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17. Juli 2007:

Ziel von McLaren-Mercedes in der Eifel: Spitze verteidigen

McLaren-Mercedes möchte die WM-Spitze verteidigen, BMW-Sauber seine Rolle als dritte Kraft bestätigen: Für ihr Heimrennen auf dem Nürburgring haben die beiden deutschen Autogiganten ehrgeizige Ziele.

"Ein Heimsieg wäre beim Heimspiel natürlich das allerschönste", sagte Mer-cedes-Motorsportchef Norbert Haug im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa vor dem Großen Preis von Europa an diesem Formel-1-Wochen-ende.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen erwartet, dass "wir erneut das Beste aus unseren Möglichkeiten machen". Die Plätze fünf und sechs seien das "Sollergebnis". Obwohl die Silberlackierten und die Weiß-Blauen auf der Piste erbitterte Konkurrenten sind, schwingt bei beiden Verantwortlichen gehöriger Respekt vor der Leistung des anderen mit.

"McLaren-Mercedes hat vor der Saison den Anspruch formuliert, Weltmeister werden zu wollen. Bei Halbzeit kann man Team und Fahrern attestieren, dass sie auf dem Weg dahin sind", sagte Theissen. Haug urteilte über das bisherige Abschneiden der Münchner: "Die Richtung stimmt."

Komplimente verteilten die beiden Führungsfiguren auch bei der Frage nach der größten Saisonüberraschung bei den Fahrern. Theissen bezeichnete Senk-rechtstarter Lewis Hamilton als zweifellos "die größte Überraschung". Haug verzichtete wohl nur aus Höflichkeit auf ein Lob für den für furiosen Formel-1-Frischling aus dem eigenen Stall und strich dafür die Leistung des BMW-Sauber-Duos heraus. "Robert Kubica ist nach seinem Unfall in Kanada zwei starke Rennen gefahren, Nick Heidfeld ist eine konstante Größe, aber über-rascht bin ich darüber nicht wirklich", sagte er.

Die beiden jeweils 54 Jahre alten Motorsport-Macher sind sich darin einig, dass das Titelrennen trotz Hamiltons großem Vorsprung auf seinen Teamkollegen und zweifachen Champion Fernando Alonso (12 Punkte weniger) sowie die Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen (-18) und Felipe Massa (-19) weiter offen sei. "Alle vier Fahrer haben Titel-Chancen», urteilte Haug. Bei zwei Null-Runden könne Hamilton die Führung verlieren, wenn Räikkönen oder Massa jeweils gewinnen würden.

Auch Theissen räumt den etwas abgeschlagenen roten Rivalen realistische WM-Chancen ein: "Bei noch acht ausstehenden Grand Prix ist da noch alles drin", zumal Ferrari bei einigen Rennen klar überlegen gewesen sei.

Für viel Wirbel sorgt seit Wochen der Spionage- und Sabotage- Skandal um den früheren Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney und den ebenfalls suspendierten ehemaligen McLaren-Mercedes-Chefdesigner Mike Coughlan.

Haug befürchtet nicht, dass sich diese Affäre negativ aufs Leistungsvermögen des Teams auswirken könnte. "Garantiert nicht", versicherte der Schwabe. "Unser Team hat mit diesem Thema nichts zu tun und jeder in der Mannschaft weiß das." Alle seien jetzt umso motivierter zu zeigen, dass das Können haus-gemacht sei. "Unrechtmäßiges Kopieren mit Plänen der Konkurrenz ließe unser Sportsgeist niemals zu."

Bei BMW-Sauber stehen die zwei Personalien Nick Heidfeld und Sebastian Vettel im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Auch wenn eine Vertrags-verlängerung mit dem Stammpiloten aus Mönchengladbach nur noch Formsache zu sein scheint, wird es laut Theissen keine Vollzugsmeldung auf dem Nürburg-ring geben: "Wir stehen nicht unter Zeitdruck." Beim von ihm besonders ge-schätzten Ersatz- und Testfahrer Vettel gibt es "verschiedene Optionen". Dass das Talent bei einem anderen Team geparkt werde, sei nur eine davon. "Wir bewerten diese Optionen zur Zeit mit Sebastian", bat Theissen auch hier um Geduld.

 
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