TW-WM
2010 (11 Läufe)
10. Lauf - Adria Raceway (I) - 29. - 31. Oktober 2010

Adria Raceway
29 - 31.10.2010

Rennen

1. Scheider 1:15.01,965

2. Paffett 8,912
3. Spengler 9,738
4. Winkelhock 16,965
5. Jarvis 18,008
6. Tomczyk 22,527
7. Engel 34,424
8. Ekström 41,246
9. Di Resta 43,757
10. Coulthard 47,033
DTM-Stand 2010 nach 10 von 11 Läufen
1
Spengler
66
2
Di Resta
63
3
Paffett
57
4
Scheider
47
5
Ekström
35
6
Green
29
7
Rockenfeller

22

8
Jarvis

18

9
Tomczyk

15

10
Prémat

12

11
Molina

11

12
Winkelhock

5

13
Stoddart

4

14
Schumacher

3

15
Engel

3

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Erster Saisonsieg für Timo Scheider

Unglaubliche Action beim vorletzten DTM-Rennen der Saison auf dem Adria International Raceway. Die Zuschauer sahen ein turbulentes Rennen mit vielen Überholmanövern, einem packenden Titelkampf und einem Sieger, den vor dem Rennen keiner auf dem Zettel hatte. Der aktuelle DTM-Champion Timo Scheider startete von Platz 15, zeigte ein tolles Rennen und überquerte mit dem Audi A4 DTM als strahlender Gewinner die Ziellinie.

„Ich hatte einen super Start und war am Ende der ersten Runde, als das Ren-nen wegen des Unfalls von Alexandre Prémat abgebrochen wurde, schon auf Platz sieben. Vor dem Start sagte ich aus Spaß zu meinem Team, dass es das beste Rennen meines Lebens werden könnte. Und jetzt habe ich gewon-nen - Wahnsinn“, beschrieb Scheider seinen ersten Saisonsieg.

Die besten Nerven im Titelkampf zeigte am Sonntag der Brite Gary Paffett, der in der AMG Mercedes C-Klasse Zweiter wurde und so seinen Rückstand im Titelkampf von 14 auf neun Punkte zum Führenden verkürzte. Auf Platz eins in der Gesamtwertung liegt nun mit 66 Punkten wieder Bruno Spengler aus Kanada. Der Mercedes-Benz-Pilot verdrängte dank seines dritten Platzes im Rennen Markenkollege Paul Di Resta (63 Zähler) auf Platz zwei. Der Schotte Di Resta verpasste als Neunter knapp die Punkteränge. Paffett sagte nach dem Rennen: „Ich wusste, dass es sehr schwer werden würde. Die Strecke ist glatt und rutschig, die Reifen bauten zudem schnell ab. Wichtig ist, dass ich ins Ziel gekommen bin und meinen Rückstand im Titelkampf verkürzen konnte.“ Zuversichtlich zeigte sich auch Spengler nach dem Rennen und vor dem Finale in Shanghai: „Das ist doch ein tolles Finale. Drei Fahrer können noch Champion werden. Ich werde alles geben, um als Sieger die Saison zu beenden.“

Das Rennen begann mit einem Paukenschlag. Spengler überholte beim Start Polesetter Paffett. Wenige Kurven später berührte Audi-Pilot Mike Rocken-feller den bis dahin Gesamtführenden Di Resta und beide rutschten von der Strecke. Glück im Unglück für die beiden war ein schlimmer Unfall des Fran-zosen Alexandre Prémat Ende der ersten Runde. Der Audi-Fahrer touchierte bei hoher Geschwindigkeit Mercedes-Benz-Pilot Maro Engel auf der Start-Ziel-Geraden, rutschte ebenfalls von der Strecke und überschlug sich mehr-fach. Glücklicherweise stieg Prémat ohne fremde Hilfe aus dem völlig zer-störten Wrack aus und war sofort ansprechbar. Zur Überwachung wurde der 28-Jährige in ein Krankenhaus in Adria gebracht. Das Rennen wurde unter-brochen und die Fahrzeuge von Rockenfeller und Di Resta konnten bis zum Restart nach gut 20 Minuten repariert werden.

Im Anschluss sorgten die DTM-Piloten auf feuchter Strecke für das wohl beste DTM-Rennen des Jahres. Scheider kämpfte sich nach vorn und machte zwei sehr späte Boxenstopps. Die Taktik ging auf, denn der Lahnsteiner hatte genug Vorsprung herausgefahren, um nach dem Service in Führung zu blei-ben. Spengler verlor seine zweite Position ebenfalls nach einem Boxenstopp an Paffett. Seine bisher beste Saisonleistung zeigte der Deutsche Markus Winkelhock als Viertplatzierter, der in einem Audi A4 DTM des Jahrgangs 2008 unterwegs ist. Seine Markenkollegen Oliver Jarvis (GB) und Martin Tomczyk (D) folgten auf Rang fünf und sechs. Mercedes-Benz-Pilot Engel wurde Siebter.

Ärgerlich hingegen verlief das Rennen für den Schweden Mattias Ekström (Audi), der lange an Position drei fuhr, aber nach Problemen beim Boxen-stopp wertvolle Plätze verlor und am Ende Achter wurde. Di Resta lieferte sich über Runden mit dem spanischen Audi-Piloten Miguel Molina einen Zweikampf. Nach einer Berührung von Di Resta mit Molina, verließ der Spa-nier kurz die Strecke, konnte aber weiter fahren. Eine Runde später brach bei Molina die Radaufhängung. Er rutschte unkontrolliert über die Strecke und traf dabei Di Resta. Der Schotte schaffte es, das Rennen zu Ende zu fahren, konnte jedoch keine Punkte im Titelkampf sammeln.

Das DTM-Finalwochenende mit der Titelentscheidung 2010 findet vom 26. bis 28. November in der chinesischen Metropole Shanghai statt.

Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich:
„Alexandre Prémat hatte wirklich Glück, es geht ihm gut. Im ersten Moment waren wir alle geschockt. Nach dem Unfall von Tom Kristensen 2007 muss-ten wir lernen, dass wir aber erst einmal alle Untersuchungen abwarten müs-sen, um wirklich Entwarnung geben zu können. Letztlich können wir sehr stolz auf unsere Fahrzeuge und das Sicherheitskonzept der DTM sein. Mit dem Sieg ist uns selbstverständlich ein großer Stein vom Herzen gepurzelt. Wir alle wissen, es ist viel schwieriger nach langer Zeit wieder einen Sieg einzufahren, als konsequent Punkte zu sammeln. Heute verdanken wir den Sieg unserer Performance, einer exzellenten Strategie und einer sehr guten Teamleistung. Ich bin wirklich glücklich, dass wir heute so viele Audi-Fahrer in den Top Acht haben.“

Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug:
„Das Wichtigste ist, dass der Unfall von Alexandre Prémat glimpflich ausging. Aber das lässt einen natürlich daran denken, dass die Entwicklung unseres Sicherheitskonzeptes nicht still stehen darf, sondern immer weitergehen soll-te. Audi hatte heute eine gute Strategie und den besseren Speed, den wir im Nassen leider nicht hatten. Der Titelkampf ist immer noch offen - drei Fahrer können gewinnen und alle drei sind Mercedes-Benz-Fahrer. Das wird sicher ein spannendes Rennen in Shanghai - wir freuen uns auf das großartige Fi-nale einer großartigen Saison.“

Das Rennen im Detail
Lufttemperatur: 16,8 °C
Asphalttemperatur: 15,7 °C
Zuschauer am Rennwochenende: 5.500

14:00 Uhr
Start in die Einführungsrunde. Die Strecke ist stellenweise noch sehr feucht,
es gibt aber bereits trockene Abschnitte. Die Boxengasse ist zwischen der
15. und der 44. Runde für die beiden Pflichtboxenstopps geöffnet.
Start
Paffett verliert den Start gegen Spengler, der sich an die Spitze setzt.
Rockenfeller überholt Ekström und kann auf Platz drei vorfahren.
1. Runde
Green attackiert Rockenfeller für Platz drei und kann überholen. Winkelhock
und Tomczyk kollidieren. Di Resta kann sich auf Platz vier verbessern.
Rockenfeller und Di Resta drehen sich nach einer Berührung ins Kiesbett. 1./2. Runde
Rennabbruch nach einem Unfall von Prémat auf Höhe der Start-Ziel-Linie. Das
Rennen wird abgebrochen. Prémat steigt aus seinem völlig zerstörten Audi
A4 DTM aus. Info Die Fahrzeuge halten an der 'Red Flag Linie'. Infos zum
Neustart folgen. Prémat wird zum Check ins Medical Center gebracht. Der
Franzose ist selbständig aus dem Auto ausgestiegen und ansprechbar. Bis
zum Neustart darf an den Fahrzeugen gearbeitet werden. Der Neustart erfolgt
hinter dem Safety-Car in der Reihenfolge der Durchfahrt an Start-Ziel nach
Runde eins. Info Das Boxenstoppfenster verschiebt sich um zwei Runden.
Die Vorfälle in Runde eins und zwei werden untersucht.
Info Restart um 14:27 Uhr.
Das Safety-Car kommt nach einer Runde rein. Di Resta und Rockenfeller sind beim Restart dabei. 3. Runde Restart. Ekström attackiert Green für Platz drei.
5. Runde
Scheider überholt Winkelhock für Platz sechs. Coulthard dahinter in Lauer-
stellung.
6. Runde
Di Resta kann sich um zwei Plätze verbessern und liegt jetzt auf Platz 15.
7. Runde
Ekström versucht immer wieder Green zu überholen, aber der Brite kann
seinen dritten Platz verteidigen. Es beginnt leicht zu regnen.
8. Runde
Spengler führt mit 0,6 Sekunden vor Paffett. Green liegt weitere 2,6 Sekunden
dahinter.
9. Runde
Paffett macht Druck auf Spengler. Di Resta liegt auf Platz 13. Engel überholt
Schumacher für Platz zehn.
11. Runde
Reihenfolge: Spengler, Paffett, Green, Ekström, Jarvis, Scheider, Winkelhock
und Coulthard auf den Plätzen eins bis acht.
12. Runde
Ekström versucht immer wieder Green zu überholen, aber der kann die An-
griffe des Schweden abwehren.
13. Runde
Ekström kann Green überholen und ist jetzt Dritter. Dahinter kämpfen Jarvis
und Scheider um Platz fünf. Vor der Start-Ziel-Linie können auch Jarvis und
Scheider überholen.
14. Runde
Green verliert Position um Position - auch Winkelhock kann Green überholen.
15. Runde
Jetzt muss sich Green noch gegen Tomczyk und Coulthard erwehren -
Tomczyk muss nach einem Zweikampf mit Coulthard den Notausgang
nehmen und verliert drei Positionen während Coulthard eine gewinnt.
17. Runde
Paffett und Spengler berühren sich leicht. Die Positionen bleiben unverändert.
Ekström kommt als erster Fahrer an die Box. Auch Green, Molina und Di
Resta steuern die Boxengasse an. Probleme bei Ekström. Di Resta rutscht
bei der Boxeneinfahrt durch das Kiesbett.
18. Runde
Coulthard, Cheng, Rockenfeller und Schumacher kommen zum Boxenstopp.
19. Runde
Engel und Stoddart an die Box.
20. Runde
Paffett dreht sich und verliert Platz zwei an Scheider. Jarvis an die Box.
21. Runde
Erster Boxenstopp von Bruno Spengler.
22. Runde
Paffett und Winkelhock an die Box. Ekström kommt zum zweiten Pflicht-
stopp herein.
23. Runde
Engel überholt Green für Platz sieben und auch Di Resta attackiert Green.
Legge an die Box.
24. Runde
Di Resta und Molina überholen Green. Scheider und Tomczyk haben noch
keinen der beiden Pflichtstopps absolviert.
25. Runde
Das Rennen wird nach Zeit gefahren und nicht mehr nach Runden. In knapp
18 Minuten wird das Rennen abgewinkt. Die Teams sind selbst verant-
wortlich, bis dahin beide Boxenstopps zu machen. Engel und Green kommen
zum Boxenstopp herein.
26. Runde
Boxenstopp von Cheng.
27. Runde
Zweiter Boxenstopp von Di Resta.
28. Runde
Jarvis an die Box. Auch Rockenfeller, Schumacher, Coulthard und Stoddart
kommen herein.
29. Runde
Tomczyk kommt zu seinem ersten Boxenstopp; Winkelhock und Molina
kommen zum zweiten Pflichtstopp herein.
30. Runde
Letzter Pflichtstopp von Spengler.
31. Runde
Spengler sortiert sich hinter Tomczyk ein. Erster Stopp von Scheider. Auch
Tomczyk kommt herein.
32. Runde
Scheider kommt mit deutlichem Vorsprung vor Paffett zurück auf die Strecke.
Di Resta und Molina berühren sich am Ende der Start-Ziel-Geraden. Molina
rutscht nach einem offensichtlichen Aufhängungsschadenhinten links in das
Heck von Di Resta. Das Aus für den Spanier. Boxenstopp von Paffett.
33. Runde
Paffett kommt vor Spengler zurück auf die Strecke. Zweiter und letzter
Boxenstopp von Scheider.
34. Runde
Timo Scheider ist neuer Spitzenreiter vor Paffett und Spengler. Dahinter
Winkelhock, Jarvis, Tomczyk, Engel und Di Resta.
35. Runde
Scheider führt mit 7,1 Sekunden vor Paffett.
37. Runde
Ekström überholt Di Resta für Platz acht.
38. Runde Letzte Runde.
Timo Scheider gewinnt den zehnten DTM-Saisonlauf vor Gary Paffett und
Bruno Spengler. Die weiteren Punkteränge belegen Winkelhock, Jarvis,
Tomczyk, Engel und Ekström.

 
 
 
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