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Formel 1 2005 - GP von Bahrain - 3. von 19 Läufen
3. von 19 Läufen
Bahrain
Rennen
1. Alonso 1:29.18,531"
2. Trulli 13,409
3. Raikkönen 32,063
4. R. Schum. 53,272

5. De La Rosa

1.04,988
6. Webber 1.14,701
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Die Formel 1 im Visier eines
jungen Motorsport-Fans:


"Die rote Gurke"


Alles hätte so schön werden können für die Roten aus Maranello. Experten bezeichneten den Ferrari F2005 als die neue "rote Göttin". Fakt ist aber, dass mit dem alten Auto wenigstens Punkte geholt wurden und dieser Ferrari der erste seit 1998 ist, der bei seiner Feuertaufe nicht gewinnt! Dabei war die Grundvoraussetzung für die Beibehaltung dieser Serie eigentlich denkbar gut. Auch wenn Rubens Barrichello mittlerweile das dritte "Wundergetriebe" in drei Tagen in seinem F2005 montiert hatte, fuhr Michael Schumacher mit bis dato technisch einwandfreiem Arbeitsgerät sogar in Startreihe 1, konnte das Tempo des souveränen Polemanns sogar mitgehen.

Letzterer trug übrigens wieder mal DIE Modefarben der Formel 1-Saison 2005, ein dezentes Hellblau gepaart mit dem Gelb eines gewissen "Createur d'Automobiles", sein Name: Fernando Alonso. Aber dann passierte das Un-glaubliche: Ein Ferrari, der von Michael Schumacher pilotiert wird, bekommt technische Probleme. Man muss schon so weit in der Geschichte der Formel 1 zurückblättern, bis man an der Stelle ist, als noch der Hockenheimring mit den langen Waldgeraden existierte. Auf eben diesem alten Hockenheimring war 2001 der letzte technisch bedingte Ausfall der Startnummer 1.

Aber auch das Sorgenkind der Trainingssessions bekam noch mal die Kin-derkrankheiten der "roten Gurke" zu spüren. Er wurde vom Sieger überrundet und in der letzten Runde sogar noch von David Coulthard aus den Punkte-rängen verdrängt. Shit happens, Mr. Byrne, Brawn & Co.!

Rennen gefahren wurde aber auch noch. Schon mal den Namen Pedro de La Rosa gehört? Die eingefleischten Fans wissen sicher um die Klasse des zweiten Testfahrers bei McLaren. Grand Prix-Erfahrung durfte der Spanier aber bisher nur bei Teams wie Arrows und Jaguar sammeln. Besondere Umstände bringen aber manchmal besondere Erscheinung hervor. Der hierarchisch also niedrigste fahrerische Angestellte beim Team um Ron Dennis kam praktisch wie die Jungfrau zum Kinde.

Stammfahrer Montoya verletzte sich, wie es offiziell heißt, bei einem bal-listischen Experiment auf dem Tennisplatz, betreffend Tennisball zwischen Schuh und Platzboden. Konsequenz: Haarriss in der Schulter! Was aber war mit dem etatmäßigen Ersatzfahrer Alexander Wurz? Ganz einfach: Der lange Österreicher passt einfach noch nicht so Recht ins enge McLaren-Cockpit. Also musste der vierte Fahrer ran.

Und er nutzte seine Chance eindrucksvoll. Obwohl im Qualifying klar benach-teiligt, verwies er den Starfahrer des Teams, Kimi Räikkönen, hinter sich. Im Rennen ließ "Iceman" Räikkönen wie üblich nichts anbrennen (mit Platz 3 erster Podiumsplatz für die Silberpfeile!), aber Pedro de la Rosa bewies seine Racer-Fähigkeiten mit packenden Zweikämpfen und beherzter Fahrweise.

Unter anderem mussten sich ihm Rubens Barrichello und Mark Webber geschlagen geben. Am Ende Platz 5 und höchstwahrscheinlich ein mit vielen Ausrufezeichen versehener Eintrag in nicht nur dem Notizblock von Ron Dennis!

Achja, gewonnen hat auch einer, und wer sonst außer einem Renault-Piloten sollte es sonst gewesen sein? Angesichts der Tatsache, dass Giancarlo Fisichella einen Motorschaden hatte ist nicht schwer zu erraten, wer bei der diesmal champagnerduschenfreien Siegerehrung als erstes den Pokal bekam! Der 3. April wird den spanischen F1-Fans also lange in Erinnerung bleiben.

Alonso liegt nun auch in der WM-Wertung klar auf Platz 1, aber was kommt danach? McLaren? BMW-Williams? BAR? Red Bull vielleicht? Was ist mit Sauber? Alles falsch, Toyota! Jarno Trulli durfte auch dieses Mal wieder die zweithöchste Stufe des Podiums erklimmen. Für Imola liegt also einiges in der Luft, Ferrari hat Zeit, bis zum Heim-GP den Wagen standfest zu be-kommen, McLaren verzeichnet ebenso eine Aufwärtstendenz wie Toyota, die in Bahrain die Plätze 2 und 5 aus Malaysia sogar noch übertreffen konnten (2. und 4.). BAR muss beim Grand Prix von San Marino endlich Punkte holen, der Vize-Konstrukteursweltmeister hat noch keine Zielankunft anno 2005 vorzuweisen. Alles deutet darauf hin, dass die Spitze zusammenwächst und mit ein bisschen Glück wird die Dominanz von Renault in Imola gebrochen!

Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam

www.michaelbraeutigam.net.ms/

   
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