Schwarz und Hyundai bei Rallye San Remo nicht am Start
Am dritten Oktober-Wochenende hätte
der deutsche Rallye-Profi Armin Schwarz (Oberreichenbach) auf Korsika seinen 100.
WM-Start feiern können. Danach sieht es nach Lage der Dinge im Augenblick
aber nicht aus. Alle An-zeichen sprechen hingegen dafür, dass für den
40jährigen Mittelfranken das vorzeitige Karriere-Ende naht.
In seinem Hyundai-Team ist die
Situation eskaliert. Das koeranisch-englische Team startet nämlich nicht
beim 11. WM-Lauf in Italien am Wochenende. Nach wochenlangen Vertragsquerelen
zwischen dem koreanischen Automobil-hersteller Hyundai und dem für die WM-Einsätze
verantwortlichen Team von Motor Sport Developments (MSD) im englischen Milton
Keynes blieben die beiden Rallye-Accent auf der britischen Insel. Weil Hyundai
den Geldhahn für MSD zudrehte, musste MSD die Belegschaft nach Hause schicken
und auf einen Start in San Remo verzichten. In der italienischen Blumenstadt an
der Riviera wäre Schwarz zum 99. Mal bei einem WM-Lauf gestartet, nun weilt
er bei der Rallye in der Nähe seiner Wahlheimat Monaco, wie er auf seiner
Home-page schreibt, als Kommentator für RTL.
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"Ich kann
MSD verstehen. Wenn kein Geld da ist, können sie auch keine Rallyes bestreiten",
sagte Schwarz. "Ich verstehe aber nicht, dass es soweit kommen musste. Es
wird, so wie es jetzt aussieht, für mich in diesem Jahr mehr keinen WM-Einsatz
mehr auf dem Accent geben"
Auf seiner Website schreibt Schwarz weiter: "Als Kommentator darf ich jetzt
mal was sagen, was nicht direkt aus dem Cockpit kommt: Ich gluabe die FIA geht
derzeit nicht sehr glücklich mit der Rallye-WM um. Das Hin und Her um den
dritten Fahrer und um die Anzahl der WM-Läufe sowie um den Durchführung-Modus
der WM-Rallyes verunsichert und verärgert die Automobil-Hersteller. Ich hoffe
für uns alle, der Ausstieg von Hyundai bleibt der einzige."
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Am 19. September verkündete
Hyundai, derzeit mit 12 Punkten auf dem sechsten und letzten Platz der Marken-WM,
zum Ende der Saison den Rückzug aus der WM und eine zweijährige Pause
an. Die noch ausstehenden vier WM-Läufe 2003 sollten aber auf jeden Fall
noch bestritten werden. Der Startverzicht in Italien widerlegt diese Aussage.
Obwohl MSD die Wettbe-werbsfahrzeuge für den 11. Lauf zuhause ließ,
hofft Teamchef David Whitehead darauf, wenigstens noch bei den drei letzten WM-Läufen
auf Korsika, in Spanien und in Großbritannien starten zu können. "Es
ist unser Wunsch, dort zu starten. Wir arbeiten an einer Lösung, unsere Auto
für den Rest der Saison an den Start bringen zu können", erklärte
Whitehead. In diesem Fall könnte Schwarz seinen 100. WM-Start beim 13. Lauf
am letzten Okotober-Wochenende in Spanien feiern.
Die Automobilsporthoheit FIA muss
sich nun mit einem Novum befassen. Erst-mals geht ein eingeschriebenes Werksteam
nicht an den Start. Da sich aber alle sechs WM-Teams für eine komplette Saison
mit derzeit 14 WM-Läufen verpflichtet haben und Hyundai dieser Verpflichtung
in San Remo nicht nach-kommt, muss Hyundai nun mit einer noch nicht näher
bestimmten Strafe durch die FIA rechnen.