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01. März 2010:

Formel 1 vor Countdown - Schumacher: «Ein Puzzle»

Nur noch Feintuning für die Autos, Zahlenstudium für die Ingenieure und kurzes Durchatmen für Schumacher & Co: Die Formel 1 steht kurz vor ihrem Count-down. Unmengen von Zahlen liegen den Teams nach den vierwöchigen Test-fahrten vor.

Doch wer wird beim ersten Rennen in knapp zwei Wochen die Nummer eins sein? Nicht einmal die Fahrer wagen eine verlässliche Prognose. «Wir haben einige Verbesserungen, aber ist es viel oder nichts im Vergleich zu dem, was die anderen möglicherweise haben oder auch nicht haben?», orakelte Michael Schumacher. «Es ist ein Puzzle, das schwer zu lesen ist.»

Dabei hatte der Altmeister selbst noch Ferrari auf den Favoritenschild gehoben. Dann musste der siebenmalige Weltmeister nach der finalen Bestzeit des Ab-schlusstests durch Lewis Hamilton auf dem Gradmesser-Kurs nahe Barcelona einräumen: «Sie haben heute sehr stark ausgesehen, kein Zweifel.» Beweisen müsse man sich aber auf der Rennstrecke. «Testen ist eine Sache, Renn-fahren eine andere», so Schumacher.

Knapp 3000 Testkilometer absolvierte der 41-Jährige im offiziellen Testmonat in seinem neuen Mercedes. Die Fahr-Diät ist den FIA-Vorschriften geschuldet: Nur 15 Tage standen den Teams zur Verfügung, und das immer nur mit einem Auto auf der Strecke. Alles aus Kostengründen, nachdem in früheren Jahren die Motoren vor dem Saisonstart fast nie still gestanden hatten.

Er glaube nicht, dass es noch notwendig sei wie 2005 mit Ferrari 95 000 Kilo-meter zu fahren. «Nun sind wir vielleicht 5000 oder 10 000 Kilometer gefahren, und ich glaube, dass wir wesentlich mehr erreicht haben», hatte Schumacher der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» gesagt.

Doch wo stehen Schumacher und sein 17 Jahre jüngerer Teamkollege Nico Rosberg mit ihrem Silberpfeil? «Es hängt davon ab, wer was mit nach Bahrain bringt», meinte Schumacher und mahnte Geduld bis zum ersten großen Showdown an - der WM-Auftakt wird Schumachers 251. Grand Prix sein und sein erster seit dem 22. Oktober 2006.

Sein Teamchef und einstiger wie aktueller Wegbegleiter, Ross Brawn, kündigte ein komplettes Upgrade-Paket für die Hitzeschlacht buchstäblich mit Sand im Getriebe in der Wüste von Sachir an. Dort konnte Schumacher einmal gewin-nen. Damals, 2004, noch im Ferrari, im selben Jahr wurde er zum fünften Mal in Serie Weltmeister mit den Italienern.

In diesem Jahr gilt die «Rote Göttin» wieder als erfolgversprechendes Kunst-werk der Ferrari-Ingenieure. Nicht umsonst kürten neben Schumacher Se-bastian Vettel und dessen Red-Bull-Teamchef Christian Horner die Scuderia zur Mannschaft, die es zu schlagen gilt. Felipe Massa, der nach seinem schwe-ren Unfall Ende Juli vergangenen Jahres in der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn ebenfalls seine Rennrückkehr in Bahrain feiern wird, schränk-te aber ein. «Es sieht so aus, dass es eine sehr hart umkämpfte Meisterschaft wird», sagte der brasilianische Ferrari-Fahrer.

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