So wörtlich hätten es die Red Bull Racing Piloten Christian Klien
und David Coulthard ja nicht nehmen müssen mit dem Werbespruch
der Teameigner. In Kurve eins war es Christian Klien, der den
Katapult-Effekt erleben durfte, wenn zwei sich drehende Reifen
sich berühren. Er ließ das Auto einmal um die Längsachse rotieren
um dann mit gebrochener Aufhängung in der asphaltierten Auslaufzone
auszuscheiden. Nur wenige Kurven später traf David Coulthard dann
im sechsten Gang bei Vollgas das, was einmal den Frontflügel von
Fernando Alonso darstellte, frontal und hatte Glück, dass "nur"
er selbst durch diesen Zwischenfall aus dem Rennen gekegelt wurde.
Beide Red Bulls also schon in Runde eins raus.
Das eigentliche Renngeschehen war aber mindestens genau so spektakulär!
Michael Schumacher blieb wie erwartet am Start vorn, aber auf
Platz zwei fand sich in Kurve eins schon Kimi Räikkönen wieder,
der mit wenig Sprit das Rennen aufnahm und schon in der zwölften
von 70 Runden zum ersten von drei Tankstopps reinfuhr. Nach dem
zweiten Boxenstopp, als Kimi Räikkönen nur ganz wenig tankte,
um Michael Schumacher von der Spitze zu ver-drängen, fuhr Räikkönen
eine schnellste Runde nach der anderen. Bei der Runde der letzten
Boxenstopps war Kimi Räikkönen so weit enteilt, dass er auch nach
seinem dritten Boxenstopp noch vor Michael Schumacher lag, der
noch einen Stopp vor sich hatte.
Gegen Ende des Rennens bauten die Bridgestone-Pneus sogar so weit
ab, dass Ralf Schumacher mit den "guten" Michelin-Reifen gegen
Rennende sogar fast noch eine Attacke auf Platz zwei hätte starten
können. Der "kleine" Schumi beließ es aber doch bei Platz drei
und feierte sein erstes Podium für und mit Toyota. Er schlug im
Rennen sogar Jarno Trulli, der mit Platz vier eine Klasse Teamleistung
der Kölner Toyota-Mannschaft unter-strich. Auf Platz fünf bot
Jenson Button wieder eine solide Leistung.
Zum ersten Mal seit drei Rennen wieder in den Top 10 und dann
gleich mit beiden Autos in den Punkten landete BMW-Williams mit
Nick Heidfeld als Sechstem und Mark Webber als Siebtem. Mit Platz
acht holte Takuma Sato seinen persönlich ersten Punkt in der Saison
2005.
Die Fahrerwertung wird mit jetzt nur noch 26 Punkten zwischen
Alonso und Räikkönen geringfügig spannender, aber das schlechte
Abschneiden von Renault in Budapest lässt, aus Sicht der Räikkönen-Fans,
für die verblei-benden Rennen wieder Hoffnung auf den WM-Titel
aufkeimen.
Das alles bewegende Thema in der Formel 1 ist zur Zeit aber sicher
das Fahrerkarussell, das sich zwar noch immer kräftig dreht, aber
aus dem zwei Fahrer schon ausgestiegen sind. Felipe Massa löst
ab 2006 seinen Lands-mann Rubens Barrichello im zweiten Ferrari
ab und "Rubinho" soll schon einen Zweijahrsvertrag bei BAR-Honda
unterschrieben haben. Die kom-menden Wochen werden den Nebel der
Fahrerwechsel lichten, in dem momentan die Insider stochern.
Das nächste Rennen bietet ein Novum. Zum allerersten Mal geht
es für den F1-Tross in die Türkei, genauer gesagt auf eine flammneue
Rennstrecke in der Nähe von Istanbul. Michael Schumacher ist bekanntlich
auf neuen Strecken nur schwer zu schlagen. Wenn die Bridgestone-Reifen
also diesmal die erwarteten hohen Temperaturen aushalten und nicht
zu stark abbauen, dürfte es in Istanbul soweit sein mit der roten
Wiederauferstehung. Es sei denn, Kimi Räikkönen kann dem Weltmeister
wieder in die Suppe spucken, und das würde er sicher gern tun.
Abzuwarten bleibt die Entwicklung von Renault, die in Budapest
gar nicht überzeugt haben.
Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam
www.michaelbraeutigam.net.ms/