Meeke
feiert ersten IRC-Sieg
* Duell um den Ehrenrang bis zum Schluss offen
* Vouilloz holt sich in Brasilien die "Silbermedaille" vor
Basso Wenn
man in schon in einem Sieger-Auto sitzt, so ist man auch
zu einem Erfolg verpflichtet, mag wohl Kris Meeke bei der
Südamerika-Premiere der Intercontinental Rally Challenge
(IRC) gedacht haben. Der Nordire hatte beim IRC-Auftakt
in Monaco seinen Peugeot 207 S2000 irreparabel zerstört.
Kronos-Teamchef Marc van Dalen überliess dem 38fachen WM-Teilnehmer
Meeke für die brasilianische Rallye Curitiba den 207, in
dem der IRC-Gast-fahrer Sébastien Ogier die Rallye Monte
Carlo gewonnen hatte. Meeke bedankte sich hierfür mit seinem
ersten IRC-Triumph.
"Das war eine fantastische Rallye. Wahrscheinlich die beste
Rallye, die ich jemals gefahren bin", freute sich Meeke
über seinen Premierensieg bei einer weltweiten Rallyeserie.
Am zweiten Tag verwaltete er mehr oder weniger bis ins Ziel
seine Führung, die er auf der ersten Etappe mit allen sieben
Tages-bestzeiten herausgefahren hatte.
Offen hingegen war das Duell um die "Silbermedaille" in
Brasilien. Auf dieser Position war Giandomenico Basso, erster
IRC-Titelträger 2006, im Abarth Grande Punto S2000 mit einem
Vorsprung von hauchdünnen 7/10-Sekunden vor dem amtierenden
IRC-Champion Nicolas Vouilloz im zweiten Kronos-Peugeot
am Samstag gestartet. Mit seinen ersten zwei Bestmarken
setzte er sich bis zur Tagesmitte um 5,7 Sekunden ein wenig
von Vouilloz ab. Dessen Konter erfolgte auf der ersten Nachmittag-Entscheidung.
Nun lag der Fran-zose 2,3 Sekunden vor Basso auf dem zweiten
Platz. Mit insgesamt drei Bestmarken sicherte sich der Titelverteidiger
mit einem Rückstand von 26,2 Sekunden den Ehrenrang und
holte seine ersten acht Saisonpunkte. Basso, der auf der
letzten Prüfung wegen eines Drehers satte 16,4 Sekunden
einbüsste, musste sich am Ende um 21,7 Sekunden Vouilloz
geschlagen geben.
Freddy Loix, der am Freitag als IRC-Tabellenbester mit seinem
Peugeot erstes Fahrzeug auf die Schotterpisten musste, verlor
in seiner undankbaren Rolle als Strassenfeger zu viel Zeit,
um noch in den Spitzenkampf eingreifen zu können. Er verbesserte
sich am Finaltag nur um einem Rang auf den vierten Platz
(Rückstand: 2:32,1 Minuten). Doch der reichte, um mit nun
18 Punkten auch die Tabellenführung vor Meeke, Ogier und
Basso mit jeweils zehn Zählern zu übernehmen. "Ich bin damit
zufrieden. Mir war schon vor dem Start bewusst, dass ich
hier nicht um den Sieg kämpfen würde. Daher waren für mich
die Punkte für die Meisterschaft wichtiger", kommentierte
Loix sein Ergebnis.
Bester Südamerikaner wurde der Argentinier Alejandro Canico
im serien-nahen Mitsubishi Lancer auf dem fünften Platz
(Rückstand: 5:20,0 Minuten)
Anton Alen, dessen Vater Markku vor 30 Jahren im Fiat 131
Mirafiori vor seinem Teamkollegen Walter Röhrl die erste
Rallye Brasilien an gleicher Stelle gewonnen hatte, musste
auch beim zweiten IRC-Lauf einen Nuller hinnehmen. Bei der
Rallye Monte Carlo war er auf dem Weg von der letzten Prüfung
zum Ziel wegen eines Kupplungsschadens an seinem Abarth
Grande Punto ausgeschieden. In Brasilien verabschiedete
er sich mit einem Abflug auf der zweiten Samstag-Prüfung
aus der Rallye.