Alonso
verteidigt mit Rang zwei seinen WM-Titel
Schumachers Lebewohl nach Pleiten, Pech und Pannen und einem
Super-Rennen mit Platz vier
Die
Ära Michael Schumacher ist ohne das 'achte Weltwunder' zu
Ende ge-gangen. Trotz einer weltmeisterlichen Aufholjagd schaffte
der Rekord-champion im letzten Rennen seiner einzigartigen
Karriere die Wende gegen den neuen und alten Weltmeister Fernando
Alonso nicht mehr. Nach einem Reifenplatzer raste der Ferrari-Pilot
beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo trotz scheinbar
aussichtslosen Rückstandes noch auf den vierten Platz und
bewies zum Abschied aus der Formel 1 noch einmal seine Extraklasse.
Während Alonso im Renault mit dem zweiten Rang wie schon im
Vorjahr die nötigen Punkte für seinen zweiten WM-Titel im
'Autodromo Jose Carlos Pace' holte und seinem Team zudem zur
erneuten Konstrukteurs-WM verhalf, durfte sich Ferrari beim
Saisonfinale immerhin mit dem zweiten Grand-Prix-Sieg des
Brasilianers Felipe Massa trösten.
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Für
den 37-jährigen Schu-macher reichte die grandiose Leistung
im 250. und letzten Rennen nicht mehr, um seinen spanischen
Rivalen abzufangen und seine Ära mit dem achten WM-Titel
zu krönen. Nach 18 Saisonrennen musste sich der 91malige
Grand-Prix-Sieger mit 121 Punkten mit der Vize-weltmeisterschaft
hinter dem künftigen McLaren-Mercedes-Pilot Alonso (134
Punkte) zufrieden geben. |
Doch
auch ohne WM-Gewinn feierte Schumacher nach seinem letzten
Arbeitstag als Formel-1-Fahrer eine Riesenparty. Seine Hoffnungen,
der Scuderia wenigstens den Team-Titel zum 'Arrivederci' noch
zu schenken, erfüllten sich ebenfalls nicht. Der zweite Renault-Pilot
Giancarlo Fisichella holte als Sechster die entscheidenden
Zähler. So lag das französische Team am Ende mit 206 Zählern
vor Ferrari (201).
Nach 71 Runden auf dem 4,309 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs
siegte Massa in 1:31:53,751 Stunden und ließ sich nach 305,909
Kilometern als erster brasilianischer Sieger beim Heim-Grand-Prix
seit Ayrton Senna 1993 feiern. Alonso wurde mit 18 Sekunden
Rückstand Zweiter vor dem Briten Jenson Button im Honda. Schumachers
Ferrari-Nachfolger Kimi Räikkönen musste sich im McLaren-Mercedes
noch kurz vor dem Ziel von seinem Vorgänger überholen lassen
und wurde Fünfter.
Für die anderen deutsche Fahrer endete das Saisonfinale vorzeitig
aus. Nico Rosberg raste mit seinem Williams nach zwei Runden
in einen Reifenstapel. !Mit so einem Murks die Saison zu beenden
ist Mist", sagte der Jungstar. Ralf Schumacher musste
nach neun Runden wegen technischer Probleme an seinem Toyota
aufgeben. "Irgendwann am hinteren Ende des Autos ist
kaputt", sagte der Kerpener, der wegen des Geburtstags
seines Bruders nicht bei dessen Fete dabei war. Nick Heidfeld
kam sechs Runden vor Schluss von der Strecke ab und schlug
mit seinem BMW-Sauber in die Be-grenzung ein.
Michael Schumacher hatte sich sein letztes Grand-Prix-Wochenende
ebenfalls anders vorgestellt. Der PS-Pensionär in spe war
in Sao Paulo vom Pech verfolgt. Seine ohnehin geringe Chancen
im Titelrennen mit Alonso waren einen Tag zuvor fast auf den
Nullpunkt gesunken. Wegen einer de-fekten Benzinpumpe hatte
er den letzten Qualifikations- Abschnitt nicht be-stritten
und musste von Startplatz zehn auf die letzten Runden seiner
16 Jahre dauernden Karriere.
Dann erwischte es den Piloten-Senior in der neunten Runden,
als er sich bereits auf den fünften Platz vorgearbeitet hatte.
Nach dem Überholmanöver gegen Fisichella platzte sein linker
Hinterreifen. Nach dem notwendigen Boxenstopp kehrte Schumacher
als Letzter mit 70 Sekunden Rückstand auf den führenden Massa.
Was ohne die beiden Vorfälle möglich gewesen wäre, zeigten
die Rundenzeiten Schumachers, der ohne Probleme mit seinem
zwölf Jahre jüngeren Teamkollegen mithalten konnte und am
Endde sogar die schnellste Rennrunde fuhr.
Besessen startete er seine fulminante Aufholjagd. Nach 37
Runden war er als Achter wieder in den Punkten, vier Durchgänge
später war schon Siebter. 24 Runden vor dem Ziel kam Schumacher
das zweite Mal an die Box und war anschließend Achter. Nach
einem Fehler von Fisichella neun Runden vor dem Ende kam er
noch auf Rang fünf vor, späöter kassierte er noch Räikkönen
und durfte sich nach dem Zieleinlauf bei seiner Abschiedsvor-stellung
noch einmal als Mann des Rennens feiern.
Schon vor dem Abschiedsrennen war Schumacher von Fußball-Legende
Pelé geehrt worden. Der Brasilianer überreichte ihm auf der
Startlinie eine wert-volle Trophäe aus Gold und brasilianischen
Edelsteinen. "Es ist toll, das du auf einem Höhepunkt
aufhörst"", würdigte Pele den Deutschen.
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