2. Rennen -
Sonntag:
Müller feiert ersten Sieg, Bernstorff
erobert Tabellenführung
zurück
* Umkämpftes zweites Rennen des ADAC Formel Masters
auf dem Sachsenring
Das frühe
Aufstehen hat sich für Sven Müller gelohnt. Um 8 Uhr morgens
wurde das zweite Rennen des ADAC Formel Masters auf dem
Sachsenring gestartet, 25 Minuten später überquerte der
19-jährige Bingener, der für das letztjährige Meisterteam
ma-con antritt, die Ziellinie als Sieger. Die Plätze zwei
und drei gingen an das Team Motopark. Emil Bernstorff (17,
GB) ließ Artem Markelov (16, RU) hinter sich und eroberte
die Tabellenführung von Pascal Wehrlein (16, Worndorf/ADAC
Berlin-Brandenburg) zurück. Der Sieger des Vortags drehte
sich bei einem Duell mit Müller und schied später aus.
Schon beim Start versuchte Müller, Polesitter Wehrlein von
der Spitze zu verdrängen, musste aber zurückstecken. Im
Doppelpack zogen die beiden Rivalen ihre Bahnen, als Wehrleins
Formel ADAC powered by Volkswagen in der sechsten Runde
in Kurve vier etwas weit nach außen getragen wurde. "Ich
nutzte die Chance und stach in die Lücke", so Müller. Dabei
berührten sich die beiden Autos, Wehrlein wurde hinten rechts
getroffen und drehte sich. Wenig später steuerte er die
Box an und musste das Rennen vorzeitig be-enden. Doppelt
bitter: Wehrlein musste nicht nur eine Top-Platzierung ab-haken,
der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport muss im dritten
Rennen am Sonntagnachmittag analog zum Rennergebnis auch
noch vom vorletzten Platz starten. Müller fuhr nach dem
Zwischenfall seinem ersten Sieg im Formel-Rennsport entgegen.
"Auf den letzten Metern schossen mir Tausend Ge-danken durch
den Kopf: Jetzt bloß keinen Fehler mehr machen, wie wird
es sein, ganz oben auf dem Podest zu stehen und so weiter."
Wie es ist, ganz oben auf dem Podest zu stehen, durfte Müller
dann wenig später bei der Siegerehrung erleben. "Es ist
einfach nur geil", jubelte er.
Oschersleben-Doppelsieger Bernstorff erwischte eine guten
Start und schob sich am Dänen Dennis Lind (18, ma-con) vorbei.
In der zweiten Runde ließ er auch seinen Teamkollegen Markelov
hinter sich. "Dann habe ich versucht, auf das Spitzenduo
aufzuschließen, dabei begannen aber die Reifen zu körnen.
Als sich Sven und Pascal berührten, kam ich noch mal ran,
aber für einen echten Angriff hat es nicht mehr gereicht.
Aber ich bin sehr zufrieden, von Platz fünf auf zwei vorgefahren
zu sein und wieder an der Tabellenspitze zu stehen", freute
sich der Brite mit dänisch-deutschen Wurzeln.
Vierter wurde das gestrige Geburtstagskind Mario Farnbacher.
Der jetzt 19-Jährige Lich-tenauer vom Team Motopark überholte
in der Anfangsphase den Dänen Dennis Lind, der sich bis
ins Ziel an Farnbachers Fersen heftete und immer wieder
versuchte, den verlorenen Platz zurück zu erobern. Ein Dreher
Linds kurz vor der Zielflagge sorgte für eine Vorentscheidung.
Lind wurde trotzdem Fünfter. Gleich drei Fahrer sammelten
ihren ersten Punkte im ADAC Formel Masters: ADAC Stiftung
Sport-Förderpilot Niklas Brinkmann (17, Neu-enrade/Krafft
Walzen) wurde Achter, die beiden Neuhauser Racing-Piloten
Hubertus-Carlos Vier (16, Walting-Inching) und Gustav Malja
(15, S) folgten auf den Positionen neun und zehn.
TV-Zusammenfassungen der Ereignisse in Oschersleben zeigen
"kabel eins" (16. Mai, 00.05 Uhr) sowie "SPORT1" (18. Mai,
23.30 Uhr, und 21. Mai, 11.45 Uhr). Außerdem sind die Rennen
als Livestream auf der Homepage der Serie zu sehen.
1. Rennen - Samstag:
Vorjahressieger Wehrlein wiederholt Sachsenring-Triumph
* Der Russe Markelov feiert ersten Podiumserfolg
im ADAC Formel
Masters
Der Sachsenring
und Pascal Wehrlein - das passt bestens zusammen. Nach seinem
Triumph im Vorjahr legte der 16 Jahre alte Worndorfer, der
für den ADAC Berlin-Brandenburg antritt, nach: Beim ersten
der drei Läufe, die die Nachwuchspiloten des ADAC Formel
Masters an diesem Wochenende auf der Berg-und-Tal-Bahn austragen,
siegte Wehrlein in einem umkämpften Rennen vor Sven Müller
(19, Bingen/ma-con) und Artem Markelov (17, RU/Motopark).
"Der Sachsenring macht einfach nur Spaß, eine schöne, schnelle
Strecke mit vielen Mutkurven", so Wehrlein, der eindrucksvoll
demonstrierte, dass es ihm an der erforderlichen Courage
nicht fehlte. Von der Pole-Position gestartet, wehrte er
die Angriffsversuche seines Kontrahenten Sven Müller ab.
"Die ersten fünf, sechs Runden setzte mich Sven ordentlich
unter Druck, dann bau-ten aber wohl seine Reifen ab und
er ließ etwas abreißen", so der strahlende Sieger, der nach
18 Runden bei bestem Frühlingswetter im Ziel fast zehn Se-kunden
Vorsprung hatte. Der zweitplatzierte Müller freute sich
über seine dritte Sektdusche in Folge. "Ich bin sehr zufrieden
mit dem zweiten Platz. Wir haben uns gut vorbereitet, das
hat sich ausgezahlt. Leider ließ mein Auto nach einer starken
Anfangsphase etwas nach, so dass ich Pascal ziehen lassen
musste. Hier zu fahren, ist richtig geil. Ich freue mich
schon auf die beiden Rennen am Sonntag", so Müller.
Während sich die ersten beiden bereits nach dem ersten Renndrittel
sortiert hatten, wurde um den dritten Podiumsplatz und die
Verfolgerränge bis zur Zielflagge hart gekämpft. In einem
rein dänischen Duell setzten sich Kean Kristensen (16, Motopark)
und Dennis Lind (18, ma-con) auseinander. Für eine Vorentscheidung
sorgte dabei eine Durchfahrtsstrafe, die wegen Miss-achtens
Gelber Flaggen gegen Kristensen verhängt wurde. Er wurde
nur Zwölfter. Lind belegte Rang vier. Dabei profitierte
der Neffe von Ex-Formel-1-Pilot Jan Magnussen von einer
teaminternen Rangelei zwischen dem Moto-park-Piloten Artem
Markelov und dem lange auf Position drei fahrenden Tabel-lenführer
Emil Bernstorff (17, GB). Bernstorff musste schließlich
nicht nur Markelov ziehen lassen, sondern auch noch Lind.
Seine zehn Punkte für den fünften Platz reichten Bernstorff
nicht, um sich an der Tabellenspitze zu hal-ten. Neue Nummer
eins vor den beiden Sonntagsrennen ist der von der ADAC
Stiftung Sport geförderte Wehrlein.
Markelov schaffte als Dritter und den damit verbundenen
15 Punkten – es wa-ren die ersten des Kartaufsteiger im
ADAC Formel Masters – den Sprung in die Top Ten der Gesamtwertung.
"Mein Team hat mir gesagt, wenn ich mich clever anstelle,
kann ich es aufs Podium schaffen. Das habe ich umgesetzt.
Ich hatte einige Duelle, die hart aber fair waren. Meine
Lernkurve zeigt nach oben, so soll es weitergehen", bilanzierte
der auf Gesamtrang neun liegende Moskowiter, der für jedes
Rennwochenende aus der russischen Hauptstadt anreist.