe ich eine Mög-lichkeit zu gewinnen. Und siehe da – jetzt
stehe ich ganz oben auf dem Podium. Das Leben ist schon erstaunlich.
Wer nicht aufgibt, wird belohnt.”
Mattias Ekström (2. Platz, Audi Sport Team Abt Sportsline):
„Mit meiner Leistung und meinem Auto bin ich sehr zufrieden.
Ich hatte einen guten Start und gute Boxenstopps, allerdings
Pech durch die Safetycar-Phase. Ich riskierte nicht alles,
um Mika anzugreifen, da die Strecke neben der Ideallinie extrem
schmutzig und rutschig war. Wichtig waren die Punkte im Titelkampf
und die Führung in der Gesamtwertung.”
Paul di Resta (3. Platz, JAWA4U.de AMG Mercedes C-Klasse):
„Wenn mir heute einer vor dem Rennen gesagt hätte, dass ich
Dritter werde, dann hätte ich das mit Sicherheit nicht geglaubt.
Die Safetycar-Phase hat mir sehr geholfen, nach vorne zu kommen.
Mein Team hat perfekt bei den Boxenstopps funktioniert. Drei
Podiumsplätze in sechs Rennen sind fast zu schön, um wahr
zu sein.”
Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug:
„Das war wirklich ein verrücktes Rennen. Ich hätte nie gedacht,
dass Mika Häkkinen vom 15. Startplatz aus gewinnen kann. Er
hat eine fantastische Leistung gezeigt. Am EuroSpeedway Lausitz
war er der Verlierer der Safetycar-Phase, hier ist er jetzt
der Gewinner. Er hat den Sieg wirklich verdient. Es tut mir
für Audi Leid, sie hätten ein besseres Ergebnis verdient,
da sie eigentlich überlegen waren. Nur Mattias Ekström kann
zufrieden sein. Er führt mit siebeneinhalb Punkten die Meisterschaft
an, das ist ein kom-fortabler Vorsprung in der DTM.”
Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich:
„Ich freue mich, dass Mattias Ekström Zweiter geworden ist,
Punkte geholt hat und die Meisterschaft anführt. Über das
Rennergebnis insgesamt freue ich mich natürlich nicht wirklich.
Obwohl wir immer noch einen sehr guten Speed hatten, waren
wir einfach nicht gut genug. Wir haben zu viele kleine Fehler
gemacht. Aber der Tag liegt jetzt hinter uns, und wir schauen
nach vorne.”
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