| 02.
Februar 2010: |
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Michael
Schumacher - fast wie in alten Zeiten
Gute-Laune-Schumi gibt wieder Gas - und wie! Lange mussten
die Fans von Michael Schumacher auf die ersten Fahrten des
Rekordweltmeisters im neuen Silberpfeil warten: Als er dann
aber im Mercedes GP auf den Kurs in Valencia startete, unterbot
der 41-Jährige im Eiltempo die Bestzeit von Teamkollege Rosberg.
Nach nur 18 Runden und damit Schumachers ersten 72 Kilometern
in einem Formel-1-Wagen seit mehr als einem halben Jahr hatte
er 45/100 Se-kunden Vorsprung auf den Wiesbadener.
Und für Sekunden schien es sogar, als habe Schumacher kurz
vor Ende sogar die Tagesbestzeit um 4 Sekunden unterboten:
Schumacher hatte vier Minuten vor Testende aber abgekürzt.
Dennoch: Runde um Runde wurde «Schumi», der seinen letzten
richtigen Formel-1-Test am 16. April 2008 bestritten hatte,
schneller.
Am Ende des ersten Testtags belegte Schumacher den dritten
Rang. Die - allerdings nur äußerst bedingt aussagekräftige
- erste Testbestzeit erzielte Felipe Massa im Ferrari. Schumacher
war nur rund vier Zehntel langsamer als der brasilianische
Spitzenreiter, der erstmals seit seinem schweren Unfall im
Juli 2009 wieder in einem aktuellen Formel-1-Wagen fuhr. Zweitschnellster
war in Valencia der Spanier Pedro de la Rosa im Sauber.
Schon vor den ersten offiziellen Proberunden hatte Schumacher
prophezeit: «Später im Verlauf der Testfahrten, wenn ich dann
meinen Rhythmus gefunden habe und merke, ich kann eine Runde
wie die andere fahren, ich bin absolut am Limit, dann bekomme
ich diese Fahr-Geilheit.»
Und die Freude auf die bevorstehenden Fahrten in seinem neuen
Dienstwagen sah man ihm auch bei der Präsentation des MGP
W01 an. Sichtlich vernügt grinste er in die Kameras und machte
den «Daumen hoch», nachdem das mattsilberne Auto mit der geschwungenen
Fahrzeugnase inklusive Höcker um kurz vor 9.00 Uhr aus der
Box geschoben worden war. Seine Fans begrüßten den Rückkehrer,
der sein letztes Rennen am 22. Oktober 2006 bestritt, mit
einer Grußbotschaft auf einem Plakat über der Mercedes-Box:
«Schumi, gibt Gummi. Willkommen zurück», hieß darauf.
Und das machte er, als er das Cockpit von Nico Rosberg übernahm.
Mit jeder Runde wurde der siebenmalige Weltmeister schneller.
Nach drei Umläufen betrug sein Rückstand auf die Bestzeit
des Teamkollegen weniger als zweiein-halb Sekunden, eine weitere
machte er in der nächsten Runde gut und so ging es weiter,
nach neun Runden ging es erstmal wieder in die Box, der Rückstand
auf Rosberg betrug gerade mal sieben Zehntelsekunden.
Dabei hatte Schumachers 17 Jahre jüngerer Rennstallrivale
zuvor insgesamt 39 Runden und auch die Jungfernfahrt mit dem
eleganten mattsilbernen Mercedes absolviert, auf dieselbe
Rundenzahl kam Schumacher binnen anderthalb Stun-den. Man
könne die Zeiten nicht interpretieren und bewerten, hatte
Rosberg schon vor Schumachers Auftritt gesagt.
Dennoch fordert Schumachers Leistung, auch beäugt von seinem
Leibarzt von der Sportklinik in Bad Nauheim, Dr. Johannes
Peil, Respekt ab. 2009 war sein Comeback noch gescheitert,
weil seine Schädelbasisverletzung von einem Motorradunfall
im Februar desselben Jahres nicht komplett ausgeheilt war.
Welcher Hype in diesem Jahr um Schumacher herrschen wird,
wurde auch in Valencia deutlich. Rund 250 Medienvertreter,
dazu knapp 2000 Zuschauer an der Strecke. Und im Fokus Schumacher,
der siebenmalige Weltmeister und 91fache Grand-Prix-Gewinner.
«Es ist schon ein bisschen schwierig», gestand Rosberg in
einer kleineren Medienrunde, während die Vielzahl der Journalisten
vor dem Mercedes-Zelt auf dessen Teamkollegen warteten.
100 Kameras seien auf Schumacher, eine auf ihn gerichtet,
so der 24-Jährige der nach vier Jahren bei Williams nun auf
seinen ersten Sieg wartet. «Ich muss lernen, dass das so ist»,
meinte Rosberg. Er wird am folgenden Tag erstmal allein die
weiteren Testrunden drehen. Am 3. Februar kommt dann Schuma-cher
wieder zum Einsatz im neuen Silberpfeil. Neben Mercedes Grand
Prix und Ferrari nutzen McLaren-Mercedes, Renault, Williams,
Sauber und Toro Rosso die ersten offiziellen Testtage vor
der Saison 2010: WM-Auftakt ist am 14. März in Bahrain. Und
dann wird «Schumi» nicht minder Gas geben.
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