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Formel 1 2005 - 14. von 19 Läufen
14. von 19 Läufen
Türkei
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Raikkönen 1:24.34.454"
2. Alonso 18.609
3. Montoya 19.635
4. Fisichella 37.973

5. Button

39.304
6. Trulli 55.420
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39
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58 Runden = 309,720 km
 
Die türkische Formel 1-Premiere
im Visier eines jungen
Motorsport-Fans:

Räikkönen top, Montoya hopp, oder:
Warum Kimi nicht Weltmeister wird!


Ich bin ja von Natur aus ein sehr verständnisvoller Mensch. Selbst als Juan-Pablo Montoya kurz vor Schluss bei einem Überrundungsmanöver einen Anfängerfehler gemacht hat (ich spreche Tiago Monteiro von jeglicher Schuld frei, mit so einer Dummheit eines Überrundenden KANN niemand rechnen), schnellte nur mein Puls kurz hoch und ich sagte zu mir "Ach, so ist der Montoya halt, diese Szenen ist man gewohnt". Und den zweiten Platz hat er ja auch gehalten, also kein Grund zur Aufregung… dachte ich! Aber kurz darauf wusste ich nicht, ob ich mich über eben diesen Montoya aufregen oder in tiefe Trauer versinken soll. Ich tat Ersteres, und das nicht zu knapp… ich glaube sogar, vor 23 Uhr darf ich den genauen Wortlaut auch nicht öffentlich machen!

Was war passiert? Die neue Strecke von Istanbul beinhaltet eine Vierfach-Linkskurve, die zwar nicht ohne ist, die man aber nach zahlreichen Umläufen im freien Training sowie der Qualifikation, vor allem nach über 50 Runden im Renntempo, schon so durchfahren können sollte, dass man eben nicht von der Strecke abkommt. Wenn es aber dennoch passiert, dann kann man das einem 19Jährigen, der sein erstes Formel 1-Rennn fährt, verzeihen. Wenn jedoch Juan-Pablo Montoya, der mysteriöserweise u.a. schon 2 CART/-Champ Car-Titel in seiner Vita verzeichnet hat und der auch schon seit einigen Jahren einer der arrivierten Fahrer in der Formel 1 ist, zwei solche Patzer fabriziert, dann ist das absolut unverzeihlich. Da reißt ihn selbst die schnellste Rennrunde nicht mehr raus!

Die Ausgangssituation war Folgende: Kimi Räikkönen führt vor Teamkollege Juan-Pablo Montoya. Der Abstand zwischen Montoya und dem Drittplatzier-ten Fernando Alonso ist groß genug, um ihn die letzten Runden bis zum Ziel fast schon im Standgas verwalten zu können. Und dann die zwei "Aktionen" des Kolumbianers und WM-Leader Alonso liegt auf Platz zwei. So kann auch der beste Fahrer mit dem besten Auto nicht mehr Weltmeister werden, wenn man einen solchen Teamkollegen hat.

Apropos Teamkollegen; Die heißen bei BMW-Williams Mark Webber und Nick Heidfeld und beide zeigten sich heute sehr geschlossen! Nicht nur, dass beide in der Startaufstellung nebeneinander standen, auch hatten beide jeweils zwei Reifenschäden hinten rechts zu verzeichnen. Schnell wurden Erinnerungen an Indianapolis wach, auch bei den Michelin-Verantwortlichen. Unruhig beobachteten Pierre Dupasquier und seine Helferlein bei jedem Boxenstopp eines Michelin-Autos die Reifen. Allerdings gab es nach den vier Reifenschäden bei BMW-Williams keine weiteren Vorkommnisse die Reifen betreffend… reicht aber auch, meiner Meinung nach! Also wieder eine blau-weiße Nullrunde!

Besser lief es für die ganz blauen von Red Bull Racing. Mit den Plätzen sieben und acht wieder beide Autos in den Punkten und das keineswegs, weil man die Plätze von BMW-Williams geerbt hätte, die sind einfach so schnell! Ich bin wirklich gespannt, wie sich das Team im kommenden Jahr mit den Ferrari-Achtzylindern verkaufen wird.

Bei Toyota lief es mal wieder nur für Jarno Trulli, der das Rennen auf Platz sechs beendete. Ralf Schumacher war bei diesem ersten Grand Prix der Türkei keiner Erwähnung wert.

Ebenfalls im Schatten seines Teamkollegen stand Takuma Sato. Gegen Jenson Button, der mit das beste Rennen seiner Karriere zeigte, hatte "Taku-San" einfach keine Chance. Button belegte als "Best of the Rest" hinter den McLarens und Renaults den fünften Platz, während Sato überrundet auf Platz neun landete. Reife Leistung des Engländers, der sich noch öfter Gedanken machen wird, ob er zu Williams, die ja im kommenden Jahr mit Cosworth einen sehr guten Motorenpartner, vor allem für V8-Motoren gefunden hat, wechselt oder ob er beim wieder im Aufwärtstrend befindlichen Team von BAR bleibt.

Das nächste Rennen findet in Monza statt. Auf der High-Speed-Strecke gilt McLaren-Mercedes wieder als haushoher Favorit auf einen Doppelsieg. Den braucht man auch, denn bei nur noch fünf verbleibenden Rennen wollen 24 Punkte Unterschied zwischen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen wettgemacht werden! Da die Renaults für die Streckencharakteristik von Monza nicht optimal sind, werden auf der italienischen Strecke die Karten betreffend der Verfolgerrolle von "Silber" neu gemischt.

Dass ausgerechnet Ferrari diese Rolle übernimmt schließe ich nicht aus, nach der Vorstellung in Istanbul ist es jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Aber wer die Mannen der "Scuderia" kennt, der weiß, dass sie bei den Heimrennen immer so besonderen Leistungen fähig sind, vor Allem in Monza.

Mit motorsportlichem Gruß
Michael Bräutigam

www.michaelbraeutigam.net.ms/

 
 
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