Pole von Hamilton vom schwerem Unfall von
Hamiton
überschattet
Der erste schwere Unfall von WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton
in der Formel 1 hat den Qualifikationssieg von Ferrari-Rivale
Kimi Räikkönen vor dem Großen Preis von Europa überschattet.
Nur sechs Wochen nach dem kapi-talen Crash von Rennkollege
Robert Kubica beim Grand Prix von Kanada raste nun der McLaren-Mercedes-Pilot
auf dem Nürburgring im künftigen "Schumacher-S"
fast ungebremst mit etwa 250 Stundenkilometern in die Reifenstapel.
Doch nach Untersuchungen an der Strecke gab es erste Entwarnung.
"Ich habe mit Lewis gesprochen und er sagt, dass er okay
ist. Nur das ist heute wichtig", sagte Mercedes-Motorsportchef
Norbert Haug.
Grund das Unfalls, der Erinnerungen an den Crash von Michael
Schumacher 1999 in Silverstone wach werden ließ, war möglicherweise
ein defekter Schlagschrauber, wodurch das rechte Vorderrad
nicht richtig montiert war.
"Ich hoffe, dass ihm nichts Schlimmes passiert ist",
sagte Rekordweltmeister Schumacher, der den Ort des Unglücks
kurz vor dem Rennen einweihen soll. Schumacher hatte sich
bei seinem Unfall in Hamiltons Heimat England sei-nerzeit
Unterschenkelbrüche zugezogen.
Hamilton überstand den Einschlag nach ersten Diagnosen ohne
Frakturen. Lewis habe nichts gebrochen und sei die gesamte
Zeit bei Bewusstsein und ansprechbar gewesen, erklärte Teamchef
Ron Dennis. Dennoch wurde der Pilot vorsorglich ins Bundeswehrkrankenhaus
in Koblenz gebracht. Dort sollte eine Computer-Tomographie
weiteren Aufschluss über mögliche Verletzungen geben. Sein
Start am Sonntag ist fraglich.
Bereits vor sechs Wochen war Kubica beim Rennen in Montréal
(Kanada) schwer verunglückt. Der Pole musste nach einer Entscheidung
der Ärzte des Internationalen Automobilverbandes FIA beim
nächsten Grand Prix aus-setzen.
Für Fernando Alonso, der sich den zweiten Startrang neben
dem zuletzt zwei Mal siegreichen Verfolger Räikkönen sicherte,
geriet das sportliche Gesche-hen erst einmal in den Hintergrund.
"Ich denke, Lewis ist in Ordnung, das ist die beste Nachricht
der Qualifikation", sagte der Spanier.
Rang drei ging an Felipe Massa aus Brasilien im zweiten Ferrari.
Als Vierter startet Nick Heidfeld im BMW-Sauber in das Rennen.
Zuvor wird der Mön-chengladbacher allerdings einen Kurz-Tripp
zu seiner Familie in die Schweiz unternehmen. Der 30-Jährige
war wenige Stunden vor der Qualifikation zum zweiten Mal Vater
- Sohn Joda - geworden.
Einen leichten Aufwärtstrend zeigte Ralf Schumacher aus Kerpen.
Der Toyota-Pilot schaffte Rang neun. Nicht in die Top Ten
kam indes Williams-Pilot Nico Rosberg aus Wiesbaden als Elfter.
Das Spyker-Duo Adrian Sutil (Gräfelfing) und Markus Winkelhock
(Berglen-Steinach) bildet voraussichtlich die letzte Startreihe.
Unterdessen herrschte nach Hamiltons erstem Unfall in der
Formel 1 noch weitgehend Unklarheit über die Ursache. Der
Wagen wurde mit einer Plane abgedeckt und in die Boxengasse
zur Prüfung gebracht. In der Pause war auch der Silberpfeil
von Alonso an der Stelle genauestens untersucht worden, wo
es bei Hamilton offenbar zu einem Schaden gekommen war. Die
rechte Frontpartie und die Spitze des Silberpfeils des Briten
waren demoliert.
"Es gab einen Defekt rechts vorne, weil das Rad nicht
richtig festgezogen war", erklärte Teamchef Ron Dennis.
"Wir hatten so etwas auch bei Fernando schon einmal.
Mehr wissen wir im Moment nicht", meinte Dennis.
Hamilton, der in seinen bisherigen neun Rennen in der Formel
1 immer aufs Podest gefahren war, wurde nach einer über zehnminütigen
Behandlung am Unfallort mit dem Krankenwagen in das Medical
Center zur weiteren Unter-suchung gebracht. Er war selbst
aus dem Wagen gestiegen, konnte sich dann aber nicht auf den
Beinen halten und sackte in den Kies. Noch auf der Trage winkte
er mit der rechten Hand seinen Fans, der Daumen ging nach
oben.
Sollte er an diesem Sonntag aber nicht starten können, darf
McLaren-Mer-cedes voraussichtlich nur mit Alonso an den Start
des 10. WM-Laufs gehen. Hamilton könnte aber auch dann die
WM-Führung nicht verlieren. Der Brite führt nach neun Rennen
mit 70 Punkten. Teamkollege Alonso ist Zweiter mit 12 Punkten
Rückstand. Dahinter rangieren die beiden Ferrari-Fahrer Kimi
Räikkönen (52/Finnland) und Felipe Massa (Brasilien/51).
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