2. Rennen -
Sonntag:
Pascal Wehrlein wiederholt Start-Ziel-Sieg
in Zolder
*Markelov setzt Podiumserie mit Rang zwei fort, Müller
erkämpft Platz
drei Déjà-vu in Zolder:
Wie am Vortag
führte auch im zweiten der drei Rennen der Formel ADAC kein
Weg an Pascal Wehrlein vorbei. Der 16-Jährige Worndorfer,
der unter der Bewerbung des ADAC Berlin-Brandeburg antritt,
ging am Sonntagmorgen von der Pole-Position ins achte Saisonrennen
und behauptete sich bis ins Ziel an der Spitze. Ungefährdeter
Zweiter wurde Artem Markelov (16, RUS/Motopark). Hart umkämpft
waren die Verfolgerplätze. Am Ende sicherte sich Sven Müller
(19, Bingen/ma-con) den dritten Podestrang.
Auch wenn Wehrlein bei seinem vierten Saisonerfolg vom Start
bis ins Ziel an der Spitze lag, war der Erfolg härter erarbeitet
als gestern. „Um für das dritte Rennen eine bessere Ausgangsposition
zu haben, hatten wir im Gegensatz zu den Gegnern die beiden
erlaubten neuen Reifen auf der rechten Seite auf-gezogen
um diese fürs dritte Rennen zu schonen, dadurch fiel es
mir nicht so leicht, mich wie gestern abzusetzen“, erklärte
der Förderpilot der ADAC Stif-tung Sport.
Der einzige Fahrer, der dem taktierenden Wehrlein folgen
konnte, war den-noch Markelov. Im Ziel hatte das Führungsduo
über 20 Sekunden Vorsprung vor Müller. Markelov hängte sich
zwar ans Heck von Wehrleins Formel ADAC powered by Volkswagen,
und auch wenn er die schnellste Rennrunde mar-kierte bot
sich ihm keine echte Chance zum Angriff auf den Spitzenreiter.
In der letzten Runde musste der Russe sogar noch kurz um
seinen zweiten Platz bangen. „In der letzten Runde brach
in der sechsten Kurve mein Heck plötzlich aus. Das sorgte
für steigenden Puls bei mir, aber alles ist gut ge-gangen“,
berichtete der Hobby-Musiker, der seinen fünften Podestplatz
in Folge bejubelte.
Hinter dem Führungsduo entflammte ein Fünfkampf um Rang
drei. Zunächst hatte Dennis Lind (19/ma-con) die Position
inne, doch der Däne konnte trotz heftiger Gegenwehr weder
Emil Bernstorff (18, GB/Motopark) noch Sven Müller und Kartaufsteiger
Jeffrey Schmidt (17, CH/HAITECH Racing) hinter sich hal-ten.
Wenig später drängte sich Müller an Bernstorff auf die dritte
Position vorbei. „Das war ein echtes Getümmel, zeitweise
sind wir zu Fünft nebenein-ander gefahren. Als sich mir
dann eine Chance bot, bin ich an Emil vorbei gezogen, der
sich noch mit einem anderen Auto auseinander setzen musste.
Danach konnte ich mich absetzen.
Von Platz sechs Dritter zu werden – damit bin ich zufrieden“,
rekapituliert Müller. Im Kampf um Platz vier kamen Schmidt
und Lind in der letzten Runde von der Strecke ab und musste
ihre Autos abstellen. Lind, dessen Auto beim Überfahren
der Randsteine abhob und hart landete, wurde vorsorglich
zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Bernstorff und
sein Motopark-Teamkollege Kean Kristensen (16, DK) wurden
am Ende Vierter und Fünfter.
Nach tollen Aufholjagden punkteten auch Jason Kremer (16,
Bonn/RSC Mücke Motorsport), Lucas Wolf (16, Mörlenbach/URD
Rennsport) und Maximilian Buhk (18, Dassendorf/KUG Motorsport).
ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Kremer arbeitete sich vom
20. auf den sechsten Platz vor, Wolf machte 14 Positionen
gut und wurde Achter, Buhk verbesserte sich vom 21. auf
den neunten Rang. Sein bisher bestes Ergebnis verbuchte
Luca Stolz (15, Brabach/URD Rennsport). Er wurde Siebter.
Vor dem abschließenden Rennen am Sonntagnachmittag (15 Uhr)
führt Wehrlein (146 Punkte) in der Tabelle vor Müller (133),
Bernstorff (130) und Markelov (81).
1. Rennen - Samstag:
Formel ADAC hat ihren ersten Zolder-Sieger:
Pascal Wehrlein
* 14 Zeitstrafen wirbeln Rennergebnis durcheinander
Das erste Rennen
der 2008 ins Leben gerufenen Formel ADAC im belgischen Zolder
hat einen würdigen Sieger: Von der Pole-Position gestartet
markierte Pascal Wehrlein (16, Worndorf/ADAC Berlin Brandenburg)
einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg und eroberte so die Tabellenführung.
Die Plätze hinter ihm wur-den kräftig durcheinander gewirbelt,
nachdem die Rennleitung wegen Sekto-renbestzeiten unter
Gelb gegen 14 Fahrer nachträglich eine 30-Sekunden-Zeitstrafe
verhängte. Am Ende rückten die ursprünglich auf den Plätzen
vier und fünf gewerteten Fahrer Artem Markelov (16, RUS/Motopark)
und Dennis Lind (18, DK/Krafft Walzen) auf die Podestplätze
zwei und drei vor.
Bereits in der ersten Runde musste das Safety-Car auf die
Strecke kommen: Hinter Polesetter Wehrlein hatte sich der
von Rang vier gestartete Israeli Roy Nissany (16, RSC Mücke
Motorsport) nach einer Berührung gedreht, Lucas Wolf (17,
Mörlenbach/URD Rennsport) und Maximilian Buhk (18, Dassen-dorf/KUG
Motorsport) trafen den Havaristen. Alle drei Fahrer blieben
unverletzt, schieden aber aus und das Safety-Car musste
ausrücken. Beim Restart be-hauptete sich Wehrlein erneut
an der Spitze und baute schnell einen großen Vorsprung auf
seinen direkten Verfolger Jason Kremer (16, Bonn/RSC Mücke
Motorsport) aus. Doch Kartaufsteiger Kremer kam auf einer
der nassen Stel-len, die sich nach mittäglichen Regengüssen
auf der Strecke gehalten hatten, ins Schleudern und schlug
in die Reifenstapel ein. Auch Kremer blieb unver-letzt.
Während der Bergungsarbeiten wurden an der Unfallstelle
Gelbe Flaggen geschwenkt, dennoch gingen die später bestraften
Piloten hier nicht aus-reichend vom Gas. Gleich elf Piloten
entpuppten sich bei späterer Durchsicht der Zeiten sogar
als „Wiederholungstäter“. Sie wurden zusätzlich fünf oder
gar zehn Startplätze für das zweite Rennen zurückversetzt.
Artem Markelov rückte nach Kremers Ausfall auf Rang zwei
vor und sah sich heftiger Attacken seines Motopark-Teamkollegen
Emil Bernstorff (18, GB) ausgesetzt, die in einer unsanften
Berührung der beiden Kontrahenten gipfelte. Schließlich
setzte sich Bernstorff durch und auch der von Platz sieben
ge-startete Sven Müller (19, Bingen/ma-con) schob sich am
Moskowiter vorbei. Doch am Ende lag Markelov doch vor seinen
Rivalen, den sowohl Bernstorff als auch Müller zählten zu
den bestraften Piloten. Sie belegten schließlich die Plätze
fünf und sechs. Kartaufsteiger Jeffrey Schmidt (17, CH/HAITECH
Racing) rückte durch die vielen Strafen indes vom achten
auf den vierten Rang vor und strich so das bisher beste
Ergebnis seiner jungen Formelkarriere ein.
In der Anfangsphase des Rennens mischte auch noch Mario
Farnbacher (19, Lichtenau/Motopark) im Kampf um die Podiumsränge
mit, doch eine Durch-fahrtsstrafe wegen Frühstarts verhagelte
auch ihm das Rennen. Er wird im revidierten Ergebnis als
14. geführt. Ihm bleibt die Hoffnung, in den beiden Sonntagsrennen
(Start: 11 und 15 Uhr) den Abstand auf das Spitzentrio in
der Gesamtwertung zu verkürzen. Wehrlein führt mit 121 Punkten
vor Bernstorff und Müller, die je 118 Zähler auf dem Konto
haben.