2. Rennen - Sonntag:
Überragender Sven Müller
ringt Meisterschaftskontra-henten nieder
Von Platz neun zum Sieg beim zweiten der drei Rennen
in Assen (NL)
Der Rennsonntag
der Formel ADAC im niederländischen Assen war fest in
der Hand des Tabellendritten Sven Müller.
Nach seinem
Triumph am Vormittag siegte der 19 Jahre alte Bingener vom
Team ma-con auch wenige Stunden später im dritten Rennen
der Nachwuchsserie auf dem schnellen TT Circuit. Platz zwei
ging erneut an Emil Bernstorff (18, GB/Motopark), der auch
in der Gesamtwertung Platz zwei innehat. Beide machten damit
zwei Wochen vor dem Finalwochenende in Hockenheim Boden
auf Tabellenführer Pascal Wehrlein (16, Worndorf/ADAC
Berlin-Brandenburg) gut, der im 3. Rennen in Assen nicht
über Platz fünf hinaus kam. Als Dritter jubelte
Maximilian Buhk (18, Dassendorf/ma-con) auf dem Podest.
Keyfacts, Lauf 21, TT Circuit Assen (NL)
Streckenlänge: 4.555 Meter
Wetter: bedeckt, 15 Grad
Pole Position: Sven Müller (ma-con)
Rennsieger: Sven Müller (ma-con)
Schnellste Rennrunde: Sven Müller (ma-con), 1.42,153
Min.
Start-Ziel-Sieg für Müller
Als Sieger des vorangegangenen Rennens kam Müller in
den Genuss der Pole Position für den 21. Saison-Lauf.
Beim Start münzte er seine gute Ausgangslage in die
Führung um, die er rasch ausbaute. Bernstorff folgte
mit Respektabstand. "Ich hatte zum ersten Mal in diesem
Jahr einen schlechten Start", gab der Brite zu. "Dadurch
setzte sich Sven etwas ab. Später ging ich sein Tempo
mit, konnte ihn aber nicht mehr einholen. Platz zwei ist
aber okay, da ich Punkte auf die Tabellenspitze gutgemacht
habe."
Ohne Angriffe von den Verfolgern fuhr Müller seinen
insgesamt vierten Saisonsieg ein. "Ich war dennoch
komischerweise aufgeregter als im umkämpften Lauf zuvor.
Einmal hätte ich mein Auto nach einem Quereinsteiger
fast verloren. Aber es ging alles gut. In den letzten Runden
habe ich etwas Speed rausgenommen, um auf Nummer sicher
zu gehen", berichtete Müller nach den 25 Rennminuten.
Von Rang sieben arbeitete sich Müllers ma-con-Teamkollege
Maximilian Buhk bis aufs Podest vor. "Mein Start war
okay, aber in der ersten Kurve hatte ich einen kleinen Ausritt.
Danach konnte ich pushen und überraschend easy überholen.
Hilfreich war es auch, dass sich meine Hinterleute kräftig
behakten", sagte der Holsteiner.
Kämpfe im Verfolgerfeld
In die Kämpfe des Verfolgerfeldes war auch der von
Rang drei gestartete Lucas Wolf (17, Mörlenbach) verwickelt.
"Das Tempo an der Spitze konnte ich wegen abbauender
Reifen nicht mitgehen. Dann gab es vor mir einige turbulente
Szenen, denen ich ausweichen musste. Dabei musste ich zweimal
von der Strecke. Sonst wäre mehr als Platz sieben drin
gewesen", ist sich Wolf sicher.
Vor Wolf war ein Dreikampf um Platz vier entbrannt. Tabellenführer
Wehrlein erwerte sich der Angriffe des Russen Artem Markelov
(17) vom neuen Teammeister Motopark. Dabei kam es zu einer
Berührung der beiden Kontrahenten – davon profitierte
ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Jason Kremer (16, Bonn/Mücke
Motorsport), der sich den umkämpften vierten Platz
vor Wehrlein und Markelov sicherte.
Die Top Ten komplettierten der neuseeländische Debütant
Nick Cassidy (17/ma-con), Gustav Malja (15, S/Neuhauser
Racing) und Mario Farnbacher (19, Lichtenau/Motopark) auf
den Positionen acht bis zehn.
Spitzenreiter Wehrlein reist mit 36 Punkten Vorsprung
zum Finale
Der Kreis der Titelanwärter hat sich vor dem Finale
in zwei Wochen auf dem badischen Hockenheimring auf drei
Kandidaten reduziert. Wehrlein liegt mit 321 Punkten an
der Spitze. Bernstorff (285) verkürzte den Rückstand
in Assen um 31 Punkte und erhöhte so den Druck auf
den Spitzenreiter deutlich. Mit 59 Punkten Rückstand
bei insgesamt noch 75 zu vergebenden Zählern in drei
Rennen hat Sven Müller (262) noch Außenseiterchancen.
Wegen laufender technischer Proteste im zweiten Assen-Rennen
gegen die Autos von Müller und Wehrlein kann es allerdings
noch zu Verschiebungen kommen.
1. Rennen
- Sonntag:
Überragender Sven Müller
ringt Meisterschaftskontra-henten nieder
Von Platz neun zum Sieg beim zweiten der drei Rennen
in Assen (NL)
Von Platz neun gestartet, den Tabellenführer und den
Gesamtzweiten niedergerungen, die schnellste Rennrunde markiert
– Sven Müller war der Mann des ersten Sonntagsrennen
der Formel ADAC in Assen. Der 19 Jahre alte Bingener vom Team
ma-con begeisterte die Zuschauer mit sehenswerten Überholmanövern
und feierte seinen dritten Saisonsieg. Die Plätze zwei
und drei gingen an Emil Bernstorff (18, GB/Motopark) und Lucas
Wolf (17, Mörlenbach/URD Rennsport).
Keyfacts, Lauf 20, TT Circuit Assen (NL)
Streckenlänge: 4.555 Meter
Wetter: bedeckt,13 Grad
Pole Position: Emil Bernstorff (Motopark)
Rennsieger: Sven Müller (ma-con)
Schnellste Rennrunde: Sven Müller (ma-con), 1.42,321
Min.
Polesitter Bernstorff bis zur drittletzten Runde vorn
Nach nächtlichen Regenfällen waren Teile des Asphalts
am Sonntagmorgen noch nass und der 20. Saisonlauf wurde als
„Wet Race“ deklariert. Dennoch gingen alle 21
Fahrer mit Slicks auf die Strecke. „In der Startaufstellung
war meine rechte Fahrbahnseite die feuchtere, aber ich hatte
eine trockene Stelle gefunden und kam hervorragenden weg“,
berichtete Polesitter Bernstorff, der sich mit Lucas Wolf
im Schlepptau zunächst absetzen konnte. Auf Position
drei tauschten die Neuhauser-Piloten Thomas Jäger (17,
A) und Gustav Malja (15, S) die Plätze. Aber beide konnten
sich nicht auf ihren Positionen behaupten. Debütant Jäger
drehte sich auf einem rutschigen Randstein, fiel ans Ende
des Feldes zurück und kämpfte sich bis ins Ziel
wieder auf Platz 13 vor. Malja musste sich in der vierten
Runde Tabellenführer Pascal Wehrlein (16, Worndorf/ADAC-Berlin-Brandenburg)
geschlagen geben. Am Ende wurde der Schwede Fünfter –
nach Platz vier am Vortag ein weiterer schöner Erfolg
für den jüngsten Fahrer im Feld.
ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Wehrlein hielt sich bis
zur Halbzeit auf Podestkurs – dann kam Müller,
der in der ersten Runde drei Positionen gutmachte und sich
dann peu à peu Richtung Podium vorgearbeitet hatte.
Am Ende der Start-Zielgeraden zog Müller am Tabellenführer
vorbei. „Ich hatte heute Probleme mit den Reifen und
konnte das Tempo der Spitze nicht mitgehen“, erklärte
Wehrlein im Ziel. Als nächsten schnappte sich Müller
den Zweitplatzierten Wolf. Der URD-Pilot hatte ebenfalls keine
Chance gegen den schnellsten Mann im Feld. Wolf: „ Sven
war einfach zu stark heute. Es hätte keinen Sinn gemacht,
zu versuchen, ihn hinter mir zu halten, obwohl mir das Team
ein super Auto hingestellt hatte. Ich freue mich nach Platz
zwei gestern heute als Dritter erneut auf dem Podium zu stehen.“
Auch Interims-Spitzenreiter Bernstorff wehrte sich vergeblich
gegen Müller. „Als ich Sven hinter mir sah, habe
ich gepusht. Dabei ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen,
den er ausgenutzt hat“, so der Brite, der ebenfalls
am Ende der Start-Ziel-Geraden von Müller überholt
wurde. Rennsieger Müller jubelte: „Das war eines
meiner schönsten Rennen. Mein Auto war wirklich top und
es hat Spaß gemacht, so viele starke Gegner zu überholen.“
Aufholjagden im Hinterfeld
Siebter hinter ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Jason
Kremer (16, Bonn/Mücke Motorsport) wurde Maximilian Buhk
(18, Dassendorf/ma-con). Der Holsteiner hatte sich von Platz
siebzehn nach vorn gearbeitet. Auch für Artem Markelov
ging es deutlich nach vorn. Nach seinem gestrigen Ausritt
verbesserte sich der 17 Jahre alte Russe vom 20. auf den neunten
Rang. Vor ihm platzierte sich noch sein Motopark-Teamkollege
Kean Kristensen (16, DK). Mario Farnbacher (19, Lichtenau/Motopark),
der Pechvogel des Wochenendes, schrammte vom letzten Platz
kommend als Elfter nur knapp an den Punkten vorbei. Das erste
Rennen des Wochenendes musste der Franke wegen eines Getriebedefektes
auslassen. Nachdem neue Teile in der Nacht aus Italien eingetroffen
sind und eingebaut wurden, zeigte er sein Potenzial mit Verspätung
auf. Einen ersten Meisterschaftspunkt gab es für Debütant
Nick Cassidy (17, NZ/ma-con). Bei seinem zweiten Rennen in
der Highspeed-Formelschule des ADAC wurde er Zehnter.
Das Ergebnis ist allerdings vorläufig, da gegen die Fahrzeuge
von Müller und Wehrlein ein technischer Protest eingelegt
wurde.
Meisterschaftsentscheidung
aufs Finale vertagt
In der Tabelle führt Wehrlein mit 311 Punkten. Bernstorff
(267) und Müller (237) folgen unverändert auf
den Plätzen zwei und drei. Bei noch 75 beim Finalwochenende
in Hockenheim zu vergebenden Punkten steht vor dem dritten
Assen-Rennen (Start: 14.50 Uhr) fest, dass die Titelentscheidung
erst in zwei Wochen auf dem Hockenheimring fallen wird.
Rennen
- Samstag
Bernstorff hält Titelkampf mit
Sieg im ersten Assen-Rennen
offen
Überraschungen auf dem Podium auf abtrocknender Strecke
Auf dem abtrocknenden
TT Circuit in Assen (NL) setzte Emil Bernstorff auf Slicks
– und machte damit alles richtig. Der 18 Jahre alte
Brite vom Team Motopark überholte die fünf mit
Regenreifen vor ihm gestarteten Konkurrenten, darunter auch
Tabellenführer Pascal Wehrlein (16, Worndorf/ADAC Berlin-Brandenburg),
und feierte seinen vierten Saisonsieg. Durch diesen Erfolg
sicherte sich Motopark vorzeitig den Titel in der Teamwertung.
Das Podium komplettierten Lucas Wolf (17, Mörlenbach/URD
Rennsport) und Debütant Thomas Jäger (17, A/Neuhauser
Racing), der damit gleich in seinem ersten Formel ADAC-Rennen
auf dem Podest jubeln durfte.
Keyfacts, Lauf 19, TT Circuit Assen (NL)
Streckenlänge: 4.555 Meter
Wetter: bedeckt, zwischenzeitlich leichter Regen, 17 Grad
Pole Position: Pascal Wehrlein (ADAC Berlin-Brandenburg,
1.41,501 Min.)
Rennsieger: Emil Bernstorff (Motopark)
Schnellste Rennrunde: Hubertus Carlos Vier (Neuhauser Racing,
1.43,631 Min.)
Schwierige Reifenwahl
Viele feuchte Stellen auf der Strecke und dunkle Wolken
am Himmel – vieles sprach dafür, den 19. Saisonlauf
mit Regenreifen in Angriff zu nehmen. Doch während
die ersten fünf der Startaufstellung angeführt
von Polesitter Pascal Wehrlein auf die profilierten Pneus
setzten, entschied sich fast das ganze Verfolgerfeld für
Slicks. Und sie pokerten richtig. Erst nach der Siegerehrung
begann es wieder zu regnen und setzte die mittlerweile fast
vollständig abgetrocknete Strecke erneut unter Wasser.
Doch da hatte Bernstorff den Sieg schon in trockenen Tüchern.
„Die Strecke war zu Beginn mit Slicks extrem rutschig“,
so Bernstorff. Ein Opfer dieser schwierigen Bedingungen
wurde sein Teamkollege Artem Markelov. Der 17 Jahre alte
Russe hatte sich mit Slicks im Handumdrehen vom zehnten
auf den vierten Platz vorgekämpft, als er von der Strecke
rutschte und später aufgeben musste. Bernstorff ließ
es etwas ruhiger angehen, Runde für Runde überholte
aber auch er die Konkurrenten mit Regenreifen und übernahm
in Runde sechs die Spitze, die er bis ins Ziel behauptete.
Auch ein kleiner Schauer zur Rennmitte brachte ihn nicht
aus dem Takt.
Alles richtig gemacht hat auch Lucas Wolf. „Mein Teamkollege
Lucas Stolz stand vor mir in der Startaufstellung und ließ
sich wie die komplette Spitzengruppe Regenreifen aufziehen.
Als ich das sah, sagte ich meinen Technikern, dass wir auf
Startplatz acht pokern müssen, um nach vorn zu kommen.
Und Slicks waren genau die richtige Entscheidung, auch wenn
es teilweise sehr rutschig war. Als es zwischendrin wieder
anfing, zu regnen, dachte ich nur, oh Gott, oh Gott, lass
es nicht zu nass werden. Zum Glück kamen nur ein paar
Tropfen herunter“, so Wolf, der bis auf Platz zwei
nach vorn fuhr und erstmals seit dem Saisonfinale 2010 wieder
auf dem Podium jubeln konnte.
Neuhauser
Racing in Bestform
Die Überraschung des Tages gelang Thomas Jäger.
Der Österreicher schnupperte 2010 beim „Experience
Day“ erstmals in die Formel ADAC hinein und bestritt
nun sein erstes Rennen in der Nachwuchsserie. Sein Debüt
wurde ein voller Erfolg. Von Startplatz dreizehn kämpfte
er sich bis aufs Podest vor. „Ich hatte einen guten
Start und fand gleich ein paar Lücken, in die ich hineinstechen
konnte, um ein paar Gegner hinter mir zu lassen. Danach
ging es Stück für Stück nach vorn“,
so Jäger. Er überholte unter anderem auch seine
Teamkollegen Gustav Malja (15, S) und Hubertus Carlos Vier
(16, Walting-Inching), die auf den Positionen vier und fünf
abgewinkt wurden und so den Erfolg des Teams Neuhauser Racing
komplettierten. Zum ersten Mal in diesem Jahr waren die
Österreicher die erfolgreichsten Punktesammler in der
Teamwertung. Hubertus Carlos Vier markierte obendrein zum
ersten Mal in seiner Formelkarriere die schnellste Rennrunde.
Tabellenführer Wehrlein bester Pilot mit Regenreifen
Polesitter Wehrlein setzte sich in der Anfangsphase zwar
vom Verfolgerfeld ab, als die Strecke aber immer weiter
abtrocknete und weiterer Regen bis auf ein paar Tropfen
ausblieb, hatte er gegen die Slick-bereiften Verfolger keine
Chance. Der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot wurde bis
auf Platz sechs durchgereicht. Damit war er der schnellste
Fahrer mit Regenreifen vor dem Tabellendritten Sven Müller
(19, Bingen/ma-con), der Neunter wurde. Dazwischen schoben
sich Toni Koitsch (24, Döbeln/KSW Motorsport) und Christina
Nielsen (19, DK/Krafft Walzen), die einzige Frau im Starterfeld,
auf die Plätzen sieben und acht. Für beide Akteure
war es das bisher beste Saisonergebnis.
Motopark Teammeister, Wehrlein muss noch warten
Das 19. Saisonrennen brachte eine erste Titelentscheidung:
Die Oscherslebener Mannschaft Motopark hat 628 Punkte in
der Teamwertung und ist damit in den letzten fünf Rennen
nicht mehr einzuholen. In der Fahrerwertung schrumpfte Wehrleins
Vorsprung auf 50 Zähler vor Verfolger Bernstorff. 25
Punkte sind pro Sieg einzufahren. Müller büßte
weiter an Boden ein. Er liegt mit 212 Punkten 87 Zähler
hinter Wehrlein.
Bernstorff auf Pole am Sonntagmorgen
Am morgigen Sonntag geht der Titelkampf in die nächsten
beiden Runden. Die besten Karten hat zunächst Verfolger
Emil Bernstorff, der analog zum heutigen Ergebnis vom ersten
Platz aus ins zweite Rennen des Wochenendes (Start: 10.55
Uhr) gehen wird. Das dritte Rennen wird um 14.50 Uhr gestartet.
Formel ADAC im TV
TV-Zusammenfassungen der Formel-Ereignisse in Assen zeigen
„kabel eins“ um kurz nach Mitternacht des Rennsonntags
(19. September, 01.15 Uhr) sowie „SPORT1“ (23.
September, 17.30 Uhr) in einem einstündigen Magazin
über das ADAC Masters Weekend.
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