Gary Paffett zum Zweiten: DTM-Sieg in Zandvoort
Die Zusammenfassung des sechsten DTM-Laufes 2010 für den Sieger
ist kurz: Ein idealer Start, 42 souveräne Runden und zwei
gute Boxenstopps - fertig war der Start-Ziel-Sieg für den
Mercedes-Benz-Fahrer Gary Paffett im niederländischen Zandvoort.
Der Brite feiert nach dem Auftaktsieg in Hocken-heim seinen
zweiten Saisonerfolg und ist mit 35 Punkten nun härtester
Verfolger seines Markenkollegen Bruno Spengler aus Kanada,
der in den Niederlanden Siebter wurde und die Gesamtwertung
mit 44 Punkten anführt.
„Die Strecke liegt mir enorm gut. Du musst hier reichlich
Druck machen, kannst viel aus dem Auto rausholen. Das ist
eine wirklich extreme Strecke, aber sie macht mir richtig
Spaß. Bruno hatte heute ein nicht so gutes Ren-nen. Ich bin
bereit für den Titel“, freute sich Paffett nach dem Rennen
und seinem insgesamt 16. Erfolg in der DTM.
Für Mercedes-Benz ist es 2010 der fünfte Sieg im sechsten
Rennen. Der Brite Paul Di Resta sorgte als Zweiter für einen
Mercedes-Benz-Doppelsieg und komplettiert mit insgesamt 33
Punkten das Mercedes-Benz-Führungstrio im Titelkampf. Das
Rennwochenende in Zandvoort verfolgten 39.000 Zu-schauer.
Ein Rennen mit Höhen und Tiefen erlebte der aktuelle DTM-Champion
Timo Scheider. Der Audi-Pilot erwischte von der Pole-Position
aus einen schlech-ten Start und wurde bis zur zehnten Position
durchgereicht. Scheider gab jedoch nicht auf und schaffte
es, dank einer perfekten Strategie und mit viel Kampfgeist
bis auf Platz drei. „Ich habe heute ein sehr sehr gutes Auto
gehabt. Ich muss mich bei meinem Team entschuldigen, der Start
geht heute auf meine Kappe. Uns unterlaufen in diesem Jahr
Fehler, die so nicht pas-sieren dürfen. Wenigstens bin ich
noch auf das Podium gefahren. Mir war klar, dass ich mit neuen
Reifen attackieren kann, und das hab ich dann auch getan.
Alles in allem jedoch war das ein gutes Wochenende für mich.
Wir haben allen gezeigt, dass wir zurück sind“, sagte Scheider.
Hinter Scheider folgten drei weitere Audi-Piloten. Der Schwede
Mattias Ek-ström, DTM-Champion von 2004 und 2007, wahrte mit
Platz vier und fünf Punkten seine Chancen im Titelkampf, bei
dem er mit insgesamt 28 Zählern auf dem vierten Rang liegt.
Über Platz fünf freute sich der Spanier Miguel Molina, der
somit bester Pilot eines Fahrzeugs des Jahrgangs 2008 wurde.
Oliver Jarvis aus Großbritannien beendete als Sechster vor
Spengler das Rennen. Ralf Schumacher (D/Mercedes-Benz) verpasste
hinter Martin Tomczyk (D/Audi) als Neunter knapp die Punkteränge.
Der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard wurde in der
AMG Mercedes C-Klasse Zwölfter.
Das siebte DTM-Rennwochenende des Jahres findet vom 3. bis
5. September in Brands Hatch (GB) statt.
Mercedes-Benz-Motorsportchef Norbert Haug:
„Das war eine wirklich überragende Leistung, eine Klasse für
sich. Natürlich hat uns Timo da auch geholfen, indem er nicht
weggekommen ist. Wir haben jetzt fünf von sechs Rennen gewonnen,
das ist ein Traum. Einfach war das heute sicher auch nicht.
Wäre Timo so losgefahren wie geplant, hätte das Ergebnis auch
ganz anders aussehen können. Wir haben gerade einen guten
Lauf. Allerdings so dominant sind wir gar nicht, ich erwarte
noch viele span-nende Rennen und viele Positionskämpfe.“
Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich:
„Ja, ich habe sehr gelitten. Leider hat sich hier unser Nürburgring-Erlebnis
wiederholt. Timo hatte eine sehr gute Pace. Der Start tut
natürlich weh, wenn man sieht, welche Performance er während
des Rennens zeigen konnte. Timo hat bei uns einen Ruf, dass
er ein sehr konstanter und guter Starter ist, jetzt hat er
eine schwere Saison. Mit einem ordentlichen Start wäre das
Rennen sicher anders ausgegangen. Trotzdem: Mattias (Ekström)
hat ein paar Punkte gut gemacht und Timo ist wieder zurück."
Ergebnis bleibt vorläufig
Aufgrund von weiteren Untersuchungen an einem Reifen des Fahrzeugs
von Audi-Pilot Timo Scheider, wurde das Rennergebnis in Zandvoort
nicht offiziell bestätigt und bleibt somit vorläufig. Nach
Rennende war an einem Reifen von Scheiders Fahrzeug festgestellt
worden, dass der obligatorische Identifika-tions-Barcode von
Serienpartner Dunlop fehlte. Dies ist ein Verstoß gegen das
Technische Reglement des DMSB. Der Reifen wird nun von Dunlop
eingehend untersucht, um zu prüfen, wie sich der Barcode lösen
konnte.
Nach Analyse und Auswertung des DMSB erfolgt die Bekanntgabe
des offiziellen Ergebnisses in den kommenden Tagen. Scheider
war hinter dem Sieger Gary Paffett (Mercedes-Benz) und Paul
Di Resta (Mercedes-Benz) Dritter geworden. “
|