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Formel 1 2005 - 16. von 19 Läufen
16. von 19 Läufen
Belgien
Rennen
Raikkönen 1.30.01.295"
2. Alonso 28.394
3. Button 32.077
4. Webber 1.09.167

5. Barrichello

1.18.136
6. Villeneuve 1.27.435
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F 1

44 Runden = 306,944 km

Der belgische Formel 1-Klassiker
im Visier eines jungen
Motorsport-Fans:


Entscheidung vertagt


Alles richtig gemacht und doch irgendwie verloren: Die Rede ist natürlich wieder mal von Kimi Räikkönen, dem trotz seines erneuten Sieges in Spa-Francorchamps langsam aber sicher sämtliche WM-Chancen abhanden kommen. Beim viertletzten Saisonrennen konnte der "Iceman", bedingt durch Platz den zweiten Platz von Fernando Alonso, den Abstand auf eben den jungen Spanier auf nun 25 Punkte verkürzen, beim FIA-Punktesystem - ich plädiere deshalb auch darauf, das Punktesystem zu überarbeiten - sind 25 Punkte in 3 Rennen jedoch kaum aufzuholen. Sollte Fernando Alonso auch beim Rennen in Interlagos in zwei Wochen auf dem Podium stehen, so kann er sich dort auch als jüngster Formel 1-Weltmeister der Welt feiern lassen.

Der zweite Platz von Fernando Alonso war aber wieder mal ein Produkt der Dummheit eines Anderen und dieser hieß zum wiederholten Mal Juan-Pablo Montoya. Und wie schon beim Grand Prix der Türkei legte sich der Kolum-bianer mit einem Überrundeten an, der diesmal aber den Namen Antonio Pizzonia trug. Der zweite Platz für Montoya und gleichzeitig der Doppelsieg der Silberpfeile waren damit futsch.

Beim nassesten Rennen der Saison gab es durch diese Kollision zwischen Pizzonia und Montoya gleich zwei große Profiteure. Der erste heißt Jenson Button, der sich durch den Ausfall Montoyas noch auf einen Podiumsplatz schob. Der zweite fährt ein gelbes Auto und heißt Tiago Monteiro, der zum ersten Mal im vollen Starterfeld die Punktränge erreichte. Platz acht bedeutet zum einen, dass der junge Portugiese nun schon sieben Punkte in der Saison gesammelt hat und zum anderen, dass er in seiner Debüt-Saison noch nicht einmal ausgefallen ist. Damit baut er seinen sowieso schon einsamen "Startrekord" weiter aus. 16 Zielankünfte in Folge, das hat nicht-mals Fernando Alonso in dieser Saison geschafft.

Die schnellste Rennrunde fuhr der sehr groß auftrumpfende Ralf Schumacher kurz vor Ende des Rennens. Der Toyota-Pilot hielt in der Spitzengruppe lange den Anschluss zum Führenden Juan-Pablo Montoya, bevor er sich zu früh entschied, auf Trockenreifen zu wechseln. Ein möglicher Sieg war somit außer Reichweite, die siebte Endplatzierung nur ein schwacher Trost. Was viel schwerer wiegt. Durch den gleichzeitigen fünften Platz von Rubens Barrichello verliert Toyota, nach schwachem Rennen von Trulli, weitere zwei Punkte auf den härtesten Rivalen in der Konstrukteurs-WM.

Michael Schumacher, der sich bei den durchgehend feuchten Bedingungen von Startplatz sechs aus große Hoffnungen gemacht hatte, endlich in einem Rennen konkurrenzfähig zu sein, musste diese nach einem Abschuss seitens Takuma Sato nach dem Ende der durch Giancarlo Fisichella ver-ursachten Safety Car-Phase begraben. Der Römer (Fisichella) hatte, wie Alonso, mit einem nervösen Heck an seinem Renault zu kämpfen und flog in der "Eau Rouge" bei knapp 300km/h von der Strecke in die Reifenstapel, Fahrer unverletzt - Auto Schrott.

Viel wichtiger, was auf der Strecke passiert (die Fahrer-WM ist sowieso gelaufen), sind die Geschehnisse neben derselben. So sickerte im Laufe der Woche durch, dass Red Bull den Minardi-Rennstall aufgekauft hat, um ab dem kommenden Jahr mehr ihrer geförderten Talente auf die Formel 1-Bühne zu hieven.

Auch die Reifensituation ist spannend. Trotz absolut nicht herausragender Leistungen in dieser Saison, konnte der Reifenhersteller Bridgestone für die Saison 2006 gleich zwei Kunden von Michelin abwerben. WilliamsF1 und Toyota haben angeblich schon Verträge für das kommende Jahr unter-schrieben. Wie schon in diesem Jahr, bleibt Red Bull Racing, trotz Ferrari-Motoren im kommenden Jahr, bei den französischen Pneus über die Saison 2005 hinaus. Bei BMW ist man sich ebenfalls fast sicher, dass man, entgegen de ursprünglichen Willen von Peter Sauber, auch im kommenden Jahr Michelin-Reifen fahren wird. Michelin gab indes bekannt, dass man sich aus der Formel 1 zurückziehen wolle, wenn der Einheitsreifen beschlossene Sache werde. Das Reifenmonopol würde also wieder von Bridgestone über-nommen werden.

Das Fahrerkarussell dreht sich noch immer munter. Antonio Pizzonia, der sich an diesem Wochenende trotz einer Wiedergenesung Nick Heidfelds, wieder im Cockpit des BMW-Williams einfand, wird als möglicher Stamm-fahrer für WilliamsF1 ab 2006 gehandelt. Nick Heidfeld ist praktisch schon aus dem Schneider. So sehr er sich im letzten Winter noch um das ver-meintliche Top-Cockpit bei BMW-Williams anstrengen musste, stehen ihm jetzt nahezu alle Möglichkeiten offen. Am wahrscheinlichsten ist es, dass er mit BMW zum neuen Werksteam wechselt.

Zurück zur aktuellen Saison: Es stehen also noch drei Rennen aus, und trotzdem ist schon fast alles gelaufen. Fernando Alonso steht zu 99,9% als neuer Fahrer-Weltmeister fest, spannend wird es aber in der Konstrukteurs-WM. McLaren holte heute wieder (nur) zwei Punkte auf Renault auf. Hätte Montoya, den ich wirklich mittlerweile als F1-unfähig ansehe, den zweiten Platz nicht wieder verloren, so hätte "Silber" schon jetzt die Nase vor "hellblau-gelb".

Beim nächsten Rennen in Interlagos bin ich mir fast sicher, dass Vorjahres-sieger Montoya nicht wieder unüberlegte oder überstürzte Aktionen gegen zu Überrundende startet. Aus Fehlern lernt schließlich selbst er. Kimi Räikkönen MUSS gewinnen und auf einen Ausrutscher Alonsos hoffen, um die WM-Entscheidung zumindest auf Suzuka zu vertagen. Michael Schumacher wird versuchen, auf der anspruchsvollen Strecke noch einmal Akzente zu setzen. Ohne Regen ist jedoch eine Podiumsplatzierung sehr unrealistisch. Wir werden sehen, ob im Land des jüngsten Weltmeisters aller Zeiten, Fernando Alonso diesen Titel nach Spanien holen kann. Er wäre damit der erste Iberer, der den Fahrer-WM-Titel holt!

Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam

www.michaelbraeutigam.net.ms/

 
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