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Formel 1 - 2001 - 10. von 17 Läufen
   
 
Großer Preis von Frankreich ' 1. Juli 2001
Magny Cours * 72 Runden = 305,886 km
  Schumacher-Festspiele:
Das Jubiläum: 50. GP-Sieg für Michael vor Ralf
 

50. GP-Sieg und 6. Saisonsieg für Michael Schumacher
 
Michael Schumacher im Alleingang:
Nach Jubiläumssieg vor viertem WM- Gewinn
Desaster für McLaren Mercedes
Heidfeld Sechster

Nach dem 50. Grand-Prix-Sieg seiner außergewöhnlichen Karriere strebt Michael Schumacher im Alleingang seinem vierten WM-Titel entgegen. Mit seinem Jubiläumserfolg beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours, dem sechsten in dieser Saison, setzte der Ferrari-Pilot am Sonntag seinen Triumphzug in der Formel 1 fort und ließ dabei Bruder Ralf als Zweitem ebenso keine Chance wie WM-Verfolger David Coulthard. Sieben Rennen vor Schluss hat der Titelverteidiger aus Kerpen 78 Punkte auf seinem Konto und 31 Zähler Vorsprung auf den McLaren-Mercedes-Pilot aus Schottland (47), der Vierter hinter Rubens Barrichello im zweiten Ferrari wurde.

"Ich bin zwar in einer sicheren Position, aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben", wollte Michael Schumacher trotzdem nichts von einer WM-Vorentscheidung wissen. Beim elften Saisonrennen am 15. Juli in Silverstone kann er aber zumindest die Bestmarke des Franzosen Alain Prost, der in seiner Karriere 51. Grand Prix' gewonnen hat, egalisieren.

Der erstmals aus der Pole Position gestartete Ralf Schumacher im Williams-BMW rundete mit dem zweiten Doppelerfolg für das Bruderpaar das Schumacher-Festival ab und verbesserte sich mit 31 Zählern auf den dritten Gesamtrang. "Das war ein gutes Bruderresultat", freute sich der ältere Schumacher. "Schumi II" gab sich dagegen enttäuscht. "Ich hatte Probleme mit den Hinterrädern. Ich war so langsam, habe alles verloren. Irgendwie war es ein Desaster", meinte Ralf.

Zum vierten Mal in dieser Saison fuhr Nick Heidfeld in die WM- Punkte. Der Mönchengladbacher kam im Sauber-Petronas als Sechster ins Ziel und gewann damit das Stadtduell mit Heinz-Harald Frentzen im Jordan-Honda. Der Sieger von 1999 belegte Rang acht. Für Michael Schumacher war es in Magny-Cours bereits der fünfte Sieg nach 1994, 1995, 1997 und 1998.

Vor 120 000 Zuschauern auf dem "Circuit de Nervers" lag der Ferrari-Pilot nach 72 Runden (305,886 Kilometer) mit 10,399 Sekunden deutlich vor seinem Bruder. Der 32- Jährige bot bei seinem Erfolg in 1:33:35,636 Stunden (Schnitt: 196,093 km/h) erneut eine fehlerfreie Vorstellung und konnte sich dabei voll auf sein bestens präpariertes Auto und eine vorzügliche Regie verlassen. "Es war ein sehr guter Tag für Ferrari", gab er den Dank an das Team weiter. Bis kurz vor dem Start hatten die Ferrari-Techniker noch letzte Abstimmungen vorgenommen, nachdem es am Vormittag Probleme mit den neuen Bridgestone-Reifen und der Kupplung gegeben hatte. "Das hat man beim Start schon gemerkt. Ich hätte meine Position fast an David Coulthard verloren. In dem Fall wäre es sehr schwer geworden", meinte Michael Schumacher. Bruder Ralf hatte daher wenig Mühe, mit einem Blitzstart seine Pole Position zu verteidigen, die er sich im Training an seinem 26. Geburtstag erstmals in seiner Karriere erkämpft hatte.

Der große Pechvogel war wieder einmal Mika Häkkinen. Der zweimalige Weltmeister aus Finnland blieb vor der Aufwärmrunde mit seinem "Silberpfeil" stehen und musste tatenlos zusehen, wie die Konkurrenz davon rollte. "Ich weiß nicht, warum der Motor nicht anging. Es gibt halt Tage wie diesen, da ist es schwierig", meinte Häkkinen nach dem bereits sechsten Ausfall in dieser Saison. Dennoch sei er "immer noch bei der Formel 1" und wolle auch noch Rennen gewinnen, hofft er auf bessere Zeiten.

Nach dem unspektakulären Auftakt geriet das Feld nach einem Drittel der Renndistanz in Bewegung. Ralf Schumacher fuhr in der 24. Runde zum ersten Stopp in die Box. Dort stand er 10,3 Sekunden, was zu lange war, um die Führung zu behaupten. Denn Michael benötigte eine Runde später nur 7,7 Sekunden - und raste vor seinem kleinen Bruder zurück auf die Piste. In der 30. Runde übernahm der Ferrari- Star erstmals die Führung, nachdem alle Spitzenfahrer einen Boxenstopp absolviert hatten.

"Er ist ein taktisch perfektes Rennen gefahren", lobte Niki Lauda den Sieger. Der sah dies ähnlich: "Unsere Strategie war besser." Fortan zog der Titelverteidiger souverän seine Runden und vergrößerte den Abstand auf seinen Bruder kontinuierlich. Der musste sich erst den Attacken von Coulthard und später von seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya erwehren. Der "Silberpfeil"-Pilot verspielte eine bessere Platzierung, als er wie schon am Freitag im Freien Training zu schnell durch die Boxengasse raste und dafür eine Zehn-Sekunden-Strafe erhielt. "Das hat ihn die Siegchance gekostet, denn sein Auto hatte genügend Speed", urteilte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Montoya musste seinen Williams-BMW in der 52. Runde an dritter Stelle liegend in die Box schieben.

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