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Formel 1 - 2006 - 16. von 18 Läufen
Finale - Brasilien
20. - 22.10.2006

Rennen
1. Massa 1:31.53,751"
2. Alonso 18,620
3. Button 19,330
4. M. Schum. 24,040

5. Raikkönen

28,550
6. Fisichella 30,260
WM-Endstand nach
18 Läufen
Fahrer

1 Alonso
134
2 M. Schumacher
121
3

Massa

80
4 Fisichella
72
5 Raikkönen
65
6 Button
56
7 Barrichello
30
8 Montoya
26
9 Heidfeld
23
10 R. Schumacher
20
11 De la Rosa
19
12 Trulli
15
13 Coulthard
14
14 Webber
7
15 Villeneuve
7
16 Kubica
6
17 Rosberg
4
18 Klien
2
19 Liuzzi
1
Marken
1 Renault
206
2 Ferrari
201
3 McLaren
110
4 Honda
86
5 BMW
36
6 Toyota
35
7 RedBull
16
8 Williams
11
9 Toro Rosso
1
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71 Runden = 305,909 km

Das Formel 1-Finale und
der Abschied von Michael
Schumacher im Visier eines
jungen Motorsport-Fans:


Würdiger Abschied eines Ausnahmefahrers


Ferrari und Michael Schumacher mussten beim letzten Saisonrennen in São Paolo alles riskieren. Fernando Alonso hatte vor dem Finale in Brasilien mit zehn Punkten Vorsprung ein mehr als beruhigendes Polster auf Schumi. Dem Spanier würde zum erneuten Titelgewinn ein achter Platz reichen, wenn Michael Schumacher gleichzeitig gewinnen würde. Was nach den Trainings-sitzungen gar nicht so unwahrscheinlich schien. Denn die Roten aus Mara-nello stellten Schumacher und seinem Teamkollegen Felipe Massa ein Auto hin, was je nach Situation um eine halbe bis eine ganze Sekunde pro Runde schneller war als der Rest der Welt.

Im Qualifying stellten wir uns schon auf eine rote erste Startreihe ein; die ersten beiden Sitzungen dominierten die Ferrari nach Belieben. Doch im dritten Quali-Segment zeigte sich, dass die Italiener mit der Technik wahr-scheinlich über das Limit hinausgegangen waren. Michael Schumacher war nach einer ersten schnellen Runde gerade zum zweiten Mal auf die Piste gefahren, als sein Auto auf einmal langsamer wurde und im Schnecken-tempo zurück zur Box rollte. Eine defekte Benzinpumpe legte den Ferrari für den Rest des Qualifyings lahm. Das Resultat: Nur Startplatz zehn für den siebenmaligen Weltmeister und somit eine denkbar ungünstige Ausgangs-lage.

Denn Fernando Alonso startete hinter dem überlegenen Polesetter Felipe Massa, Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes und Jarno Trulli im Toyota von Position vier ins Rennen. Schumacher stand also ein hartes Stück Arbeit bevor. Doch wer sich den Speed der Ferrari veranschaulichte, der wusste, dass es nur eine Frage der Zeit sein sollte, bis Schumacher in der Spitzen-gruppe auftauchen würde. Lokalmatador Massa erwischte den besten Start und stach als Erster vor Räikkönen, Trulli, Alonso und Barrichello in das Senna-S. Dahinter lieferte sich Schumi einen heißen Fight mit Nick Heidfeld im BMW-Sauber, hielt sich aber in der ersten Kurve schadlos und konnte somit seine Aufholjagd starten.

Noch in der ersten Runde schnappte Schumacher mehrere Konkurrenten, darunter auch sein Bruder und Barrichello und war dadurch schon relativ rasch auf Position sechs zu finden. Dann musste das Safety-Car ausrücken: Nico Rosberg war seinem Teamkollegen Mark Webber ins Heck gefahren und flog anschließend ohne Frontflügel massiv ab - für den Deutschen bedeutete dies ebenso das Aus wie für Webber, der an der Box ausstieg. In der siebenten Runde wurde das Rennen dann wieder freigegeben. Massa flog vorne von Anfang an allen auf und davon, während sich Schumacher früh den fünftplatzierten Fisichella griff: Der Ferrari-Star zog im Senna-S am Italiener vorbei, wobei es zu einer Berührung zwischen dem linken Hinterrad des Ferrari und dem Frontflügel des Renault kam - und prompt platzte Schu-machers Reifen.

Der Kerpener fiel an die letzte Stelle zurück, ließ beim notwendigen Boxen-stopp nachtanken und ging mit 70 Sekunden Rückstand wieder auf die Strecke, womit auch seine letzten Chancen auf den WM-Titel endgültig dahin waren. Fast zeitgleich schieden auch die beiden Toyota-Piloten aus, womit der Kampf um den fünften Platz in der Konstrukteurswertung frühzeitig zu-gunsten des BMW-Sauber F1-Teams entschieden war. In der 21. Runde eröffnete Räikkönen die Serie der Boxenstopps; Alonso fuhr von den Top-leuten den längsten ersten Stint und kam erst in Umlauf 26 rein. Gewinner der ersten Stopps war zweifellos Button, der sich rasch nach vorne arbeitete. Zeitgleich begann Schumacher knapp vor der 30. Runde mit den Überhol-manövern - dank seines überragenden Topspeeds pflügte er durch das Feld wie ein warmes Messer durch die Butter.

In jener Phase bildete sich auch ein Pulk mit Alonso, Button, Räikkönen, Fisichella und Barrichello, zu dem von hinten Schumacher rasant aufschloss, obwohl der 37-Jährige in seinem Abschiedsrennen zweimal mit Fahrfehlern ein paar Sekunden liegen ließ. In der Schlussphase fightete Schumacher der Reihe nach Barrichello, Fisichella und am Ende auch noch Räikkönen nieder - mit dem Manöver des Rennens: Der Ferrari-Pilot setzte sich vor dem Senna-S trotz Kampflinie des Finnen neben den "Silberpfeil", bremste auf der schmutzigen Spur spät und sicherte sich somit den vierten Platz. Auch wenn es nicht für das Podium reichte, bereitete er sich so einen würdigen Ab-schied aus der Königsklasse des Motorsports.

Ein paar Runden vor Schluss beendete noch Heidfeld seinen unglücklichen Nachmittag nach einem Aufhängungsbruch bei Start und Ziel in der Mauer, ansonsten passierte aber nichts mehr: Massa fuhr seinen Sieg 18,6 Sekun-den vor dem alten und neuen Weltmeister Alonso und 19,3 Sekunden vor Button, dem heimlichen Mann des Rennens, nach Hause - und dass an-schließend halb São Paulo nach dem ersten Heimsieg eines Brasilianers seit Ayrton Senna 1993 Samba tanzte, versteht sich von selbst. Hinter Schumacher wurde Räikkönen Fünfter, Barrichello und Pedro de la Rosa rundeten die Punkteränge ab. Erwähnen sollte man aber auch die sensa-tionelle Performance von Takuma Sato : Der Super-Aguri-Honda-Pilot fuhr mit einer Zweistoppstrategie ein phänomenales Rennen, wurde mit einer Runde Rückstand Zehnter und ließ sechs Konkurrenten hinter sich.

Der WM-Endstand: Alonso sicherte sich mit 134 Punkten zum zweiten Mal nach 2005 den WM-Titel, hatte am Ende doch recht klare 13 Zähler Vor-sprung. Den dritten Platz auf dem WM-Podium sicherte sich der heutige Sieger Massa. Bei den Konstrukteuren setzte sich Renault gegen Ferrari ebenfalls durch, der Abstand betrug fünf Punkte. Auf den weiteren Posi-tionen: McLaren-Mercedes, Honda und das BMW Sauber F1 Team.

Daniel Stoffel

 
 
 
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