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Formel 1 2005 - GP von San Marino - 4. von 19 Läufen
4. von 19 Läufen
San Marino/Imola
Rennen
1. Alonso 1.27.41.921"
2. M. Schum. 0.215
3. Button 10.481
4. Wurz 27.554

5. Sato

34.783
6. Villeneuve 1.04.442
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Die Formel 1 im Visier eines
jungen Motorsport-Fans:


Back to the roots -
Die Formel 1 kehrt zurück zum Motorsport


War das ein Rennen! Meine Herren, selten habe ich bei einem Formel 1 Rennen dermaßen vor dem Fernseher mitgefiebert wie bei diesem Grand Prix von San Marino. Was da in den letzten Runden zwischen Michael Schumacher und Fernando Alonso abgelaufen ist, hat keinen Motorsport-fanatiker im Sessel gehalten. Selbst Ross Brawn sagte nach dem Rennen, er sei seit Jahren nicht mehr so nervös bei einem Rennen gewesen.

Kein Wunder, Michael Schumacher stand nach eigenem Patzer im zweiten Qualifying nur auf Startplatz 13. Rubens Barrichello durfte immerhin zwei Reihen weiter vorne auf Startplatz Neun das Rennen aufnehmen. Also eigent-lich wieder so etwas, wo der geneigte Ferrarihasser Luftsprünge macht. Be-stärkt wurde dieser Effekt durch den frühen Ausfall Barrichellos, der eine Runde nach seinem sehr frühen ersten Boxenstopp schon die Segel strei-chen musste.

Aber diese Ferrarihasser sollten nicht mehr viel Grund zum Lachen haben. Nachdem Michael Schumacher nämlich freie Fahrt hatte, fuhr er pro Runde annähernd zwei Sekunden schneller als der Rest des Feldes. Von zwischen-zeitlich fast 30 Sekunden Rückstand auf die Spitze, bei selber Boxenstrate-gie, reduzierte der siebenfache Weltmeister den Rückstand auf den jetzt drei Mal in Folge siegreichen Fernando Alonso im Ziel auf exakt 215 Tausendstel-sekunden!

Die letzten Runden konnte Schumacher dabei die Technik des Renault-Getriebes ganz genau studieren. Alonso ließ sich von den Attacken seines Widersachers aber nicht aus der Ruhe bringen, taktierte klug und hielt zuerst seinen Kontrahenten hinter sich und auf der Ausrollrunde drei Finger in die Luft - Hattrick!

Das Pech hat in diesem Jahr, wie eigentlich schon die ganzen letzten Jahre, wieder mal Kimi Räikkönen gepachtet. Nach klarer Pole und klarer Führung musste der Finne mit Problemen an der Antriebswelle das Rennen aufgeben. Montoya-Ersatz Alexander Wurz wurde am Ende Vierter. Aber wieso Wurz? Pedro de la Rosa hatte doch in Bahrain ein riesen Rennen abgeliefert. Nunja, da kommt dann doch wieder diese "Die-F1-ist-die-teuerste-TV-Show-der-Welt-Mentalität" durch. Es ist doch klar, dass ein Österreicher in Norditalien mehr Aufsehen erregt als einer, der in seinem Land sowieso keine Chance hat im Rampenlicht zu stehen, da ein Landsmann die Formel 1 beherrscht. Aber um das klarzustellen, Alex Wurz ist natürlich auch ein tolles Rennen gefahren!

Mehr Schein als Sein auch der erste neu konstruierte Minardi nach vier Jahren. Der PS05, benannt nach Teamchef Paul Stoddart, sollte eine Wende im Team einleiten. Im Stand sah der "Neue" im Starterfeld auch gar nicht so langsam aus, alleine die schwungvoll und durch den gemieteten Windkanal geformten Seitenkästen ließen auf das Potenzial des Renners schließen. Im Grunde genommen ist der PS05 aber ein totaler Reinfall, der nicht einen Deut schneller oder kontrollierbarer als der Vorgänger ist. Zudem kamen auch beide Wagen nicht ins Ziel. Das Saisonziel, Platz 9 in der Konstrukteurs-wertung, rückt in weite Ferne…

In zwei Wochen wird sich dann die Motorsportnation Deutschland in zwei Hälften teilen. Die eine fiebert beim ADAC Zürich 24h-Rennen am Nürburgring mit, die andere versucht vor dem heimischen Fernseher, Michael Schumacher in Barcelona immer schneller um den Kurs zu schreien. Ich werde zwar am Nürburgring durchs Fahrerlager streunen, aber das F1-Rennen natürlich auch nicht aus dem Blick verlieren!

Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam

www.michaelbraeutigam.net.ms/

   
 
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