Der erste Traum des
GP schien schon am Start zu platzen. Michael Schumacher fiel von
seiner zweiten Startposition gleich mal auf Rang 6 zurück und
Rubens Barrichello, der voll getankt aus der Box nachgestartet
war, hatte wohl auch kaum Chancen, den Tifosi den langersehnten
ersten Saisonsieg zu schenken. Also wieder ein Katastrophen-Grand
Prix für Ferrari? Mehr dazu später.
Die Renaults konnten nach ihrem Raketenstart aus der zweiten Startreihe
schon vor der ersten Kurve die Plätze eins und zwei einnehmen.
"Puffer" Jenson Button, der auf der Pole Position stand, hielt
die Verfolger in Form von McLaren-Mercedes auf Platz drei liegend
auf. Giancarlo Fisichella und Fer-nando Alonso konnten sich im
Formationsflug schnell vom restlichen Feld absetzen. Michael Schumacher
hielt den Anschluss zu den vor ihm fahren-den McLarens derweil
nicht.
Doch gegen Rennhälfte ging das Favoritensterben los. Jenson Button
war durch seinen Boxenstopp auf Platz fünf zurückgefallen, die
beiden Renaults führten vor den McLarens, wobei die Silberpfeile
etwas schneller zu sein schienen. Beim Führenden Giancarlo Fisichella
fiel plötzlich der Hydraulik-druck ab, sodass er vorzeitig aufgeben
musste. Als wenige Runden später Fernando Alonso mit der Hinterachse
gegen die Streckenbegrenzung krachte und mit gebrochener Radaufhängung
an die Box fuhr, war der sonst so fern vom Trauerwasser gebaute
Flavio Briatore den Tränen ganz nah, der erste Doppelausfall und
das auch noch bei einer Doppelführung.
Nun lagen die zwei Silbernen vorne. Jenson Button parkte kurz
nach dem Doppelausfall der Renaults seinen BAR-Honda auf der Zielgeraden,
nachdem er sich an der "Wall of Champions", unter Druck von Michael
Schumacher, das rechte Vorderrad abgerissen hatte. Das Safety
Car kam heraus und Profiteur davon war Kimi Räikkönen, der durch
einen klüger gewählten Zeitpunkt seines Boxenstopps Teamkollege
Montoya überholen konnte. Letzterer bekam wegen Ausfahrt aus der
Boxengasse bei roter Ampel die schwarze Flagge gezeigt. Auch der
Traum vom silbernen Doppelsieg war damit zerplatzt.
Nun war Kimi Räikkönen der Führende und dahinter, siehe da, der
Ferrari von Michael Schumacher! Und auf Platz vier schon sein
Teamkollege Rubens Barrichello. Die beiden "Roten" trennte nur
der Toyota von Jarno Trulli, der auf Podiumskurs lag. Doch auch
sein Traum von einer weiteren Champagner-dusche platzte zusammen
mit der Bremsscheibe seines Toyota.
Bei Nick Heidfeld hielt das BMW-Aggregat dessen zweites Rennen
nicht mehr durch, sodass am Ende drei Ferraris unter den Top 4
des Endklasse-ments zu finden waren; zwei "richtige" von der Scuderia
und einer unter dem Namen Sauber-Petronas, pilotiert von Felipe
Massa. BAR ging wieder mal leer aus, immer noch null Punkte für
den Vizewelt-meister von 2004!
Sieger wurde zum dritten Mal in dieser Saison Kimi Räikkönen,
damit konnte der den Rückstand auf den diesmal punktlosen Fernando
Alonso auf 32 Punkte verkürzen. Mercedes-Sportchef Norbert Haug
sagte nach dem Rennen: "Warm anziehen, jetzt kommt der Iceman".
(RTL) Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen! Im "Home of Motorsports",
auf dem Brickyard von Indianapolis wird sich zeigen, ob diese
"Drohung" wahr wird!
Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam
www.michaelbraeutigam.net.ms/