Nach langer Zeit wieder ein Schumi-Doppel:
Weltmeister gewinnt vor Bruder Ralf
Beim ungewöhnlichen Formel-1-Marathon in Suzuka haben die Schumacher-Brüder
in souveräner Manier ihren fünften Doppel-Erfolg eingefahren. Nach
den Taifun-Ängsten der vergangenen Tage gewann Michael Schumacher
den ersten Grand Prix in der Motorsport-Geschichte mit Qualifikation
und Ren-nen an einem Sonntag mit großem Vorsprung vor seinem Bruder
Ralf sowie den beiden BAR- Honda-Piloten Jenson Button (Großbritannien)
und Takuma Sato (Japan).
Der Rekordweltmeister sicherte sich nach seinen beiden zuletzt erfolglosen
Ausfahrten seit dem Gewinn des siebten WM-Titels am 29. August in
Spa-Franchorchamps den ersehnten 83. Karrieresieg, gewann den Großen
Preis von Japan bereits zum sechsten Mal und verbesserte zudem seinen
eigenen Punkterekord aus dem Jahr 2002 von 144 auf 146 Zähler. Der
beste Renn-fahrer der Welt stand zum 13. Mal in dieser Saison ganz
oben auf dem Podium und strahlte mit der Sonne und seinem Bruder um
die Wette, der erstmals in diesem Jahr bei der Siegerehrung dabei
war.
«Das war ein perfektes Rennen», sagte Ferrari-«Superhirn» Ross Brawn
zum Erfolg Schumachers. Markenkollege Rubens Barrichello (Brasilien)
schied dagegen nach einer Kollision mit David Coulthard (McLaren-Mercedes/Großbritannien)
aus.
Der zuletzt so gescholtene Ralf Schumacher sicherte in seinem vorletzten
Grand Prix für Williams-BMW seinem Team wichtige Punkte in der Kon-strukteurs-WM.
Vor dem Saisonfinale in Brasilien am 24. Oktober führt der bayerisch-britische
Rennstall im Kampf um Platz vier mit 13 Punkten vor dem deutschen
Rivalen McLaren-Mercedes. Dank Button und Sato ist BAR-Honda (116
Punkte) nach den 53 Runden über die Gesamtdistanz von 307,573 Kilometern
in Suzuka Platz zwei hinter Ferrari und vor Renault (100) kaum noch
zu nehmen. Die Jordan- Piloten Nick Heidfeld und Timo Glock belegten
in Japan die Plätze 13 und 15.
Michael Schumacher war nach seinem schlechtesten Karriere-Resultat
mit Platz zwölf vor zwei Wochen beim Premieren-Rennen in China nicht
zu stoppen. Gut vier Stunden vor dem Start war der 35-Jährige zum
63. Mal in seiner Karriere und zum achten Mal in Suzuka scheinbar
mühelos auf die Pole-Position gefahren. Schon im Training am Freitag
war der Deutsche stets der Schnellste gewesen. Und da sich auch Ralf
Schumacher steigerte und in der Qualifikation überraschend auf Platz
zwei raste, standen die beiden Brüder erstmals seit dem San-Marino-Grand-Prix
im April 2003 und zum achten Mal in ihrer gemeinsamen Zeit in der
Formel 1 in der ersten Reihe.
Die Schumacher-Brüder verteidigten beim Start ihre gute Ausgangsposition
und auch nach den Boxenstopps änderte sich an der Reihenfolge nichts.
Vorne drehte der Weltmeister einsam seine Runden und sein Bruder hielt
die beiden BAR- Hondas in Schach. Nachdem das komplette Samstags-programm
wegen des Taifuns «Ma-on» aus Sicherheitsgründen gestrichen worden
war, rückte die Formel 1 in der Krisensituation eng zusammen. Während
der Wirbelsturm an Suzuka vorbeizog und in einigen Teilen Verwüstungen
anrichtete, schoben die Piloten in ihrem Hotel nahe der Rennstrecke
beim Bowling eine ruhige Kugel. «Erstmals zu meiner Zeit», meinte
Schumacher, seien die Rennfahrer so intensiv miteinander beschäftigt
gewesen. Der Kerpener fährt seit 1991 in der Formel 1. |
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