Die
Rallye-WM in der Krise
Die Rallye-Weltmeisterschaft
2012 steckt in einer tiefen Krise, ehe sie über-haupt begonnen
hat.
Das von der FIA zu spät gestoppte Hickhack um die Vermarktung
und die TV-Rechte der Rallye-Weltmeisterschaft und um die
gekündigte Zusammenarbeit mit North One Sport hat das Championat
schwerer belastet als angenommen. Nicht nur, dass die Rallye-WM
nun ohne Promoter und damit auch ohne Ver-wertung und Verwaltung
der TV-Übertragungen ist.
Nach Stand der Dinge ist die Rallye-WM nur wenige Tage vor
dem Start des Auftaktes in Monte Carlo auch ohne Auswertung,
Zeitnahme und Tracking-System. Die von NOS betriebene offizielle
Webseite wrc.com ist verständ-licherweise auch nicht mehr
aktualisiert.
Als Subunternehmer von NOS war bislang die Firma Stage One
Technology für die Zeitnahme, Auswertung und das Tracking-System
in der WM tätig. Die hatte allerdings einen Vertrag mit
NOS und nicht mit der FIA. Und NOS hat SOT den Einsatz der
Geräte untersagt. Doch der SOT-Chef Simon de Banka sieht
allerdings Gründe, sich von diesem Vertrag loseisen zu können,
schließlich
hätten sich bei ihm finanzielle Verbindlichen seitens der
NOS in einer beträchtlichen Höhe angehäuft. Das Material
sei bereits unterwegs nach Valence, dem Startort der Rallye
Monte Carlo. Er sei bereit, das Material beschlagnahmen
zu lassen und dann einzusetzen.
Dieses Problem ist allerdings für den Autombilclub de Monaco
mehr oder weniger sekundär. Schliesslich kamen die Monegassen
in den letzten drei Jahren, als die Rallye Monte Carlo nicht
zur WM sondern zur Intercontinental Rally Challenge zählte,
bestens mit der eigenen Zeitnahme und Auswertung klar. Sorgen
bereiten ihnen mehr die Vermarktung und noch mehr die TV-Übertragungen,
wo Monte Carlo zusammen mit Eurosport in den letzten Jahren
mit Live-Übertragungen (2011: 14 Stunden live) bisher unerreichte
Messlatten gesetzt hat.
Diese sehr gute Zusammenarbeit könnte auch dieses Jahr wieder
greifen, sofern die FIA einen Deal mit Eurosport eingeht.
Dieser müsste aber für Eurosport längerfristig und nicht
nur auf die Rallye Monte bezogen sein. Und dies dürfte zu
schwierigen Verhandlungen führen. Die Monegassen jedenfalls
scheinen angesichts dieser grossen Probleme schon jetzt
ihre Rückkehr in die Rallye-WM zu bedauern.