Entscheidung auf der Zielgeraden:
* Tomczyk gewinnt DTM-Krimi
Herzschlagfinale
vor 74.500 Zuschauern beim siebten DTM-Lauf im nieder-ländischen
Zandvoort. Nach packenden Zweikämpfen zwischen den beiden
Audi-Piloten Alexandre Prémat im Jahreswagen und Martin Tomczyk
schien der Franzose Prémat bereits wie der sichere Sieger.
Doch wenige Meter vor dem Überfahren der Ziellinie ließ Prémat
seinen deutschen Markenkollegen Tomczyk vorbeiziehen und schenkte
ihm so seinen ersten DTM-Erfolg in diesem Jahr.
„Diesen Sieg widme ich meinem verstorbenen Großvater“, sagte
Tomczyk gerührt über den insgesamt zweiten Erfolg seiner DTM-Karriere.
Auch im Kampf um Platz drei kam es zwischen mehreren Piloten
zu span-nenden Zweikämpfen. Mattias Ekström aus Schweden,
der Führende der Gesamtwertung, überholte in den letzten beiden
Runden zunächst Merce-des-Benz-Pilot Bruno Spengler (CDN)
für den vierten Platz, um dann eben-falls kurz vor der Zieldurchfahrt
seinem Audi-Markenkollegen Timo Scheider (D) die erste Podiumsplatzierung
wegzuschnappen. Der 29-Jährige behält dadurch mit 38 Punkten
die Führung der Gesamtwertung.
Durch seinen Erfolg ist Tomczyk jetzt mit acht Punkten Rückstand
härtester Verfolger im Titelkampf. Spengler folgt mit 26 Punkten
und zwölf Zählern Rückstand auf Rang drei. Bei seinem letzten
DTM-Auftritt in Zandvoort er-reichte der 40-jährige Christian
Abt (D) mit dem Audi A4 DTM den sechsten Platz. Der Kemptener
beendet am Ende der Saison seine DTM-Karriere.
Der finnische Mercedes-Benz-Fahrer Mika Häkkinen konnte seinen
Erfolg vom vorherigen Rennen im italienischen Mugello nicht
wiederholen. Der ehemalige Formel-1-Weltmeister lieferte sich
heiße Duelle mit Ekström, den er allerdings in der 33. Runde
ziehen lassen musste. Häkkinen beendete das Rennen als Siebter.
Hinter dem Publikumsliebling sicherte sich Markenkollege Alexandros
Mar-garitis (GR) mit Platz acht noch einen Punkt für die Gesamtwertung.
Der Sieger von 2005, Gary Paffett (GB), und Mike Rockenfeller
(D) folgten als Neunter und Zehnter.
Das Rennen an der Nordseeküste lieferte über 38 Runden und
insgesamt 163,666 Kilometer spannende, DTM-typische Zweikämpfe
sowie taktische Finessen. Der kommende, achte DTM-Lauf des
Jahres findet vom 31. August bis zum 2. September auf dem
Nürburgring in der Eifel statt.
Martin Tomczyk (Sieger, Audi Sport Team Abt Sportsline):
„Super Auto, tolle Strategie und ein gutes Teamwork – das
war heute der Schlüssel zum Sieg. Vielen Dank an Alexandre
Prémat, der mich zum Schluss vorbeigelassen hat, damit ich
wichtige Punkte im Titelkampf sam-meln kann.”
Alexandre Prémat (2. Platz, Audi Sport Team Phoenix):
„Es war ein sehr hartes Rennen. Die Strategie war heute der
entscheidende Faktor. Ich habe selber entschieden, Martin
gewinnen zu lassen, da er die Punkte nötiger hat und ich selber
keine Chance auf den Titel habe. Das war klassisches Teamwork.“
Mattias Ekström (3. Platz, Audi Sport Team Abt Sportsline):
„Ich hatte heute ein sehr gutes Rennen mit einem konstant
guten Auto. Es hat richtig Spaß gemacht. Mit Mika Häkkinen
und Bruno Spengler kam es zu tollen Duellen, die ich für mich
entschieden habe.”
Bruno Spengler (5. Platz DaimlerChrysler Bank AMG Mercedes):
„Sehr schnelle Boxenstopps und eine gute Strategie haben mich
im Rennen bis auf den dritten Platz gebracht. Ich wurde am
Ende der Boxengasse von Christian Abt in Richtung Boxenmauer
gedrückt, das war eine gefährliche Situation für den Streckenposten
dort. Später im Rennen ist mir dann Timo Scheider ein paar
Mal ins Auto gefahren und hat mir hinten links die Aero-dynamik
kaputt gemacht. Er hat mich einfach so lange angeschoben,
bis er mich überholen konnte. Generell war dieses Rennen in
meinen Augen nicht fair. Dass wir jetzt am Nürburgring zehn
Kilogramm leichter sein werden, hilft uns natürlich. Wir werden
sehen, wie es am Ende werden es in der Meister-schaft aussieht.“
Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich:
„Es war wieder ein beeindruckendes Rennwochenende in Zandvoort.
Trotz des nicht so guten Wetters, sind sehr viele Zuschauer
gekommen. Wir ha-ben gestern im Qualifying eine sehr gute
Teamleistung gezeigt und konnten dies heute im Rennen wiederholen.
Es war ein hartes und spannendes Ren-nen mit einem am Ende
sehr guten Ergebnis für uns. Zur Teamleistung hat auch gehört,
dass Alexandre Prémat und Timo Scheider selbst entschieden
haben, Martin Tomczyk und Mattias Ekström vorbeizulassen.
Das war keine Entscheidung von uns. Auch wenn der Nürburgring
nicht gerade eine Audi-Strecke ist, freue ich mich jetzt auf
das nächste Rennen in Deutschland, denn auch schon Hockenheim
war eigentlich keine Audi-Strecke, und dort haben wir das
Auftaktrennen gewonnen.”
Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug:
„Es ist sicher keine Überraschung, dass ich einen ganz anderen
Eindruck von diesem Rennen habe als Dr. Ullrich. Bruno Spengler
war auf einem guten Weg zum zweiten Podestplatz. Aber erst
fuhr ihm in der Boxengasse Christian Abt ins Auto und später
im Rennen Timo Scheider. Ich bin mit har-ten Rennen absolut
einverstanden. Aber das, was wir hier auf der Strecke gesehen
haben, war sicherlich nicht das, was wir von Mercedes-Benz
uns wünschen. Dieses Verhalten war nicht richtig, und eigentlich
möchten wir nicht gezwungen werden, uns auf die gleiche Art
und Weise zu revanchieren. Natürlich gewinnen wir gerne, sind
aber gleichzeitig auch gute Verlierer. Man hat ja gesehen,
wie ein nicht gerade kleiner Teil der Zuschauer bei der Sie-gerehrung
reagiert hat. Meine Aussage zum Rennen ist, dass das zu viel
des Guten war und somit nicht in Ordnung. Mit unseren Rundenzeiten
im Rennen bin ich zufrieden, die waren absolut konkurrenzfähig,
auch unser Speed war gut.”
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