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Monaco

13. - 16.05.2010
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13. - 16.05.2010

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Rennen:

Vettel Zweiter bei Webber-Triumph in Monaco

Dramatik, Crashs und Safety-Car-Phasen: Die Red-Bull-Überflieger Mark Web-ber und Sebastian Vettel haben sich beim Grand-Prix-1-Klassiker Monaco durch nichts aus der Erfolgspur bringen lassen und mit einem Doppelerfolg im Fürstentum an der Côte d'Azur die WM-Führung erobert.

«Das ist der größte Tag in meinem Leben», sagte der strahlende Sieger Web-ber, nachdem er in der Fürstenloge von Albert II. die Glückwünsche für seinen Triumph entgegengenommen hatte. Vettel fand sich mit seiner Niederlage beim prestigeträchtigsten Formel-1-Rennen gefasst ab: «Ich bin sehr glücklich und zufrieden. Wir haben letzten Endes das Optimum herausgeholt.»

Das Mercedes-Duo Michael Schumacher und Nico Rosberg hatte auf den Plät-zen sechs bzw. acht wie zuletzt in Barcelona bei der wilden Hatz durch die Häuserschluchten nichts mit der Vergabe der Podiumsplätze zu tun. Ihre Sil-berpfeile konnten bei der spannenden «Hafenrundfahrt» nie das Höllentempo der beiden Red Bull gehen. «Monte Carlo ist immer etwas Spezielles», sagte Schumacher. «Es wäre natürlich viel schöner gewesen, das Ganze auf dem Podium zu beenden.»

Immerhin ließ der Altmeister aus Kerpen in der letzten Sekunde seine alte Klasse aufblitzen, als er Fernando Alonso direkt nach der vierten und letzten Safety-Car-Phase wenige Meter vor der Ziellinie den sechsten Platz noch raubte. «Man darf da wieder fahren», schilderte Schumacher die Szene aus seiner Sicht. Er sehe da keinen Regelverstoß und deshalb auch keine Strafe auf sich zukommen. Die Rennleitung untersucht den Vorfall.

Rosberg sagte zu seinem achten Platz: «Das ist schon enttäuschend.» Mer-cedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte: «Michael hat beim letzten Restart noch Alonso geschnappt - wenigstens etwas und ein Trost für alle Jungs im Team.»

Für Furore sorgte auch Alonso: Der aus der Boxengasse als Letzter gestartete Spanier «schluckte» einen Widersacher nach dem anderen, wobei er bei seiner brillanten Aufholjagd auch von der glänzenden Ferrari-Strategie profitierte. Alonso belegte einen beeindruckenden siebten Platz, nachdem ihn Schuma-cher am Schluss noch überrumpelt hatte. Der Pole Robert Kubica kam im Renault auf Rang drei und feierte damit seinen zweiten Podestplatz hinter-einander.

Mann des Rennens war wie zuletzt in Spanien eindeutig Webber. Er ließ sich weder von den vier Safety-Car-Phasen noch von Vettel aus dem Rhythmus bringen. Mit fast stoischer Ruhe fuhr der 33-Jährige auf dem engen, nur 3,340 Kilometer langen Stadtkurs einen überlegenen Start-Ziel-Sieg heraus. Der Red-Bull-Pilot benötigte für die 78 Runden 1:50:13,355 Stunden. Vettel wies nach insgesamt 260,520 Kilometern voller Spannung 0,448 Sekunden Rückstand auf. Adrian Sutil (Gräfelfing) zeigte im Force India als Neunter eine gute Vorstellung.

«Unglaublich», jubelte Webber nach seinem zweiten Saisonsieg innerhalb einer Woche. «Hier zu gewinnen ist einfach toll. Monaco ist eine ganz be-sondere Herausforderung.» Vettel, der auf seine Niederlage in der Qualifikation noch frustriert reagiert hatte, räumte anerkennend ein: «Ich konnte nicht mit Mark mithalten.» Teamchef Christian Horner sprach freudestrahlend von «einem tollen Tag für Red Bull». Nach sechs Rennen führt Webber die WM mit 78 Zählern vor dem punktgleichen Vettel an, weil er einen Erfolg mehr aufweist (2:1). Alonso (73) ist Gesamtdritter vor Jenson Button (70).

Der Titelverteidiger rollte schon nach drei Runden wegen eines Motorschadens an seinem McLaren-Mercedes aus. Eine defekte Ölleitung hatte zur Über-hitzung des Triebwerks geführt. Durch seinen ersten Saisonausfall verlor Button die Spitzenposition in der Fahrer-WM.

Beim Start blieb das befürchtete Chaos noch aus, aber kurz danach knallte es erstmals richtig heftig: Nico Hülkenberg prallte in der ersten Runde im Tunnel in die Leitplanken und schlitterte mit seinem Williams dann der Mauer entlang ins Freie. Um den demolierten Wagen bergen und die Trümmerteile wegräumen zu können, musste das Rennen fünf Runden lang hinter dem Safety Car neutra-lisiert werden. «Bei mir ist alles in Ordnung», gab Hülkenberg Entwarnung. Webber nutzt wie schon zuletzt bei seinem Sieg in Spanien die Pole-Position, um sich einen beruhigenden Vorsprung zu verschaffen.

Vettel düpierte mit einer beherzten Attacke Kubica und preschte sofort auf Platz zwei vor. Aber seinen australischen Teamkollegen musste er nach der erneuten Freigabe des Rennens ziehen lassen. Webber blieb auch nach dem ersten Reifenwechsel, den er einen Umlauf nach Vettel absolvierte, souverän vorn. Er kontrollierte locker das Geschehen: Weit und breit war auf dem engen Straßenkurs kein Konkurrent in Sicht. Vettel wies als erster Verfolger nach rund einem Drittel der Distanz schon über zehn Sekunden Rückstand auf.

Nach der zweiten Safety-Car-Phase in der 33. Runde war Webbers Vorteil jedoch wieder weg: Rubens Barrichello drehte sich in seinem Williams wegen einer gebrochenen Radaufhängung beim Casino und blieb mitten auf der Strecke stehen. Das Red-Bull-Duo konnte sich jedoch sofort wieder absetzen, wobei Vettel erneut Webbers Tempo nicht halten konnte. Neutralisation Num-mer drei dann zehn Umläufe später: In einer Kurve hatte sich ein Kanaldeckel gelockert. Damit war Webbers Vorsprung wieder weggeschmolzen. Aber wieder meisterte der Spitzenreiter die zusätzliche Herausforderung problemlos.

Und als es in der 75. Runde erneut spektakulär knallte und das Feld neutra-lisiert wurde, blieb Webber cool. «Die Phase hat mich geschockt», räumte er ein. «Ich hab' gedacht: 'Was zum Teufel ist da los' und gehofft, dass wir das Rennen hinter dem vierte Safety Car zu Ende fahren.» Timo Glock schied als zweiter Deutscher aus: Wegen einer gebrochenen Aufhängung musste der Wersauer seinem Virgin in der 25. Runde abstellen.

 
 
 
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