Qualiyfing:
Vettel
frustriert - Webber holt in Monaco Pole
Sebastian Vettel musste sich schon wieder dem eigenen Teamkollegen
ge-schlagen geben, Michael Schumacher stand der Stallrivale
im Weg. Im Kampf um die wichtige Pole Position beim prestigeträchtigen
Formel-1-Klassiker in Monaco verpasste der frustrierte Red-Bull-Pilot
Vettel die Bestmarke von Spanien-Sieger Mark Webber deutlich
- und kam letztlich auf Rang drei noch hinter Renault-Fahrer
Robert Kubica. Landsmann Schumacher landete in der Qualifikation
auf Position sieben, einen Rang hinter seinem Mercedes-Mit-streiter
Nico Rosberg. Und der Wiesbadener hielt den Rekordweltmeister
auf dem unüberschaubaren Kurs sogar unbeabsichtigt auf.
Er sei blockiert worden, meinte Schumacher, «leider von meinem
eigenen Kollegen, das war jetzt nicht sehr passend», befand
der 41-Jährige. «Ob es wirklich zu einer Verbesserung gereicht
hätte, das weiß ich nicht», meinte Schumacher weiter. «Ich
habe mich bei Michael entschuldigt», betonte Rosberg: «Ganz
klar. Für das, was geschehen ist, und Michael hat es ak-zeptiert.
Deswegen ist es auch gegessen», sagte der Wiesbadener im Mercedes-Motorhome.
Allerdings gab Schumacher seinem Rennstall- Rivalen auch gar
nicht die Schuld. Es sei vom Team nicht perfekt gelöst worden,
be-fand er und ordnete es unter der Kategorie «unglückliche
Umstände» ab. «Nicht mehr und nicht weniger.» Gehofft hatte
er, möglicherweise sogar unter die ersten Drei zu fahren,
«wenn alles passt». Die Abstände seien zwar enger geworden,
aber nicht eng genug. Den Spaß an der Raserei durch die engen
Straßen konnte das aber beim 41 Jahre alten und fünfmaligen
Monaco-Champion nicht trüben: «Das ist Freude pur - einfach
geil, so ein Auto so schnell durch ein Leitplan-kengewirr
zu wirbeln.»
Rosberg kennt jede Gasse. Doch Teil 1 beim Großen Preis von
Monaco endete mit einer Enttäuschung. «Einfach ein Desaster»,
sagte Rosberg, der sich eigentlich sogar die Pole ausgerechnet
hatte. «Mir tut es für das ganze Team leid, dass ich so schlecht
war», sagte der 24- Jährige, der vor den Augen seiner Familie
den 13. Platz vor einer Woche in Spanien vergessen machen
will.
Pole-Mann Webber, der zum vierten Mal in seiner Karriere vom
begehrtesten Platz startet, bestach mit seiner Bestzeit in
1:13,826 Minuten bei der «K.o»- Ausscheidung erneut. Erst
zuletzt war er auf dem Circuit de Catalunya via Pole auch
noch als Erster durchs Ziel gerast. «Es ist fantastisch auf
der Pole zu stehen», sagte Webber und strahlte - wie vor einer
Woche. «Wo er soviel Zeit rausgeholt hat, weiß ich nicht genau»,
konstatierte Kollege Vettel: «Es ist mit Sicherheit sehr wichtig,
ganz vorne zu stehen.» Aber: Die Kür komme erst am Sonntag.
Sich selbst wähnt der Heppenheimer in einer «guten Ausgangs-position»
für das Rennen über 78 Runden. «Ich stehe auf der sauberen
Seite, vielleicht komme ich an Robert vorbei», meinte der
sichtlich frustrierte Vettel mit Blick auf den Start.
In Fernando Alonso wird es einer der Hauptrivalen um den Sieg
beim Kult-rennen an der Côte d'Azur viel schwerer haben. Nach
einem Trainingsunfall musste sein demolierter Ferrari repariert
werden, die Zeit reichte nicht aus bis zur Qualifikation.
Die Folge: Der zweimaligen Weltmeister und WM-Zweite startet
aus der Boxengasse. Außerdem kam Spitzenreiter und Titelverteidiger
Jenson Button im McLaren-Mercedes nicht über den achten Platz
im Quali-fying hinaus.
«Das ist sicherlich gut für uns», meinte Vettel zu den teilweise
erst einmal abgeschlagenen Konkurrenten um die Krone. Die
restlichen drei der insgesamt sechs deutschen Piloten schafften
es nicht unter die schnellsten Zehn. Neuling Nico Hülkenberg
aus Emmerich belegte im Williams den elften Platz vor Force-India-Pilot
Adrian Sutil aus Gräfelfing. Der Gräfelfinger Timo Glock musste
sich im neuen Virgin mit dem 20. Rang zufrieden geben.
Vor dem Großen Preis von Monaco führt Titelverteidiger Jenson
Button die WM-Wertung mit 70 Punkten an. Der Brite fuhr im
McLaren in der Qualifikation auf Platz acht. Alonso (67) ist
Gesamtzweiter vor Vettel (60). Rosberg (50) ist Fünfter, Schumacher
(22) Neunter.
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