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11. Januar 2012:

Die Rallye-WM in der Krise

Die Rallye-Weltmeisterschaft 2012 steckt in einer tiefen Krise, ehe sie über-haupt begonnen hat.

Das von der FIA zu spät gestoppte Hickhack um die Vermarktung und die TV-Rechte der Rallye-Weltmeisterschaft und um die gekündigte Zusammenarbeit mit North One Sport hat das Championat schwerer belastet als angenommen. Nicht nur, dass die Rallye-WM nun ohne Promoter und damit auch ohne Ver-wertung und Verwaltung der TV-Übertragungen ist.

Nach Stand der Dinge ist die Rallye-WM nur wenige Tage vor dem Start des Auftaktes in Monte Carlo auch ohne Auswertung, Zeitnahme und Tracking-System. Die von NOS betriebene offizielle Webseite wrc.com ist verständ-licherweise auch nicht mehr aktualisiert.

Als Subunternehmer von NOS war bislang die Firma Stage One Technology für die Zeitnahme, Auswertung und das Tracking-System in der WM tätig. Die hatte allerdings einen Vertrag mit NOS und nicht mit der FIA. Und NOS hat SOT den Einsatz der Geräte untersagt. Doch der SOT-Chef Simon de Banka sieht allerdings Gründe, sich von diesem Vertrag loseisen zu können, schließ
lich hätten sich bei ihm finanzielle Verbindlichen seitens der NOS in einer beträchtlichen Höhe angehäuft. Das Material sei bereits unterwegs nach Valence, dem Startort der Rallye Monte Carlo. Er sei bereit, das Material beschlagnahmen zu lassen und dann einzusetzen.

Dieses Problem ist allerdings für den Autombilclub de Monaco mehr oder weniger sekundär. Schliesslich kamen die Monegassen in den letzten drei Jahren, als die Rallye Monte Carlo nicht zur WM sondern zur Intercontinental Rally Challenge zählte, bestens mit der eigenen Zeitnahme und Auswertung klar. Sorgen bereiten ihnen mehr die Vermarktung und noch mehr die TV-Übertragungen, wo Monte Carlo zusammen mit Eurosport in den letzten Jahren mit Live-Übertragungen (2011: 14 Stunden live) bisher unerreichte Messlatten gesetzt hat.

Diese sehr gute Zusammenarbeit könnte auch dieses Jahr wieder greifen, sofern die FIA einen Deal mit Eurosport eingeht. Dieser müsste aber für Eurosport längerfristig und nicht nur auf die Rallye Monte bezogen sein. Und dies dürfte zu schwierigen Verhandlungen führen. Die Monegassen jedenfalls scheinen angesichts dieser grossen Probleme schon jetzt ihre Rückkehr in die Rallye-WM zu bedauern.

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