| Rennen:
Martin
Tomczyk endlich Meister
Die populärste internationale Tourenwagenserie hat einen neuen
Champion: Martin Tomczyk (D) sicherte sich im spanischen Valencia
mit einem dritten Platz hinter Rennsieger Mattias Ekström
(S) und dem zweitplatzierten Portugiesen Filipe Albuquerque
(beide Audi) den DTM-Titel 2011. Mit 64 Punkten in der Gesamtwertung
liegt Audi-Pilot Tomczyk vor dem letzten Rennen der Saison
in Hockenheim uneinholbar vor seinem Konkurrenten Bruno Spengler
(Mercedes-Benz, 51 Punkte).
„Das ist einfach unglaublich. Zu Beginn der Saison hat keiner
mit mir ge-rechnet und jetzt bin ich Champion“, jubelte der
29 Jahre alte Rosenheimer und über Funk ließ er sein Team
wissen: „Der Titel ist für euch.“ Mit einem Audi A4 DTM des
Jahrgangs 2008 kürte sich Tomczyk auf dem Circuit de la Comunitat
Valenciana Ricardo Tormo zum 12. Champion der „neuen“ DTM.
Tomczyk ging vom zehnten Startplatz ins Rennen und arbeitete
sich im neunten DTM-Lauf der Saison kontinuierlich nach vorn.
Als er auf Platz drei die Ziellinie überquerte, riss er die
Arme hoch, jubelte und vergoss im Auto einige Freudentränen:
„Die letzten Runden kamen mir unendlich lang vor. Ich habe
mir die karierte Flagge herbeigewünscht, damit mein Traum
wahr wer-den konnte.“ Auch seine Verlobte, die Moderatorin
Christina Surer, freute sich mit Tomczyks Bruder und Manager
Tobias in der Box von Audi Sport Team Phoenix.
Solch eine Freude war seinem Konkurrenten Bruno Spengler in
seiner AMG Mercedes C-Klasse nicht vergönnt, denn der Kanadier
gewann den Titel nach einem engen Finale 2010 erneut nicht.
Mit Platz sieben als bester Mercedes-Benz-Pilot in Valencia
musste er seine Titelträume begraben: „Das Cham-pionat haben
wir nicht heute verloren, sondern bereits in den Rennen davor
zu viele Punkte gelassen. Wir haben hart gekämpft, aber heute
war einfach nicht mehr drin.“
Markenkollege Ekström, der in Valencia seinen dritten Saisonsieg
einfuhr, gönnt Tomczyk den Titel von Herzen: „Ich kenne Martin
seit elf Jahren und er hatte in der Vergangenheit viel Pech.
Jetzt freue ich mich sehr für ihn.“ Vor 16.000 Zuschauern
am Wochenende gelang es Tomczyk, seine Erfolgsserie fortzusetzen:
Als einziger Fahrer konnte er bei neun Rennen in die Punkte
fahren, er gewann 2011 drei Rennen (Spielberg, Lausitzring,
Brands Hatch) und stand zudem vier Mal auf dem Podium (Zandvoort,
Norisring, Oschers-leben, Valencia).
Die Kristall-Trophäe für den Champion erhält Tomczyk beim
Saisonfinale in seiner deutschen Heimat. Das zehnte und damit
letzte DTM-Rennwochen-ende der Saison 2011 findet vom 21.
bis 23. Oktober in Hockenheim statt. Aufgrund eines schwebenden
Berufungsverfahrens ist das Ergebnis des neunten Laufes ab
Position fünf unter Vorbehalt. Für den DTM-Titel von Tomczyk
hat die Berufungsentscheidung allerdings keine Relevanz.
Dr. Martin Mühlmeier, Leiter Technik Audi Sport:
„In den letzten Rennen war eine hohe Anspannung. Wir hatten
natürlich gehofft, dass wir heute alles klar machen. Dies
ist ein fantastischer Tag für Audi, weil wir mit Martin und
natürlich auch mit Mattias, Filipe und all den anderen Fahrern
feiern können. Martin war während der ganzen Saison sehr konzentriert
und hat am Ende den Titel aus eigener Kraft gewonnen. Ich
gratuliere ihm ganz herzlich.“
Norbert Haug, Motorsportchef Mercedes-Benz:
„Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an Martin und die
Audi-Mann-schaft. Am Ende bin ich Sportsmann, man muss auch
verlieren können. Ich stelle mich heute hundertprozentig vor
mein Team. Alle haben hart gearbeitet. Leider haben wir auf
Martin in den letzten Rennen 20 Punkte gelassen. Ich möchte
die Gelegenheit nutzen, grundsätzlich einmal Danke zu sagen
an alle, die dafür gesorgt haben, dass die DTM in den letzten
Jahren überlebt hat: Audi, Mercedes-Benz, der DMSB und die
ITR. Jetzt freue ich mich auf das letzte Rennen in Hockenheim
und den Neueinstieg von BMW im nächsten Jahr.“
Das Rennen im Detail
Lufttemperatur: 27,7 °C
Asphalttemperatur: 53,0 °C
Info Zuschauer am Rennwochenende: 16.000
Die Boxengasse ist zwischen der 11. und 34. Runde für die
beiden Pflicht-boxenstopps geöffnet. Die Renndistanz beträgt
45 Runden (= 180,225 km).
14:00 Uhr
Start in die Einführungsrunde. Start Ekström kann Platz eins
verteidigen,
Albuquerque verteidigt seinen Platz gegen Coulthard. Tomczyk
kann Paffett
für Platz acht überholen. Rockenfeller verliert zahlreiche
Positionen.
1. Runde
Tomczyk arbeitet sich in Runde eins bis auf Platz sechs nach
vorne. Speng-
ler liegt auf Rang zehn hinter Jarvis. 2. Runde Schumacher
wird weit hinaus
getragen und Rockenfeller kann die Lücke nutzen, um sich auf
Platz 14 zu
verbessern. Reihenfolge: Ekström führt mit 1,7 Sekunden vor
Albuquerque,
Coulthard, van der Zande, Scheider, Tomczyk, Molina und Green.
4. Runde
Ekström kann seinen Vorsprung weiter ausbauen und liegt nach
vier Runden
2,7 Sekunden vor seinem Markenkollegen Albuquerque. Coulthard
liegt 0,5
Sekunden dahinter. 9. Runde Green kann den Abstand zu dem
siebt-
platzierten Molina verkürzen.
11. Runde
Die ersten Boxenstopps: Coulthard und Jarvis kommen zum Reifenwechsel
an die Box. Auch Mortara und Stoddart biegen in die Boxenstraße
ein.
12. Runde
Van der Zande, Molina, Green, Rockenfeller und Vietoris kommen
zum ersten
Boxenstopp herein.
13. Runde
' Tomczyk kommt zum ersten Mal an die Box - 2,2 Sekunden dauert
der
Boxenstopp.
14. Runde
Frey an die Box.
16. Runde
Molina setzt sich auf der Start-Ziel-Geraden neben Jarvis
und kann den Briten
überholen - jetzt liegt der Spanier, der bereits einen Boxenstopp
gemacht hat,
auf Rang elf.
16. Runde
Albuquerque und Spengler an die Box. Der Stopp von Spengler
dauert mehr
als 3 Sekunden und der Kanadier verliert einen Platz an Mortara.
17. Runde
Boxenstopp von Paffett.
18. Runde
Erster Boxenstopp von Ekström. Auch Schumacher kommt zu seinem
ersten
Pflichtboxenstopp.
19. Runde
Engel an die Box.
20. Runde
Nur Scheider, der auf Platz eins liegt, hat noch keinen Boxenstopp
absolviert.
Ekström liegt dahinter vor Albuquerque. Coulthard und van
der Zande liegen
vor Tomczyk. Dahinter Molina, Jarvis und Green.
23. Runde
Rockenfeller absolviert als erster Fahrer seinen zweiten Boxenstopp.
24. Runde
Mortara und Spengler kommen an die Box. 25. Runde Spengler
kommt
knapp vor Mortara wieder auf die Strecke zurück und macht
damit eine
Position gut. Scheider kommt zu seinem ersten Boxenstopp;
Tomczyk,
Paffett und Vietoris absolvieren den zweiten Service.
26. Runde
Coulthard, Molina, Stoddart, Green und Frey kommen zum zweiten
Stopp an
die Box.
27. Runde
Green, Mortara und Paffett überholen Engel. Van der Zande,
Jarvis und
Schumacher an die Box.
28. Runde
Van der Zande und Coulthard sortieren sich nach ihrem Boxenstopp
hinter
Tomczyk ein.
29. Runde
Zweiter Boxenstopp von Scheider.
30. Runde
Tomczyk ist nach dem Boxenstopp von Scheider neuer Dritter;
Scheider liegt
auf Platz vier. Albuquerque und Engel an die Box. Jetzt muss
nur noch
Ekström seinen zweiten Boxenstopp absolvieren.
31. Runde
Paffett überholt Mortara für Platz elf. Letzter Pflichtboxenstopp
von Ekström.
32. Runde
Reihenfolge nach den beiden Pflichtboxenstopps: Mattias Ekström
führt mit
9,5 Sekunden vor Albuquerque. Tomczyk liegt 9,5 Sekunden hinter
dem
Portugiesen auf Platz drei. Dahinter: Scheider, van der Zande,
Coulthard,
Molina und Jarvis.
39. Runde
Ekström kann seinen Vorsprung auf 13,9 Sekunden ausbauen;
auch die
Lücke zwischen Albuquerque und Tomczyk wird größer: 12,1 Sekunden
Vorsprung hat der Portugiese.
42. Runde
Mortara kommt unplanmäßig an die Box und muss das Rennen mit
einem
technischen Defekt vorzeitig beenden.
44. Runde
Letzte Runde.
Ziel
Mattias Ekström gewinnt den neunten Lauf in Valencia vor Albuquerque.
Als Dritter steht Tomczyk als neuer Champion fest. Die Punkteränge
komplet-
tieren Scheider, Molina, Jarvis, Spengler und Paffett.
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